Im Logistikpark Log Plaza an der A12 bei Frankfurt (Oder) entstehen zwei weitere Betriebe. Für einen Ladepark für Elektro-Lkw liegt die Genehmigung vor, für ein McDonald’s-Restaurant ein Bauantrag. Das teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Lkw-Ladepark von einem Hersteller-Bündnis
Hinter dem Vorhaben steht Milence, ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler Truck, der Traton Group und der Volvo Group. Die drei Hersteller gründeten es im Juli 2022, um in Europa Ladeinfrastruktur für schwere Lastwagen aufzubauen. Nach eigenen Angaben betreibt Milence inzwischen 38 Ladeparks in neun europäischen Ländern, zehn davon in Deutschland.
Auf Anfrage unserer Redaktion hat das Unternehmen inzwischen Details genannt. In der ersten Ausbaustufe entstehen im Log Plaza vier CCS-Ladepunkte mit jeweils bis zu 400 Kilowatt Leistung, dazu fünf speziell für schwere Elektro-Lkw ausgelegte Ladebuchten.
„Der Standort ist von Beginn an auf Wachstum ausgelegt und kann schrittweise auf bis zu 20 Ladepunkte erweitert werden“, teilt Lavinia Baitoiu mit, Communications & Brand Lead bei Milence.

Erst CCS, später Megawatt-Laden
Mit den CCS-Ladepunkten dauert eine Vollladung je nach Batteriegröße und Ladezustand typischerweise ein bis zwei Stunden. Für eine spätere Ausbaustufe ist zusätzlich das Megawatt Charging System vorgesehen – mit Ladeleistungen von bis zu 1,4 Megawatt. Damit sollen geeignete Lastwagen in 30 bis 45 Minuten genug Energie für die Weiterfahrt aufnehmen können, also etwa in der Zeit einer vorgeschriebenen Lenkpause.
Inbetriebnahme bis Ende 2026 geplant
Die Bauarbeiten haben nach Unternehmensangaben bereits begonnen. Die Inbetriebnahme des Ladeparks ist bis Ende 2026 geplant.
Warum Frankfurt (Oder)?
Auf die Frage nach der Standortwahl nennt Milence zwei Gründe – und bestätigt damit, was die Lage nahelegt: „Der Ladepark entsteht im Log Plaza Frankfurt (Oder), nur rund 300 Meter von der A12 entfernt. Damit liegt er an einer wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Westeuropa, Deutschland, Polen und Osteuropa.“
Frankfurt (Oder) sei ein strategisch wichtiger Standort für den grenzüberschreitenden elektrischen Schwerlastverkehr. Dazu komme die Zusammenarbeit vor Ort: Das Unternehmen verweist ausdrücklich auf den Grundstückseigentümer Alcaro, die Stadt und weitere lokale Partner.
Ein Baustein von 90 geplanten Standorten
Aktuell betreibt Milence 38 Ladeparks in neun europäischen Ländern, davon zehn in Deutschland. Bis Ende 2026 sollen es europaweit 50 sein, davon 16 in Deutschland – Frankfurt (Oder) gehört zu diesem Ausbauschritt.
Bis 2028 soll das Netz auf 90 Ladeparks wachsen; rund die Hälfte davon soll dann megawattfähig sein. Entwickelt werden die Standorte gezielt entlang der wichtigsten europäischen TEN-T-Korridore – und einer davon führt über Frankfurt (Oder) nach Polen.
Warum Lkw eine eigene Ladeinfrastruktur brauchen
Für den Ausbau des Netzes erhielt das Unternehmen im Mai 2026 eine Finanzierung über 120 Millionen Euro. Die Standorte liegen überwiegend an Fernstraßen und in der Nähe großer Logistikzentren.
Bauantrag für ein Schnellrestaurant
Seit dem 13. August liegt der Stadt zudem ein Bauantrag für ein McDonald’s-Restaurant im Log Plaza vor. Über den Bearbeitungsstand und den geplanten Umfang machte die Verwaltung keine Angaben.
Für weitere geplante Ansiedlungen verwies die Stadt an den Standortbetreiber. Verkauft wurden die Grundstücke im Log Plaza an die OSMAB LPFO 1 GmbH, Erschließungskosten hat die Stadt nach eigenen Angaben nicht getragen.
McDonald’s bestätigt Interesse – mehr aber nicht
Auf Anfrage unserer Redaktion hat sich die Pressestelle von McDonald’s Deutschland geäußert. Das Unternehmen verfolge in Deutschland eine Expansionsstrategie und plane in den kommenden Jahren die Eröffnung von etwa 500 weiteren Restaurants.
In diesem Rahmen sei man „ebenfalls an einem weiteren Standort in Frankfurt (Oder) interessiert“ und würde sich freuen, wenn dies möglich wäre. Zum aktuellen Zeitpunkt könne man jedoch keine spruchreifen Informationen mitteilen.
Damit bleiben unsere Fragen nach Größe, McDrive, Zeitplan und Arbeitsplätzen unbeantwortet. Bestätigt ist bislang nur, was aus dem Rathaus kam: Seit dem 13. August liegt ein Bauantrag vor.
Der Standort wächst über die Logistik hinaus
Damit entwickelt sich das Areal an der Autobahnanschlussstelle weiter. Bislang war der Log Plaza vor allem als Hallenstandort bekannt: In Halle B betreibt Ceva Logistics rund 94.000 Quadratmeter für Amazon, in Halle A stehen nach Angaben des Entwicklers noch rund 41.000 Quadratmeter zur Verfügung ->> Mehr dazu bei NLaktuell
Ein Ladepark und ein Schnellrestaurant richten sich dagegen nicht an Mieter von Hallenflächen, sondern an den Verkehr auf der Autobahn. Die A12 ist eine der Hauptrouten zwischen Berlin und Polen. Die Logistikbranche dringt seit Jahren auf einen sechsspurigen Ausbau, dessen Planungsphase allein rund zehn Jahre dauern soll.
Titelbild: © Milence
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