Aus fünf einzelnen Seen wird an einem Tag eine zusammenhängende Wasserwelt. Am Montag, dem 29. Juni 2026, gibt das Lausitzer Seenland seinen schiffbaren Seenverbund offiziell frei. Dann lassen sich Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See erstmals durchgehend mit dem Boot befahren, zusammen rund 5.300 Hektar Wasserfläche und damit eine der größten künstlichen Seenlandschaften Europas. Wie der Tag abläuft und was dahintersteckt, erklärt Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, im Kurztalk. ->> Hier anschauen.
Vormittags Festakt, Nachmittag gehört die Region ins Wasser
Der 29. Juni teilt sich in zwei Teile. Am Vormittag steht ein politisch geprägter Festakt mit geladenen Gästen auf dem Programm. Am Nachmittag wird es öffentlich. „Wir wollen möglichst viele Menschen ins Wasser bringen, Einheimische ebenso wie Gäste“, sagt Winkler. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, der Anlass sei ein echter Meilenstein für die Region.
Badekappen auf, dann gestaffelt hinein an fünf Stränden
Den Auftakt der Mitmachaktion macht um 15 Uhr die Ausgabe der Badekappen. Die Idee dahinter ist einfach und bildstark: Wer mitschwimmt, setzt eine Badekappe auf, sodass Drohnenaufnahmen von oben zeigen, wie sich die Strände nach und nach füllen. Ab dann geht es im Viertelstundentakt los, an allen fünf Seen nahezu gleichzeitig. Im besten Fall steht gegen 17.30 Uhr der Siegersee fest, also der See mit den meisten Schwimmerinnen und Schwimmern, und am Ende lässt sich zählen, wie viele Menschen insgesamt im Wasser waren. Bei gutem Wetter hofft der Tourismusverband auf mehrere Tausend Teilnehmende. Pro See ist ein gut erreichbarer Hauptstrand gesetzt, der zugleich genug Platz für Partner und Gastronomie bietet. Dazu zählen der Strand Großkoschen am Senftenberger See als größter Standort, Strände am Geierswalder See, der Partwitzer See, der neue Strand am Großräschener See sowie der erst kürzlich eingeweihte Seestrand Lieske am Sedlitzer See. Alle Standorte stellt der Veranstaltungsflyer im Detail vor. An jedem Strand gibt es Essen und Trinken, ein Nachwuchs-DJ sorgt für Musik, und für Familien stehen unter anderem eine Hüpfburg und weitere Mitmachangebote bereit.
Drei neue Kanäle machen den Verbund komplett
Möglich wird die durchgehende Route durch frisch fertiggestellte Wasserstraßen. Bisher führte der Weg über den Koschener Kanal vom Senftenberger zum Geierswalder See und über den Barbara-Kanal weiter zum Partwitzer See. Zur Freigabe kommen drei Verbindungen hinzu: der Sornoer Kanal zwischen Geierswalder und Sedlitzer See, der Rosendorfer Kanal zwischen Partwitzer und Sedlitzer See sowie der Ilse-Kanal zwischen Sedlitzer und Großräschener See. Der Sedlitzer See als jüngstes Glied der Kette ist bereits seit Ende April befahrbar.
Mit dem eigenen Boot über die Seen
Neben den Schwimmenden sollen am 29. Juni möglichst viele Boote und Wasserfahrzeuge ablegen, vom motorisierten Sportboot bis zum Stand-up-Paddle und zur Luftmatratze. Ein einzelnes Fahrgastschiff, das alle fünf Seen verbindet, gibt es noch nicht. Insgesamt biete das Seenland aber zwei Fahrgastschiffe: die „Wilde Ilse“ am Großräschener See, die nun über den Ilse-Kanal bis zum Sedlitzer See fahren kann, und das Traditionsschiff „Santa Barbara“ auf dem Senftenberger See (NL-Videobericht zum Schiff). Für die Zukunft setzen beide Zweckverbände, Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen, auf ein Fahrgastschiff für den gesamten Verbund. Winkler zeigt sich vorsichtig optimistisch. Brandenburg halte einen Zeitraum von rund drei Jahren für realistisch, und auch die sächsische Seite arbeite mit Nachdruck an dem Vorhaben.
Liegeplätze gefragt, Kapazitäten wachsen
Die Nachfrage von Freizeitkapitäninnen und Freizeitkapitänen ist hoch. Aktuell zählt die Region rund 950 Liegeplätze im Brandenburger und über 400 im sächsischen Bereich, zusammen also etwa 1.300. Der ermittelte Bedarf liegt bei rund 2.600. In den kommenden Jahren soll deshalb kräftig investiert werden, auch von privaten Partnern. Wer kurzfristig einen Platz sucht, hat weiterhin Chancen: Landliegeplätze sind noch verfügbar, unter anderem am Großräschener See.
Regionale Genüsse und ein Blick nach vorn
Begleitet wird die Freigabe von einer Reihe eigens entwickelter regionaler Produkte. Vorgestellt werden unter anderem eine Schokolade, ein passender Wein, ein Gin und ein spezieller Kaffee. Mehrere Gastronominnen und Gastronomen steuern eigene Kreationen bei, vom Eis bis zum Cocktail. „Man sollte in den nächsten Wochen mit offenen Augen durchs Seenland fahren“, sagt Winkler. Überall begegne einem das Thema des Verbunds. Für die Region verbindet sich mit dem Tag eine doppelte Hoffnung. Die überregionale Aufmerksamkeit wächst spürbar, und mit der steigenden Bekanntheit rücken weitere Investoren ins Blickfeld. Beides zusammen soll dem Lausitzer Seenland den nächsten Entwicklungsschub bringen.
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