Die für Januar 2027 zugesagte Verbesserung des Personalschlüssels in Brandenburgs Krippen kommt nicht. Das Bildungsministerium hat die Maßnahme in den Haushaltsberatungen gestrichen. Es bleibt bei einer Erzieherin auf 4,25 Kinder.
Der Schritt von 1:4,25 auf 1:4 entfällt
Brandenburg hatte die Personalausstattung für Kinder bis zum dritten Geburtstag in mehreren Stufen verbessert: von 1:5 zunächst auf 1:4,65 im August 2022, seit August 2024 auf 1:4,25. Der nächste Schritt auf 1:4 war zum 1. Januar 2027 geplant.
Dieser Schritt wird nun „vorerst nicht umgesetzt“. Eine weitere Verbesserung sei fachlich wünschenswert, unter den aktuellen Haushaltsbedingungen aber nicht finanzierbar, teilt das Ministerium mit. Das erreichte Niveau von 1:4,25 bleibt erhalten.

Auch beim Schüler-BAföG wird angepasst
Die Krippen sind nicht der einzige Bereich. Im Zuge der Beratungen über den Doppelhaushalt 2027/2028 prüft das Ministerium auch interne Einsparungen bei Personalstellen sowie das sogenannte Schüler-BAföG.
Minister Gordon Hoffmann: „Unser Ziel ist nicht, das Erreichte infrage zu stellen, sondern weitere Ausgabensteigerungen zu begrenzen.“ Man kürze nicht nach dem Rasenmäherprinzip. Besonders wichtig sei ihm, Kinder aus Familien mit geringem Einkommen weiterhin verlässlich zu unterstützen.
Was der Personalschlüssel in der Praxis bedeutet
Die Zahl beschreibt, für wie viele Kinder eine pädagogische Fachkraft rechnerisch zuständig ist. Je niedriger sie ausfällt, desto mehr Zeit bleibt für das einzelne Kind – und desto besser sind die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen.
Die Kosten dafür trägt das Land zusätzlich zu seinen sonstigen Anteilen an der Kita-Finanzierung. Von 2010 bis 2026 sind die Aufwendungen für die verbesserte Personalbemessung nach Ministeriumsangaben um mehr als 300 Millionen Euro jährlich gestiegen.
Im Ostvergleich steht Brandenburg gut da
Trotz des gestrichenen Schritts verweist das Ministerium auf die Ausgangslage: Im Vergleich der ostdeutschen Länder ohne Berlin habe Brandenburg eine überdurchschnittlich gute Personalausstattung und die beste Fachkräftequote. Neun von zehn Mitarbeitenden in Krippen und Kindergärten seien qualifizierte Fachkräfte.
Symbolbild: Kita in Cottbus. Foto: Stadt Cottbus
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