Forst (Lausitz) Sonntag, 26 April 2020 von Redaktion

Verseuchtes Grundwasser um Forst breitet sich aus. Neue Messstellen erforderlich

Verseuchtes Grundwasser um Forst breitet sich aus. Neue Messstellen erforderlich

Mit Beginn der Stilllegung der ehemaligen Textilreinigung in Forst Mitte der 90er Jahre haben sich im Grundwasser leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) Richtung Norden ausgebreitet. Regelmäßig werden seitdem Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Als erste Schutz- und Beschränkungsmaßnahme erfolgte bereits 2002 die Allgemeinverfügung zum Verbot der Nutzung von Grundwasser im nördlichen Bereich der Stadt Forst (veröffentlicht im Amtsblatt des Landkreises Spree-Neiße 07/2002 vom 27.07.2002). Nun mehr möchte der Fachbereich Umwelt des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa über nachfolgende Arbeiten nördlich von Forst (Lausitz) sowie südlich von Sacro informieren.

Schadstoffe breiten sich aus

Im Ergebnis der letzten Grundwasseruntersuchungen von 2019, welche entlang der Neiße nach Norden gerichtet waren, musste festgestellt werden, dass eine Grundwasserkontamination durch LCKW bis an die Neiße auf Höhe der Kläranlage Forst festzustellen ist.
 
Die Schadstofffahne breitet sich über eine Distanz von ca. 3 Kilometern in eine nördliche Richtung aus. Als vorrangige Kontaminanten des oberen Grundwasserleiters können Tetra-, Tri- und cis-1,2-Dichlorethen klassifiziert werden.
 
Nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen ist ersichtlich, dass sich die LCKW-Fahne in zwei Teilfahnen auffächert. Die östliche Teilfahne verläuft in Richtung Klärwerk Forst. Der westliche Teil der Fahne strömt in Richtung Nord in die Naundorfer Niederung.

Neue Messestellen notwendig 

Um den weiteren Verlauf der Schadstofffahne zu erkunden, werden durch den Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa in diesem Jahr weiterführende Grundwasseruntersuchungen veranlasst. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über den südlichen Teil der Naundorfer Niederung bis zur Ortslage Sacro.
Zur Beprobung des Grundwassers werden innerhalb des Untersuchungskorridors zwei Grundwassermessgruppen errichtet. Die entsprechenden Bohrarbeiten finden im Zeitraum von Juli bis September statt.

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