Ein Startup mit Büro im Gründerzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg tritt Anfang September in Hamburg an. TrashCoin überträgt die Idee des deutschen Pfandsystems auf nigerianische Städte. Das teilte die beauftragte Agentur auf Anfrage unserer Redaktion mit.
TrashCoin verwandelt Abfall in Guthaben
Das Prinzip ähnelt dem, was hierzulande am Leergutautomaten passiert. Wer recycelbaren Abfall sammelt, bringt ihn zu einer geprüften Sammelstelle und bekommt dafür sofort eine Gutschrift auf ein digitales Konto. Sortiert wird mit Hilfe einer App, bedienbar ist das System nach Unternehmensangaben auch über einfache Mobiltelefone.
Der Unterschied liegt in der Verwendung. Das Guthaben lässt sich auszahlen, aber ebenso für Strom, eine Krankenversicherung, Schulgebühren oder Mobilfunkminuten einsetzen. In Regionen mit lückenhafter Müllabfuhr und begrenztem Zugang zu Bankkonten soll daraus ein doppelter Nutzen entstehen.
Was den Cottbuser Bezug ausmacht
Wie eng die Verbindung zur Lausitz wirklich ist, haben wir nachgefragt. Das Ergebnis fällt differenzierter aus, als die Überschrift einer Pressemitteilung vermuten lässt. Der rechtliche Sitz des Unternehmens liegt nicht in Cottbus, sondern verteilt sich auf Berlin, den US-Bundesstaat Delaware und die nigerianische Hafenstadt Port Harcourt.
Cottbus steht dennoch nicht nur auf dem Papier. Das Startup-Center der BTU stellte dem Team ein Büro zur Verfügung, das nach Angaben der Agentur bis heute genutzt wird. Die Formulierung vom Gründerteam aus Cottbus beziehe sich zudem auf den Arbeits- und Wohnort der Gründer, nicht auf den Unternehmenssitz.
Auch personell reicht die Verbindung in die Hochschule hinein. Nnodim Eliot Wogu schloss 2025 an der BTU sein Masterstudium im Fach Environmental and Resource Management ab. Ein weiteres Teammitglied, John Aholu, ist dort weiterhin als Student eingeschrieben.
45 Mitarbeitende, sechs davon in Deutschland
Insgesamt beschäftigt TrashCoin nach eigenen Angaben rund 45 Personen weltweit. Sechs davon arbeiten in Deutschland, der weitaus größere Teil also dort, wo das System zum Einsatz kommt. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Eco-Fintech und verbindet damit Abfallwirtschaft mit Finanzdienstleistungen.
Unterstützung kam auch früher schon aus der Lausitz. Die BTU förderte das Vorhaben über einen Startup-Bonus, mit dem das Team nach eigener Darstellung Notebooks anschaffte.
30.000 Euro beim AiDiA Pitch in Hamburg
Anlass des Auftritts ist der AiDiA Pitch, nach Angaben der Veranstalter der erste deutsche Startup-Wettbewerb, der Ideen Schwarzer Gründerinnen und Gründer in den Mittelpunkt stellt. Das Finale bildet den Abschluss eines zweitägigen Festivals am 4. und 5. September in Hamburg.
Zu gewinnen gibt es im Gründer-Pitch bis zu 30.000 Euro für die Unternehmensentwicklung, dazu Mentoring und vorbereitende Workshops. Eine zweite Kategorie richtet sich an Menschen mit einer Idee, aber noch ohne Firma, und ist mit bis zu 2.000 Euro dotiert.
Die Teilnehmenden mussten sich dafür im Frühjahr bewerben, die Bewerbungsphase lief bis Mitte April. Vor dem Finale standen im August zweitägige Workshops an, in denen die Teams ihre Auftritte vorbereiteten. Mindestens eine Person je Team musste dabei vor Ort sein.
Ob TrashCoin am Ende zu den Preisträgern gehört, entscheidet sich am zweiten Festivaltag. Für ein Gespräch stehen nach Angaben der Agentur auch die Teammitglieder Phebe Ilesanmi und John Aholu bereit.
Foto: BTU, Ralf Schuster
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation






