*

Bedeckt

2 °C
Nord-Nordwest 1.1 km/h

Calau Dienstag, 25 September 2018 von Redaktion

Interview: Wie steht es um die Calauer Stadtbibliothek?

Interview: Wie steht es um die Calauer Stadtbibliothek?

Gibt es denn die Stadtbibliothek Calau eigentlich noch? Mit dieser Frage sahen sich Leiterin Steffi Clemens und ihr engagiertes Team in den vergangenen Wochen immer mal wieder konfrontiert. Denn seit Anfang Juli laufen in der Straße der Jugend 24 die Bauarbeiten für eine neue Calauer Kita. Später wird natürlich auch die Bibliothek wieder dort  einziehen. Im Gespräch verriet die Chefin der Einrichtung, warum dennoch eine ganze Menge zu tun ist und man auf Lesevergnügen nicht verzichten muss.

Frau Clemens, das Wichtigste zuerst: Ab wann können denn Ihre Nutzer endlich wieder Bücher ausleihen?

Ab 3. Januar 2019 sind wir wieder zu den gewohnten Zeiten da. Dann können auch wieder klassische Bücher ausgeliehen werden. Während der Schließung bieten wir nur die Onleihe an.

Da geben Sie schon ein gutes Stichwort: Wie funktioniert die Onleihe?

Als Mitglied im Onleihe-Verbund Niederlausitz haben die Nutzer dieses Angebotes die Möglichkeit, aus über 8.000 unterschiedlichen Medien ihre Favoriten auszuwählen und direkt auf ein elektronisches Gerät zum Anzeigen zu laden, etwa ein eBook-Reader oder ein Tablet. Auf unserer Internetseite www.calau.de/bibliothek kann man sich hierfür schnell und einfach registrieren.

Wie wird dieses Angebot genutzt?

Im letzten Jahr hatten wir 70 registrierte Nutzer und 1.662 Entleihungen. In diesem Jahr haben wir diese Zahl schon übertroffen. Sicher auch aus dem Grund, dass wir wegen der Bauarbeiten derzeit nur die Onleihe anbieten können. Sie hat sich wirklich als gute Alternative entwickelt und vor allem Romane sind stark gefragt.

Was kostet den Nutzer dieser Service?

Es gibt keine Extrakosten, im Rahmen der jährlichen Gebühr ist die Onleihe bereits inbegriffen.

Sie sprachen es an, im Januar sind Sie endlich wieder in den neuen Räumen zu finden. Worauf kann sich der Nutzer dann freuen?

Vor allem sind dann natürlich wieder unsere klassischen Medien verfügbar, also Bücher aber auch CDs, DVDs und Spiele. Da wir etwas weniger Platz als ursprünglich haben, werden wir das Archiv in den Keller verlagern und der Kinder- und Jugendbuchbereich wird etwas kleiner. Für den normalen Leser wird sich indes wenig ändern, die beliebte Abteilung Belletristik bleibt nahezu gleich.

Was ist mit Veranstaltungen, für die Sie ja auch beliebter Anlaufpunkt sind.

Lesungen oder die beliebten Veranstaltungen für Kita- und Schulkinder wird es auch in den neuen Räumen geben. Aktuell weichen wir hierfür aufgrund der Bauarbeiten auf die Einrichtungen selbst aus.

Womit beschäftigen Sie und Ihr Team sich, wenn Sie keiner besuchen kommen kann?

Oh, da gibt es eine ganze Menge. Einerseits arbeiten wir intensiv daran, unseren Bestand durch Neuerwerbungen attraktiv zu halten. Der bisherige Bestand muss gepflegt werden. Außerdem setzen wir bewusst den Fokus auf die neuen Medien und versuchen unsere Follower auf Facebook und Instagram auf dem Laufenden zu halten.

Das sind ja nun eher Medien, die man nicht wirklich mit einer klassischen Bibliothek in Verbindung bringt.

Sicher ist der Großteil unserer Nutzer dem Alter her nicht in der Zielgruppe dieser Plattformen. Allerdings können wir durch die beiden genannten Social Media-Plattformen einerseits jüngere Zielgruppen mit unserem Angebot erreichen und sie dafür begeistern. Außerdem nutzen wir den Netzwerkgedanken intensiv, um uns so auch Anregungen für die eigene tägliche Arbeit zu holen.

Digitale Medien spielen auch bei den jüngsten Lesern eine immer wichtigere Rolle. Wie erreichen Sie diese Zielgruppe?

Auch bei den Neuanschaffungen schauen wir schon genauer hin und nutzen die eine oder andere Neuentwicklung. Beispielsweise haben wir neu die „Tonie Box“ für Kitakinder im Angebot. Dies ist ein digitales und kindgerechtes Abspielgerät für unterschiedliche Geschichten, was mit einem klassischen Buch kombiniert ist. Außerdem wollen wir künftig Tablets noch viel stärker in den Alltag integrieren und so auch älteren Lesern bei Interesse zeigen, wie man sich beispielsweise ein eBook ausleihen kann. So erreichen wir im Grunde alle Generationen.

red/pm

Bild: Stadt Calau

 

Das könnte Sie auch interessieren