Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg ist am Donnerstag, 15. Oktober, in Gubin mit dem polnischen Abzeichen „Für die Verdienste in der Denkmalpflege“ in Gold ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde sein Einsatz für die Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Denkmalpflege.
Verleihung beim Gubiner Forum im Kulturhaus Gubin
Die Auszeichnung „Złota Odznaka Za opiekę nad zabytkami“ wurde Prof. Dr. Thomas Drachenberg im Rahmen des Gubiner Forums im Kulturhaus der polnischen Nachbarstadt von Guben überreicht. Das teilte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) mit.
Das Abzeichen „Für die Pflege von Denkmalen“ in den Stufen Gold und Silber wurde 1962 in Polen „für Verdienste zum Schutz von Kulturgütern“ eingeführt. Verliehen wird es vom zuständigen polnischen Minister für Kultur und den Schutz des Landeserbes. Nach Angaben des Kulturministeriums ist es die höchste polnische Auszeichnung für Verdienste in der Denkmalpflege.
Ministerin Schüle würdigt Thomas Drachenberg
Brandenburgs Kulturministerin Dr. Manja Schüle gratulierte. „Wer dachte, dass Denkmalschutz an Ländergrenzen endet, kennt Thomas Drachenberg schlecht. Sein Engagement für unser baukulturelles Erbe kennt keine Grenzen“, sagte sie. Die Auszeichnung sei auch „ein wichtiges Symbol für die erfolgreiche deutsch-polnische Zusammenarbeit“.
BLDAM-Direktor und Landesarchäologe Prof. Dr. Franz Schopper betonte, die grenzübergreifende Kooperation sei seit Jahrzehnten ein wichtiges Anliegen des Landesamtes. „Bau- und Kunstdenkmäler sowie archäologische Denkmäler beidseits der Grenze sind kulturhistorisch eng verbunden“, sagte Schopper. Thomas Drachenberg sei der fachliche und persönliche Kontakt über Verwaltungs- und Sprachgrenzen hinweg „in hervorragender Weise gelungen“.
Expertengruppe zu Schlössern in der Grenzregion seit 2014
Seit 2013 setzt sich Thomas Drachenberg für die Zusammenarbeit der polnischen und deutschen Denkmalpflege ein. Auf seine Initiative wurde 2014 die Expertengruppe „Schlösserlandschaften in der deutsch-polnischen Grenzregion“ gegründet. Ihr gehören unter anderem die Denkmalkonservatoren der Wojewodschaften Lebus, Westpommern und Niederschlesien sowie Landeskonservatoren aus Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern an. Dazu kommen Vertreter der Landesministerien, des polnischen Nationalen Instituts für Kulturerbe, der Europa-Universität Viadrina und von Nichtregierungsorganisationen.
Die Gruppe befasst sich mit dem Schutz von Herrenhäusern, Schlössern und deren Gärten im Grenzgebiet. Aus der Zusammenarbeit entstand eine Ausstellung mit Publikation, die Erhaltungs- und Nutzungskonzepte zeigt. Sie war auf der Denkmalmesse in Leipzig, im Potsdamer Landtag und in vielen Städten beiderseits von Oder und Neiße zu sehen. 2016 erhielt das Projekt die Goldene Medaille der Leipziger Denkmalmesse.
Jährlicher Austausch mit Fachleuten aus dem Lebuser Land
Zum zehnjährigen Bestehen der Initiative gab es 2024 eine Diskussionsrunde auf der Denkmalmesse in Leipzig, die in diesem Jahr fortgesetzt wird. Zudem organisiert Drachenberg nach Angaben des Landesamtes seit 2014 gemeinsam mit seiner Kollegin Barbara Bielinis-Kopeć einen jährlichen Austausch der Denkmalfachleute aus der Wojewodschaft Lebus und dem Land Brandenburg.
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