Niederlausitz Montag, 04 Oktober 2010 von Helmut Fleischhauer

Hochwasser und die Katastrophentouristen

Hochwasser und die Katastrophentouristen

Da kämpfen Tausende Helfer gegen die Wassermassen und dann ist Wochenende.
Dann kommen sie, die Katastophentouristen. Endlich mal Action live. Viel besser als im Fernsehen. Mal eben die Deiche mit der Familie entlang spazieren. Fotos von den Wassermassen, den ermüdeten Helfern und der Familie auf den durchnässten Deichen machen.
Ich war dort! Ich habe es live miterlebt!
Dafür haben sich die 200 km oder so gelohnt.
Wieder zu Hause im vom Hochwasser ungefährdeten Heim kann man sich ja dann die Fotos ansehen und stolz auf das Abenteuer sein. War ein tolles Wochenende. Endlich einmal ein dramatisches Ereignis miterlebt.
Und am ersten Arbeitstag in der vom Hochwasser nicht gefährdeten Werkhalle endlich mal im Mittelpunkt stehen. Er war dort! Er hat es live erlebt!
Toll, erzähl schon ... wie war es.
Werte Hochwassertouristen, haben sie schon einmal darüber nachgedacht, welchen Schaden sie anrichten?
Die Polizei und viele Helfer, die an anderer Stelle viel nötiger gebraucht wurden, mußten auf euch aufpassen und euch notfalls mit Gewalt von den lebensgefährlichen Deichspaziergängen abhalten.
Bleibt doch einfach zu Hause, besucht den Tierpark, geht zu einer Veranstaltung oder macht einen Spaziergang mit der Familie bei euch.
Wenn ihr wirklich etwas erleben wollt, zieht euch Arbeitskleidung und Gummistiefel an. Fahrt dann in die Hochwassergebiete und meldet euch als Helfer.
Füllt Sandsäcke oder helft dort wo ihr gebraucht werdet.
DANN könnt ihr auch euren Kindern und Enkeln erzählen: "Ich war dort. Ich habe geholfen."
Was wäre unsere Gesellschaft ohne die vielen freiwilligen Helfer
Foto 1: Helfer in Herzberg, © Klaus-Jürgen Dietze
Foto 2: freiwillige Feuerwehr im Deichschutzeinatz, © Matthias Geigk

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