Landkreis
Welzow Dienstag, 10 Juli 2012 von Helmut Fleischhauer

Bündnis „Allianz für Welzow“: Probleme der Tagebauregion müssen in das Regionale Entwicklungskonzept einbezogen werden

Das Bündnis „Allianz für Welzow“ versandte heute an alle Kreistagsabgeordneten von Spree-Neiße einen kritischen Fragenkatalog mit der Bitte, die Anregungen und Fragestellungen bei der Erstellung des „Regionalen Entwicklungskonzeptes Cottbus – Guben – Forst“ (REK) zu berücksichtigen. In dem Konzept sollen künftig die Stärken und Schwächen der Region analysiert werden. Gemeinsam mit Planern, Politikern und Verbänden aus dem Spree-Neiße-Kreis soll eine Strategie für die Bereiche Wirtschaft, Infrastruktur, Kultur und Tourismus entwickelt werden. Das fertige Konzept solle nach Informationen aus dem Infrastrukturministerium Ende des Jahres öffentlich vorgestellt werden.
„Die Kreistagsabgeordneten müssen sich auch mit den kritischen Fragen und Problemen der Menschen in der Tagebauregion rund um Welzow befassen“ sagte das Mitglied der Allianz für Welzow Günter Jurischka. In dem 15 Fragen umfassenden Katalog spricht die Allianz kritische Punkte an, wie beispielsweise, dass die Region nur für den Export von Strom verheizt werden solle, oder dass im Zeitalter der erneuerbaren Energien das „Bio-Energiedorf“ Proschim der Kohle weichen soll. Auch möchten die Welzower wissen, warum immer noch keine Förderabgabe für die Braunkohle von Vattenfall gezahlt wird.
„Ein Regionales Entwicklungskonzept kann nur tragfähig und zukunftsorientiert sein, wenn man die Probleme des von Vattenfall geplanten neuen Tagebaus mit einbezieht.“ Sagt das Mitglied der Allianz für Welzow, Günter Jurischka. Die Vertreibung von über 800 Menschen aus ihrem derzeitigem Umfeld und die Zerstörung wertvoller Landschaften dürfte kein Bestandteil einer Strategie für das 21. Jahrhundert sein, so Jurischka.
Bereits Ende Mai 2012 konfrontierte die Allianz auch den Landtag mit dem Fragenkatalog. Die Resonanz ist durchwachsen ausgefallen, resümiert Jurischka. Die Oppositionsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und FDP, wie auch einzelne Abgeordnete der Linken und der CDU hätten sich mit unserem Anliegen befasst. Von Seiten der regierenden SPD herrschte hingegen „ein eisiges Schweigen im Walde“ zur Zukunft von Welzow.
Über die Allianz
Die Allianz für Welzow gründete sich Anfang 2012 und ist keine geschlossene Organisation. In ihr sind die Anhänger der zwei ehemaligen unabhängigen Bürgermeisterkandidaten genau so vertreten wie die Mitglieder des Bürgerforums „Stadtumbau Welzow“ e.V., in dessen Auftrag der Bürgermeisterkandidat Lutz Frauenstein angetreten war, auch die örtliche Gruppe der CDU sowie die Arbeitsgruppe Dorf-Kohle-Umwelt Proschim Weiter sind in ihr vertreten private und andere Wirtschaftsunternehmen. In der Allianz für Welzow arbeiten Menschen zusammen, die die unterschiedlichsten Meinungen zu politischen Strömungen, zu technischen Entwicklungen und zu konfessionellen Fragen haben. Sie haben aber ein Ziel, sie wollen, dass Welzow eine lebenswerte Stadt wird und vor allem auch in Zukunft trotz des Bergbaus bleibt.
Quelle: Allianz für Welzow

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