Grundsicherung online beantragen statt Formular im Amt: Brandenburg startet die Sozialplattform. Erprobt wurde sie in Elbe-Elster – jetzt folgen die übrigen Kreise.

Elbe-Elster hat es vorgemacht
Bevor das Land den flächendeckenden Start beschloss, wurde die Online-Sozialplattform im Landkreis Elbe-Elster erprobt. Zwei Antragsstrecken liefen dort im Test – nach Angaben des Sozialministeriums erfolgreich.
Damit hat ausgerechnet ein Landkreis aus unserer Region den Praxistest für ein Verfahren geliefert, das nun in ganz Brandenburg ausgerollt wird.
Was sich für Antragsteller ändert
Über die Plattform lassen sich wichtige Sozialleistungen erstmals vollständig digital beantragen – etwa Grundsicherung oder Hilfe zum Lebensunterhalt. Der Weg ins Amt und der Papierantrag entfallen.
Den Anfang macht das Sozialamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark, das seit dem 27. August erste Leistungen freigeschaltet hat. Elf weitere Landkreise und kreisfreie Städte sowie das Landesamt für Soziales und Versorgung bereiten die Einführung vor. Vier von sieben zugelassenen kommunalen Jobcentern sind mit den Antragsstrecken zum Grundsicherungsgeld – vormals Bürgergeld – bereits angebunden.
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Erreichbar ist das Angebot unter sozialplattform.de. Wann welcher Kreis in unserer Region konkret startet, teilt das Land nicht mit; danach müssen sich Betroffene bei ihrem jeweiligen Sozialamt erkundigen.
„Möglichst frei von bürokratischen Hürden“
Sozialminister René Wilke wertet den Start als mehr als einen Digitalisierungsschritt: „Sozialleistungen müssen jene Menschen erreichen, die sie benötigen – unkompliziert, niedrigschwellig und möglichst frei von bürokratischen Hürden.“
Justiz- und Digitalminister Benjamin Grimm ordnet das Vorhaben in ein größeres Ziel ein: Bis spätestens 2029 sollen die wichtigen Verwaltungsleistungen in Brandenburg flächendeckend online verfügbar sein. Das Land stellt den Kommunen die Plattform als landeseinheitliches Angebot bereit und übernimmt die Betriebskosten.
Warum das für unsere Region zählt
In einer Flächenregion mit langen Wegen und ausgedünntem Nahverkehr ist der Gang zum Sozialamt für viele keine Kleinigkeit. Wer kein Auto hat, in Ruhland oder Doberlug-Kirchhain wohnt und einen Antrag stellen will, verliert dafür schnell einen halben Tag.
Genau da liegt der praktische Nutzen – vorausgesetzt, die Menschen kommen mit dem digitalen Weg zurecht. Wer das nicht tut, ist weiterhin auf die Beratung vor Ort angewiesen. Die Plattform ersetzt sie nicht, sie kommt hinzu.
Federführend ist das Sozialministerium, die Projektleitung liegt bei der DigitalAgentur Brandenburg. Beteiligt sind außerdem das Digitalministerium mit dem Zentralen IT-Dienstleister Brandenburgs und das Infrastrukturministerium.
Titelbild: Grafik © NIEDERLAUSITZ aktuell
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Red. / Presseinformation





