Die BTU Cottbus-Senftenberg bündelt gemeinsam mit dem DLR-Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung im neuen Forschungsprogramm „[’skai]-lab“ ihre Kompetenzen für nachhaltige Luftfahrtantriebe. Ziel ist es, wie die Universität mitteilt, neue Technologien für emissionsärmere Flugzeuge zu entwickeln und gleichzeitig Nachwuchswissenschaftler auszubilden. Im Fokus stehen vor allem leichtere und effizientere Bauteile aus dem 3D-Druck für elektrische Antriebssysteme, die durch moderne Prüfverfahren und datenbasierte Optimierung sicherer und langlebiger werden sollen. Das Programm startet mit neun Promotionsprojekten und ist eng mit internationalen Partnern sowie Unternehmen wie Airbus und MTU vernetzt. Bis 2030 sollen erste Ergebnisse vorliegen und einen Beitrag zu einer klimafreundlicheren Luftfahrt leisten.
Kooperation für nachhaltige Luftfahrttechnologien
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) arbeitet künftig im Rahmen des neuen Forschungsprogramms [’skai]-lab eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zusammen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der BTU hervor.
Ziel dieser Kooperation ist es, Kompetenzen in der Qualitätskontrolle, Zustandsanalyse und Betriebssicherheit von additiv gefertigten Bauteilen zu bündeln. Dabei konzentrieren sich die Partner auf Komponenten für elektrifizierte Luftfahrtantriebe. Gleichzeitig soll die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gezielt ausgebildet werden.
Im Mittelpunkt stehen neue Technologien, die die Luftfahrt langfristig emissionsärmer machen sollen. Denn laut den beteiligten Institutionen sind insbesondere leichte und effiziente Antriebssysteme entscheidend, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Additive Fertigung als Schlüsseltechnologie
Eine zentrale Rolle innerhalb des Forschungsprogramms spielt die additive Fertigung, also der 3D-Druck. Diese Technologie ermöglicht es, komplexe und gleichzeitig besonders leichte Bauteile herzustellen. Gerade für elektrische Antriebssysteme in der Luftfahrt sind solche Eigenschaften entscheidend.
Nach Angaben der BTU verbindet das [’skai]-lab gezielt verschiedene Fachbereiche miteinander. So fließen Kenntnisse aus der additiven Fertigung und der zerstörungsfreien Prüfung ebenso ein wie Anforderungen aus der Luftfahrttechnik. Dadurch sollen leistungsfähige und langlebige Komponenten entstehen.
Zu den untersuchten Bauteilen gehören unter anderem E-Motoren, Getriebe und Wärmetauscher. Ergänzend setzen die Forschenden auf datengetriebene Methoden, um Produktionsprozesse weiter zu optimieren und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Laut BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne sollen durch die Zusammenarbeit neue Maßstäbe im Bereich des 3D-Drucks für die Luftfahrt gesetzt werden. Ziel sei es, Materialien und Prozesse zu entwickeln, die sowohl hohe Sicherheitsstandards erfüllen als auch nachhaltiger sind.
Promotionsprogramm im Fokus der Forschung
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist ein umfassendes Qualifizierungsprogramm für Promovierende. Dieses soll laut Pressemitteilung ein tiefgehendes Verständnis entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermitteln – von der Fertigung bis hin zu regulatorischen Anforderungen.
Zusätzlich sind verschiedene Weiterbildungsangebote geplant. Dazu zählen unter anderem Soft-Skill-Kurse, Summer Schools sowie internationale Forschungsaufenthalte. Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die künftig sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie eine wichtige Rolle übernehmen können.
BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande betont laut Mitteilung, dass das Programm eine besondere Chance bietet, interdisziplinäre Kompetenzen aufzubauen und aktiv an nachhaltigen Lösungen für die Luftfahrt mitzuwirken.
Internationale Vernetzung und industrielle Partner
Das [’skai]-lab ist nach Angaben der BTU eng in internationale Forschungsnetzwerke eingebunden. Dadurch profitieren die Beteiligten von einem intensiven Austausch sowie moderner Infrastruktur.
Zusätzlich arbeiten die Einrichtungen mit Unternehmen wie Airbus und MTU zusammen. Diese Kooperationen sollen den Transfer in die industrielle Praxis unterstützen. Gleichzeitig begleiten Fachgesellschaften und ein externes Advisory Board das Programm.
Auch das DLR sieht in der Zusammenarbeit großes Potenzial. Laut Prof. Dr. Lars Enghardt soll das Projekt dazu beitragen, elektrische Antriebstechnologien schneller in die Anwendung zu bringen und so die CO₂-Emissionen in der Luftfahrt zu senken.
Neun Forschungsprojekte bis 2030 geplant
Zum Start umfasst das Programm insgesamt neun Promotionsprojekte, die auf die beteiligten Institutionen verteilt sind. Diese decken die gesamte Prozesskette ab – von der Entwicklung neuer Bauteile bis hin zur datenbasierten Optimierung.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf nachhaltigen Lösungen, ressourcenschonender Produktion und innovativen Methoden wie sogenannten Physics-Informed Neural Networks (PINN) sowie Structural Health Monitoring (SHM).
Bis zum Jahr 2030 sollen die ersten Promotionen abgeschlossen sein. Laut BTU soll das Programm damit eine Grundlage für neue wissenschaftliche Erkenntnisse schaffen und gleichzeitig den Wissenstransfer in die Praxis stärken.
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