Die Tourist Information Lübben ist ab sofort geschlossen. Hintergrund ist das laufende Insolvenzeröffnungsverfahren der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH. Trotz der Schließung soll das touristische Grundangebot in der Stadt weiterhin bestehen bleiben.
Tourist Information Lübben ab sofort geschlossen
Wie die Stadt Lübben mitteilt, ist die Tourist Information Lübben mit sofortiger Wirkung geschlossen. Ursache ist das derzeit laufende Insolvenzeröffnungsverfahren der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH (TKS). Die Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Lübben und befindet sich aktuell in der Abwicklung.
Die Stadt weist darauf hin, dass trotz der Schließung das touristische Grundangebot weiterhin gesichert bleibt. Parallel dazu wird an tragfähigen Lösungen gearbeitet, um die touristischen Aufgaben auch künftig aufrechtzuerhalten.
Touristisches Grundangebot bleibt weiterhin gesichert
Nach Angaben der Stadt Lübben können Übernachtungsbuchungen weiterhin über den Tourismusverband Spreewald vorgenommen werden. Für Gäste, die sich vor Ort informieren möchten, stehen die Mitarbeitenden im Museum Schloss Lübben während der regulären Öffnungszeiten zur Verfügung.
Organisatorische Anfragen können per E-Mail an [email protected] gerichtet werden. Der Ticketverkauf erfolgt weiterhin über die offiziellen CTS-Vorverkaufsstellen. Dazu zählt unter anderem das Reisebüro Spreewald Reisen am Markt 4 in Lübben.
Im Zusammenhang mit der Schließung der Tourist Information bleibt auch das WC am touristischen Zentrum geschlossen. Alternativ stehen andere öffentliche Sanitäranlagen zur Verfügung. Das WC am Schloss ist von Montag bis Samstag jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist das WC an der SpreeLagune täglich von 06:00 bis 15:00 Uhr nutzbar.
Hintergrund: Insolvenzeröffnungsverfahren der TKS
Als Hintergrund für das Insolvenzverfahren nennt die Stadt Lübben die angespannte Haushaltslage. Diese weist derzeit ein Defizit von rund 4,5 Millionen Euro auf. Nach dem schriftlichen Bekanntwerden der Haushaltssperre für Zuschüsse an die TKS stellte die Gesellschaft am 22. Dezember 2025 einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Die Stadt Lübben erklärt, dass sie bestrebt ist, das touristische Angebot auch künftig aufrechtzuerhalten. In diesem Zusammenhang wird an einer Neuorganisation der Aufgaben gearbeitet. Ebenso soll eine tragfähige Lösung für die Tourist Information erarbeitet werden.
ver.di kritisiert Umgang der Stadt mit TKS-Insolvenz
Nach der Insolvenz der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH (TKS) erhebt die Gewerkschaft ver.di deutliche Kritik am Vorgehen der Stadt Lübben. Aus Sicht der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretung dürfen die Mitarbeitenden nicht die Leidtragenden kommunaler Entscheidungen sein.
Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilt, wirft die Insolvenz der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH (TKS) erhebliche Fragen zum Umgang der Stadt Lübben mit ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft und deren Beschäftigten auf. Entgegen der öffentlichen Darstellung sei der Insolvenzantrag demnach nicht allein auf die allgemeine Haushaltslage oder eine Haushaltssperre zurückzuführen.
Nach Angaben von ver.di sei vielmehr die Entscheidung der Stadt ausschlaggebend gewesen, die Zuschusszahlungen an die TKS einzustellen. Damit sei der Gesellschaft die wirtschaftliche Grundlage entzogen worden. Erst nach Zugang dieser Information sei der Insolvenzantrag gestellt worden.
Abwicklung zentraler Aufgaben und Kritik an Kommunikation
Mit Sorge betrachten die Beschäftigten laut ver.di zudem die öffentliche Kommunikation der Stadt. Die Schließung der Tourist Information werde als vorübergehend bezeichnet, gleichzeitig entstehe der Eindruck, andere städtische Einrichtungen könnten deren Aufgaben übernehmen. Tatsächlich seien jedoch die qualifizierte und zertifizierte Tourist Information, das Tourismus- und Veranstaltungsmanagement sowie die Marketing- und Produktabteilung abgewickelt worden.
Ein gleichwertiger Ersatz bestehe nach Angaben der Gewerkschaft nicht. Diese Darstellung werde der fachlichen Arbeit der Beschäftigten nicht gerecht. Ver.di weist darauf hin, dass die betroffenen Bereiche vollständig eingestellt worden seien.
Soziale Folgen für Beschäftigte stehen im Fokus
Als Gewerkschaft legt ver.di den Fokus insbesondere auf die soziale Verantwortung der Kommune. Viele Beschäftigte stünden nach wenigen Wochen Insolvenzgeld vor der Arbeitslosigkeit, teilweise nach jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit. Verlässliche Informationen zu Fristen, Perspektiven oder sozialen Absicherungen fehlten bislang weitgehend.
Notwendige Abstimmungen, etwa mit der Zusatzversorgungskasse oder der Insolvenzgeldstelle, müssten von den Betroffenen eigenständig organisiert werden. Zusätzliche Verunsicherung sei zudem durch widersprüchliche Aussagen zum Ablauf der Insolvenzanmeldung entstanden. Zeitverzögerungen und unklare Zuständigkeiten hätten die Situation für die Beschäftigten weiter verschärft.
Kritisch sehen die Mitarbeitenden laut ver.di auch den Umgang mit verbliebenem Vermögen, da diesem bislang keine sozialen Ausgleichsmaßnahmen gegenüberstünden. Die aktuelle Situation belaste die Beschäftigten erheblich – psychisch wie auch existenziell. Neben dem Verlust des Arbeitsplatzes stehe für viele die Frage im Raum, wie die kommenden Monate finanziell überbrückt werden sollen, da unklar sei, ob und wann Insolvenzgeld gezahlt werde.
ver.di appelliert an die Stadt Lübben, ihrer Verantwortung als öffentliche Arbeitgeberin und Eigentümerin gerecht zu werden. Dazu gehörten eine transparente und ehrliche Kommunikation, die ernsthafte Einbindung der Beschäftigten und ihrer Vertretungen sowie sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
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