Raddusch Sonntag, 18 August 2013 von Peter Becker

Slawische Nächte - mit Entwicklungspotenzial

Slawische Nächte - mit Entwicklungspotenzial

7. Sommerfestspiele in der Slawenburg Raddusch
Bekannte Melodien zauberten gute Laune in das Rondell der Slawenburg Raddusch und machten den lauen Sommerabend zu einem Klangerlebnis. Das Programm umspannte den Bogen von ernster Musik bis hin zum Charleston. Die Sopranistin Elmira Yakina und ihr Tenor-Kollege Andre Khamasmie hatten an diesem Abend Schwerstarbeit zu leisten. Sie übernahmen die meisten der Gesangsparts. Orchesterleiter Dieter Kempe ist seit Jahrzehnten im Ensemble des Sorbischen Nationaltheaters Bautzen. „Wir sind stolz, auch den Chor aus Bautzener Hobbysängern zur Unterstützung dabei zu haben“, so der Dirigent. Klaviersolistin Liana Bertok: „Mit meinem Piano im Orchester wandelt es sich in einem Salonorchester – eine wichtige Voraussetzung für einen beschwingten Abend.“

Mitten im Programm versteckte sich eine Uraufführung: Jan Paul Nagels erster Akt aus der Oper Wodzan (Wassermann). Genau zu den ersten Takten schickte der Himmel ein paar Wassertropfen – ein Zufall, den nur das Leben schreiben kann. Ansonsten blieb der gewitterschwüle, aber mückenschwangere Abend trocken. Publikum war, wie auch schon an den anderen Abenden zwar vorhanden, aber nicht sonderlich zahlreich. Die, die da waren, konnten nicht so recht verstehen, wie man sich solch einen Kunstgenuss entgehen lassen kann. Die Vetschauerin Katrin Matys: „Wunderschön! Die Highlights der Musikwelt in zwei Stunden, vieles in Deutsch gesungen, mit herausragenden Solisten und einem großartigen Orchester – die beste Sommernacht seit Jahren!“ Die im Programm ausgewiesenen „Slawischen Nächte mit Melodien slawischer Komponisten“ waren in Wirklichkeit viel viel mehr: Melodien von Smetana und Dvorak wurden eingerahmt von Straus und Stolz. Die „Christel von der Post“, Melodien aus der Csardasfürstin und russische Folklore rundeten das Programm, Alexander Paperny begeisterte hinreißend mit Kalinka auf seiner Balalaika.

Großer Schlussapplaus, der leider etwas unterging. Die Dramaturgie hat an dieser Stelle, der einzigen wohlbemerkt, leider versagt. Das Feuerwerk, gezündet vom Meuroer Bernd Rucho donnerte laut- und lichtstark los. Das Publikum wollte noch den Künstlern danken, wusste aber nicht richtig wie. Vom Feuerwerk bekamen die Gäste auch nicht viel mit, denn die große Bühne verhinderte die Sicht. Ein würdigender Abschluss der Künstler und dann die Betrachtung des Feuerwerks von außen, in einiger Entfernung zur Burg – das wär‘s gewesen.

Bildergalerie

Das könnte Sie auch interessieren

Neuste Angebote