Im Fall des Anschlags auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack (->> wie berichtet) nahe dem Kraftwerk Jänschwalde ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei Brandenburg wurde nach eigenen Angaben am heutigen Donnerstag darüber informiert. Ob das Schreiben echt ist, ist allerdings offen. „Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden“, teilte die Polizei mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden darüber hinaus keine Angaben gemacht.
Was bisher bekannt ist
Der Polizei war am Dienstagmorgen, 1. September, gegen 8 Uhr zunächst eine mutmaßliche Beschädigung an einer Oberleitung des Umspannwerks gemeldet worden. Bei der Untersuchung des Bereichs fanden die Einsatzkräfte mehrere sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV); einige davon waren offenbar nicht ausgelöst worden. Entschärfer kamen zum Einsatz, die Ermittlungen übernahm das Landeskriminalamt.
Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Das mutmaßliche Ziel war es, die Stromversorgung im Bereich des Kraftwerks Jänschwalde zu beeinträchtigen – zu einem größeren Stromausfall kam es jedoch nicht. Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben von 50Hertz zu keiner Zeit gefährdet.
Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) sowie wegen Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte von einer versuchten Sabotage gesprochen und den Vorfall als „sehr, sehr ernst“ bezeichnet; auf dem Gelände wurde eine zweistellige Zahl an Vorrichtungen gefunden.
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Das Umspannwerk Turnow-Preilack ist ein bedeutender Knotenpunkt im Stromnetz der Lausitz. Hier wird der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist und verteilt. Die Ermittlungen zu Tätern und Hintergründen dauern an.
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