Rock Tech Lithium und Siemens Canada wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, in Red Rock in der kanadischen Provinz Ontario eine moderne Lithium-Konverteranlage aufzubauen. Grundlage dafür ist die bereits genehmigte und baureif geplante Anlage im brandenburgischen Guben. Die Partnerschaft wurde im Rahmen eines Fachforums für kritische Rohstoffe in Kanada bekannt gegeben. Beide Unternehmen sehen das Projekt als Beitrag zur Stärkung internationaler Lieferketten innerhalb der G7-Staaten.
Memorandum of Understanding unterzeichnet
Wie Rock Tech mitteilte, haben das Unternehmen und Siemens Canada ein unverbindliches Memorandum of Understanding unterzeichnet. Damit soll eine mehrstufige strategische Partnerschaft vorbereitet werden. Im Mittelpunkt steht der geplante Lithium-Konverter in Red Rock, Ontario. Die Unterzeichnung fand im Rahmen des Canadian Critical Minerals Forums statt, das von Natural Resources Canada während der PDAC-Konferenz organisiert wurde. Nach Angaben des Unternehmens soll bei Planung, Bau und Betrieb des Konverters vor allem die Digital-Twin-Technologie von Siemens eingesetzt werden.
Guben dient als technische Blaupause
Das kanadische Projekt basiert auf der bereits vollständig genehmigten und durchgeplanten Lithium-Konverteranlage von Rock Tech Lithium in Guben. Durch die Übertragung dieser Planung nach Kanada sollen Entwicklungszeiten verkürzt und technische Risiken reduziert werden. Auch die Kapitaleffizienz könne dadurch gesteigert werden, so das Unternehmen. Geplant ist in Red Rock eine Produktionskapazität von bis zu 32.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent pro Jahr. Diese Menge würde laut Rock Tech ausreichen, um jährlich bis zu 900.000 Elektrofahrzeuge mit batterietauglichem Lithium zu versorgen.
Aussagen aus Politik und Wirtschaft
Mirco Wojnarowicz, CEO von Rock Tech Lithium, erklärte, Red Rock werde Ontarios erste Lithium-Konverteranlage und sei ein Schlüsselprojekt für den Aufbau einer eigenen kanadischen Verarbeitungskapazität für kritische Rohstoffe. Zusammen mit dem Georgia-Lake-Minenprojekt solle eine vollständig vertikal integrierte Lieferkette in Ontario entstehen. Auch aus Deutschland kommt Unterstützung. Der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Rouenhoff betonte, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begrüße die Vertiefung der Geschäftsbeziehungen zwischen Rock Tech Lithium und Siemens Canada. In Zeiten strategisch wichtiger Lieferketten sende die Partnerschaft ein starkes Signal für die deutsch-kanadische Zusammenarbeit.
Faisal Kazi, CEO von Siemens Canada, erklärte, durch den Einsatz der Digital-Twin-Technologie solle die Lithiumkonvertierung in Ontario effizienter und nachhaltiger gestaltet werden. Ziel sei es, widerstandsfähige Batterie-Lieferketten innerhalb der G7 aufzubauen.
Digitale Planung über den gesamten Projektzyklus
Nach Angaben der Unternehmen soll die Digital-Twin-Technologie über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg eingesetzt werden. Dazu zählen Machbarkeitsstudien, Engineering, Bau und späterer Betrieb. Durch virtuelle, datengestützte Modelle von Prozessen, Energie- und Materialflüssen könnten Effizienz, Emissionen und Betriebsabläufe bereits vor größeren Investitionen optimiert werden. Zudem wollen beide Partner prüfen, welche öffentlichen Fördermöglichkeiten es in Kanada und im Rahmen deutsch-kanadischer Programme gibt. Geplant sind entsprechende Anträge unter anderem bei Natural Resources Canada und der Regierung von Ontario.
Beitrag zur G7-Strategie für kritische Rohstoffe
Das Projekt in Red Rock soll nach Angaben der Beteiligten eine Lücke in der nordamerikanischen Batterie-Wertschöpfungskette schließen. Es wird als Teil der G7-Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe gesehen. Ziel sei es, Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der G7-Staaten zu stärken.
Kanadas Energieminister Tim Hodgson erklärte, die Partnerschaften im Rahmen der Critical Minerals Production Alliance zeigten, dass Kanada und seine G7-Verbündeten konkrete Schritte für sichere und nachhaltige Lieferketten unternehmen. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Rock Tech Lithium und Siemens solle dazu beitragen, die benötigten Rohstoffe bereitzustellen und gleichzeitig wirtschaftliche Sicherheit zu gewährleisten.
Die Partnerschaft ist zunächst auf mehrere Phasen angelegt. Zunächst steht der Einsatz der Digital-Twin-Technologie im Mittelpunkt. In weiteren Schritten könnten zusätzliche Siemens-Lösungen und Engineering-Leistungen folgen. Eine Ausweitung auf weitere Projekte in G7-Mitgliedsstaaten wird laut Mitteilung ebenfalls geprüft.
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