Der neue Bahnhof Fangschleuse in Grünheide ist eingeweiht worden. Ab Dezember stehen dort vier statt zwei Gleise bereit, dazu drei Gleise für den Güterverkehr. Das teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit. Gebaut wurde in weniger als anderthalb Jahren.
Was der neue Bahnhof Fangschleuse jetzt kann
Vertreter der Deutschen Bahn, des Bundesverkehrsministeriums, des brandenburgischen Infrastrukturministeriums, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und der Gemeinde Grünheide enthüllten am Freitagvormittag den Stationsnamen am Eingang. In Betrieb ist die Station bereits seit Mitte August.
Der Bahnhof Fangschleuse ist deutlich leistungsfähiger als die frühere Station. An den 220 Meter langen Bahnsteigen können auch achtteilige Regionalzüge halten. Derzeit stehen zwei Gleise zur Verfügung, vom Fahrplanwechsel Mitte Dezember an sind es vier. Ebenfalls bis dahin soll die Photovoltaikanlage auf den Bahnsteigdächern in Betrieb gehen.

Das Industriegebiet ist das Tesla-Werk
Zusätzlich zu den vier Gleisen für Reisezüge entstehen drei Gleise für den Güterverkehr. Die Deutsche Bahn nennt sie in ihrer Mitteilung „eine Anbindung an das Industriegebiet“, ohne es zu benennen. Gemeint ist der Standort der Tesla-Fabrik in Grünheide, an deren Werksgelände der Bahnhof liegt. Die Güteranbindung ist damit der wirtschaftliche Kern des Neubaus.
Der Bahnhof steht zwei Kilometer weiter westlich
Was in der Mitteilung ebenfalls fehlt: Es handelt sich nicht um einen Umbau am alten Platz. Der Bahnhof Fangschleuse wurde verlegt, rund zwei Kilometer nach Westen. Der alte Haltepunkt schloss am 24. Juli, die neue Station ging am 15. August in Betrieb.
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Auslöser war die Erweiterung der Tesla-Fabrik. Der Autobauer meldete Bedarf an zusätzlichen Gütergleisen und an einer besseren Anbindung des Werksgeländes an. Am alten Standort fehlte dafür der Platz, zudem waren die Laufwege für Beschäftigte zu lang. Einen eigenen Bahnhofsteil für das Werk, Tesla-Süd, gibt es bereits seit September 2023.
Zwölf Kilometer Gleise in anderthalb Jahren
Die Bauzeit lag bei weniger als anderthalb Jahren. In dieser Zeit wurden zwölf Kilometer Gleise verlegt, dazu die Technik einschließlich der Oberleitungen. 40 Weichen wurden eingebaut, 160.000 Tonnen Erde bewegt. Auf der Baustelle waren 70 Planungsbüros und Baufirmen zu koordinieren.
„Der Bahnhof wurde in Rekordzeit fertiggestellt“, sagt Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für Brandenburg. Möglich gewesen sei das vor allem durch die enge Zusammenarbeit aller Partner. Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, leitet daraus einen Anspruch ab: „Deutschland kann dringend benötigte Infrastruktur schnell errichten.“ Dieses Tempo wolle man als Standard etablieren.
Mehr Sitzplätze für Fahrgäste auf der Linie RE1
Der Ausbau wirkt über Fangschleuse hinaus. Weil auch an den anderen Stationen der Linie RE1 die Bahnsteige verlängert wurden, können von Dezember an mehr achtteilige Züge zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) fahren. Statt bisher rund 630 Sitzplätzen sind es dann 800, nach Angaben des Verkehrsverbundes ganztägig und auch am Wochenende.
Volker-Gerd Westphal, Staatssekretär im brandenburgischen Infrastrukturministerium, verweist auf drei Züge pro Stunde und Richtung. Damit verbessere sich die Anbindung innerhalb des Landkreises Oder-Spree, in weitere Regionen Brandenburgs und nach Berlin. Grünheides Bürgermeister Arne Christiani spricht von einem weiteren Meilenstein in der Reihe der Infrastrukturprojekte in seiner Gemeinde.
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Red. / Presseinformation
Symbolfoto: Jan von Bröckel, www.pixelio.de







