Die Deutsche Bahn will die Strecke Hamburg–Berlin nach der Korridorsanierung in zwei Stufen wieder in Betrieb nehmen. Erste Züge sollen ab dem 15. Mai auf einem Teilabschnitt fahren. Die vollständige Wiederinbetriebnahme ist nach Angaben der Deutschen Bahn erst zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni diesen Jahres geplant. Der Brandenburger Infrastrukturminister Detlef Tabbert äußerte sich kritisch zum neuen Zeitplan. In einem Pressestatement bezeichnete er die Verschiebung der vollständigen Wiedereröffnung als große Enttäuschung für viele Pendlerinnen und Pendler in Brandenburg. Besonders kritisch wird demzufolge der Zustand des Ersatzverkehrs bewertet. Berichte über wenig komfortable Busse, Ausfälle und unzureichende Fahrgastinformationen würden zeigen, dass die Qualität nicht den Erwartungen der Fahrgäste entspreche. Gleichzeitig entstünden den Ländern zusätzliche Kosten für den Schienenersatzverkehr, obwohl sie weder über Bauumfang noch über Sperrzeiten entscheiden.
Zugverkehr zwischen Hamburg und Hagenow Land startet Mitte Mai
Nach Angaben der Deutschen Bahn wird der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg–Berlin nach der Korridorsanierung schrittweise wieder aufgenommen. Mit Betriebsbeginn am 15. Mai sollen Züge zunächst auf dem nördlichen Abschnitt zwischen Hamburg und Hagenow Land verkehren. Damit könnten auch Verbindungen von Hamburg in Richtung Schwerin sowie nach Mecklenburg-Vorpommern wieder im gewohnten Fahrplan angeboten werden.
Die vollständige Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke zwischen Hamburg und Berlin ist laut Bahn zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni vorgesehen. Fahrgäste und Güterverkehrskunden sollen dann von einer erneuerten Infrastruktur profitieren. Im Zuge der Bauarbeiten wurden nach Angaben der Bahn unter anderem 165 Kilometer Gleise und fast 250 Weichen erneuert. Zudem entstanden sechs neue Überleitstellen, sechs neue Stellwerke und 19 modernisierte Stellwerke. Auch 28 Stationen entlang der Strecke wurden teilweise grundlegend modernisiert.
Nach Angaben der Deutschen Bahn hatten ein wochenlang anhaltender Frost sowie eine nahezu durchgängige Schneedecke seit Anfang Januar den Baufortschritt verzögert. In den kommenden Wochen sollen unter anderem Arbeiten an Leit- und Sicherungstechnik, Oberleitungen sowie ein Softwareupdate im Stellwerk Schwerin abgeschlossen werden.
Regional- und Fernverkehr mit Übergangslösungen
Ab dem 15. Mai sollen Regionalzüge wieder durchgehend zwischen Hamburg und Schwerin sowie weiter nach Rostock und Stralsund verkehren. Ein Großteil des bisherigen Busersatzverkehrs entfällt damit. Für andere Nahverkehrsverbindungen bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen jedoch bis zum 13. Juni bestehen.
Auch einige angepasste Linienführungen bleiben bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme erhalten, etwa um weiterhin direkte Fahrten zwischen Schwerin und Berlin anbieten zu können. Gleichzeitig kommt es aufgrund von Umleitungsstrecken für den Güterverkehr zu Einschränkungen auf einzelnen Linien. Betroffen sind nach Angaben der Bahn unter anderem die Linie RE4 zwischen Bützow und Lalendorf sowie die Linie RE50 zwischen Rostock und Langhagen. Die Linie RE5 fährt vorübergehend über Plaaz statt über Güstrow.
Im Fernverkehr bleibt das derzeitige Angebot bis einschließlich 13. Juni bestehen. Zwischen Hamburg und Berlin verkehren weiterhin stündliche ICE-Verbindungen über die Umleitungsstrecke Uelzen und Stendal. Zusätzlich fahren täglich zwei bis drei Flixtrains auf dieser Strecke. Die Fernzüge halten dabei auch in Salzwedel und Stendal sowie wechselnd in Lüneburg oder Uelzen.
Die Fernzüge zwischen Hamburg und der Ostsee sollen wieder über den Regelweg über Schwerin fahren. Für den Güterverkehr bleiben Umleitungen über verschiedene Strecken bestehen, unter anderem über Hamburg–Verden–Hannover sowie über Hamburg–Uelzen–Stendal.
Brandenburg kritisiert spätere vollständige Wiedereröffnung
Der Brandenburger Infrastrukturminister Detlef Tabbert äußerte sich kritisch zum neuen Zeitplan. Er bezeichnete die Verschiebung der vollständigen Wiedereröffnung auf den 14. Juni als große Enttäuschung für viele Pendlerinnen und Pendler in Brandenburg.
Nach seinen Angaben müssten Fahrgäste weiterhin mit längeren Reisezeiten, Umwegen und Ersatzverkehr rechnen. Besonders kritisch bewertet der Minister den Zustand des Ersatzverkehrs. Berichte über wenig komfortable Busse, Ausfälle und unzureichende Fahrgastinformationen würden zeigen, dass die Qualität nicht den Erwartungen der Fahrgäste entspreche.
Zugleich verwies Tabbert auf zusätzliche Kosten für die Länder durch den Schienenersatzverkehr. Die Länder würden einen erheblichen Teil der Kosten tragen, obwohl sie weder über Bauumfang noch über Sperrzeiten entscheiden. Brandenburg stehe grundsätzlich hinter der Generalsanierung der Strecke, weil sie langfristig eine leistungsfähige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin ermöglichen soll. Entscheidend sei nun, dass der neue Zeitplan eingehalten werde.
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