Landkreis
Niederlausitz Freitag, 24 Oktober 2008 von Helmut Fleischhauer

Energiekompetenz von nationalem Rang - Prognos-Studie sieht große Chance für Lausitz als Energieregion

Energiekompetenz von nationalem Rang - Prognos-Studie sieht große Chance für Lausitz als Energieregion

Große Potenziale als wichtige deutsche Energieregion attestiert die Berliner Prognos AG der Lausitz und stuft den eingeschlagenen Weg, die Lausitz als Energie- und Tourismusregion weiter zu profilieren, als richtig ein. Das sind Ergebnisse der von Vattenfall Europe Mining & Generation in Auftrag gegebenen Studie "Die Lausitz als Energieregion", deren Inhalte heute in Potsdam öffentlich vorgestellt worden sind.
"Schon heute bündelt die Lausitz Branchenkompetenz im Energiebereich von mindestens nationaler Bedeutung - damit ist die Energiebranche die Zukunftschance für die Region. Vorhandene Potenziale gilt es, zielgerichtet weiter zu entwickeln. Hieran müssen die Partner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus der sächsischen wie der brandenburgischen Lausitz gemeinsam arbeiten, Rahmenbedingungen setzen und vorhandene Stärken gemeinsam vermarkten", sagt Dr. Philip Steden, Senior Projektleiter der Prognos AG.
Energiebranche von entscheidender Bedeutung für die Region
Wie die Studie ergab, belief sich die Lausitzer Wertschöpfung 2007 auf insgesamt 14 Milliarden Euro. Nahezu jeder zehnte Euro - konkret neun Prozent - kamen dabei aus der Energiewirtschaft der Region. Rund sieben Prozentpunkte davon entfallen direkt auf die Geschäftstätigkeit von Vattenfall in der Region. Dies entspricht mit Abstand dem größten Einzelbeitrag zur Wertschöpfung in der Lausitz.
Für die weitere Entwicklung der Lausitz als Energieregion raten die Wissenschaftler der Prognos AG zur Weiterentwicklung wichtiger Technologiefelder. Dazu gehören die zentrale und dezentrale Energieversorgung, Energie-Speicherung, Energieeffizienz in Erzeugung und Verbrauch sowie Umwelttechnologie. Als weitere Herausforderungen benennt die Prognos AG die Sicherung des Fachkräftepotenzials in der Region sowie die länderübergreifende Kooperation bei der Entwicklung.
"Wir haben die Studie beauftragt, um einen Beitrag zur Debatte um die weitere Entwicklung der Lausitz zu leisten. Dass die Experten die Energiewirtschaft als wichtigstes Kompetenzfeld der Region ausgemacht haben, bestärkt uns darin, gemeinsam mit unseren Partnern die weitere Profilierung der Lausitz als Energieregion weiter voranzubringen", bewertet der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining & Generation, Reinhardt Hassa, die Untersuchung.
Untersuchung ermöglicht Betrachtung über Kreisgrenzen hinweg
Die Untersuchung knüpft an die Systematik des ebenfalls durch die Prognos AG erstellten "Zukunftsatlas" an. Während darin jedoch einzelne Kreise betrachtet wurden, haben die Experten diesmal die Daten der Lausitzer Kreise und kreisfreien Städte zusammengefasst. Über die Grenzen zwischen Elbe-Elster, Cottbus, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie der ehemaligen Kreise Kamenz, Niederschlesischer Oberlausitzkreis und Hoyerswerda hinweg ermöglicht die Studie damit eine übergreifende Betrachtung der Stärken und Potenziale der Lausitz.
Es wird deutlich: Ein hoher Anteil Hochqualifizierter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, niedrige Sozialhilfequote, geringe kommunale Verschuldung sowie ein hoher Anteil junger Einwohner bieten gute Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung. Handlungsbedarf besteht - bekanntermaßen - unter anderem bei Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Gründungsgeschehen.
Gleichwohl liegt gerade das industrielle Wachstum der Region doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Unternehmen entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Dabei leiste, so die Studie, nicht nur Vattenfall selbst einen großen Beitrag: Auch die wirtschaftlichen Verflechtungen mit anderen Unternehmen bildeten für viele ansässige Unternehmen die Geschäftsgrundlage.
Quelle: Vattenfall Europe Mining & Generation
Foto 1: Tagebau Jänschwalde, im Hintergrund Kraftwerk Jänschwalde (Archivaufnahme)
Foto 2: Solaranlage, © wikipedia.org

Das könnte Sie auch interessieren