Projekt „selbstbestimmt“ startet im Landkreis Dahme-Spreewald
Der Landkreis Dahme-Spreewald arbeitet in den kommenden Jahren an einem kommunalen Gesamtkonzept für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Wie der Landkreis in einer Pressemitteilung mitteilte, erfolgt die Entwicklung im Rahmen des Präventionsprojektes „selbstbestimmt“ der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen (BLS) e.V. Die entsprechende Fördervereinbarung unterzeichneten Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der BLS e.V., und Stefan Wichary, Beigeordneter sowie Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit, Integration, Kultur und Sport im Landkreis Dahme-Spreewald. Anlass war die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien.
Mit dem Projekt soll zunächst das Teilvorhaben „Kommunale Gesamtkonzepte“ im Landkreis Dahme-Spreewald umgesetzt werden. Der Landkreis fungiert dabei als erste Pilotkommune in Brandenburg. Ziel ist es, bestehende Hilfsangebote stärker zu vernetzen und langfristig verbindliche Strukturen für betroffene Kinder und ihre Familien aufzubauen.
Unterstützungsangebote für betroffene Kinder verbessern
Nach Angaben der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen verfolgt das Projekt das Ziel, die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien zu verbessern. Dafür sollen verschiedene Hilfesysteme enger zusammenarbeiten. Der Landkreis Dahme-Spreewald erhält für das Vorhaben bis Ende 2028 eine vollständige Förderung für eine halbe Koordinationsstelle. Diese Stelle soll die Entwicklung des kommunalen Gesamtkonzeptes koordinieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure organisieren.
Beigeordneter Stefan Wichary erklärte laut Landkreis, dass sich die Verwaltung bereits seit Jahren mit der Situation dieser Zielgruppe beschäftige. Gesundheitsamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie die Suchtberatung des Landkreises engagierten sich bereits mit verschiedenen Angeboten. In sogenannten Werkstattgesprächen im Rahmen des Projektes „selbstbestimmt“ hätten Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam Ziele formuliert, um die Unterstützung für betroffene Kinder und Familien weiter zu verbessern. Mit dem neuen Konzept soll nun der nächste Schritt folgen. Laut Wichary soll insbesondere die Präventionsarbeit stärker ausgebaut werden. Ziel sei es, frühzeitig Unterstützung anzubieten und langfristig stabile Strukturen im Hilfesystem zu schaffen.
Viele Kinder im Landkreis betroffen
Der Handlungsbedarf ist nach Einschätzung von Fachstellen groß. Nach Angaben des Landkreises wächst in Brandenburg schätzungsweise jedes fünfte bis sechste Kind in einem Haushalt auf, der von Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen geprägt ist. Für den Landkreis Dahme-Spreewald bedeutet das laut Verwaltung, dass rund 3.900 bis 4.700 Kinder unter 14 Jahren in entsprechenden familiären Situationen leben. Fachleute sehen diese Kinder als besonders gefährdete Gruppe, da sie ein erhöhtes Risiko für eigene psychische Erkrankungen im späteren Leben haben können.
Aus diesem Grund sollen Präventions- und Unterstützungsangebote weiter ausgebaut und besser miteinander verknüpft werden. Das geplante kommunale Gesamtkonzept soll dabei helfen, vorhandene Strukturen zu bündeln, Lücken zu erkennen und neue Hilfsangebote zu entwickeln. Die Ergebnisse des Projektes sollen laut Landkreis in den kommenden Jahren schrittweise erarbeitet werden. Ziel ist es, langfristig ein abgestimmtes Unterstützungsnetz für betroffene Kinder und ihre Familien im Landkreis Dahme-Spreewald aufzubauen.
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Red. / Presseinformation
Bild: BLS e.V.







