Seit zehn Jahren steht Robert Buder an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße. Am 15. Oktober 2016 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. In einem Interview des Verbandes blickt er auf neue Strukturen, Ärger über die Landespolitik und die Grenzen des Ehrenamts.
Robert Buder war bei seiner Wahl erst 29 Jahre alt
Das Gespräch führte Sascha Erler, im Verband Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit. Vor seiner Wahl hatte Robert Buder bereits Erfahrung im Verband gesammelt, zunächst als Fachbereichsleiter und dann als amtierender Kreisjugendwart. Auf die Frage, ob er damals Bammel hatte, sagt er: „Bammel hat man immer, wenn man so ein Amt übernimmt. Ich habe aber auch gemerkt, es macht Spaß, sich für die Interessen unserer Feuerwehren und der Kameradinnen und Kameraden einzusetzen.“
Geholfen hat ihm nach eigenen Worten, dass er die Strukturen und viele Ansprechpartner kannte, auch durch seine damalige Arbeit im Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises. „Das war dann eben schon ein leichterer Einstieg, als wenn man jetzt komplett von außen reinkommt.“ Mit 29 Jahren war er bei seiner Wahl der jüngste amtierende Vorsitzende eines Kreisfeuerwehrverbandes. „Doch damals war ich tatsächlich der jüngste“, sagt er. Wenige Monate später kam Sebastian Lehmann aus Oberspreewald-Lausitz dazu.
„Ich wurde jederzeit mit offenen Armen empfangen, auch beim damaligen Präsidenten des LFV“, sagt Buder über den Landesfeuerwehrverband. Die Haltung aus Spree-Neiße sei stets mit dem Kreisbrandmeister abgestimmt gewesen, und der Süden habe oft eine andere Meinung. „Sicherlich gab es den einen oder anderen Moment wo man dachte: Warum ruft der Buder jetzt schon wieder an? Aber es ging ja immer um die Sache.“
Neue Verbandsstruktur und Nähe zu den Ortswehren
Als große Herausforderung nennt Robert Buder die Frage nach den Strukturen und dem Kontakt zur Basis. In seiner Amtszeit hat der Verband eine komplett neue Struktur entwickelt, die Unterverbände und die Doppelstruktur der Kreisjugendfeuerwehr wurden aufgelöst. „Und es kommt immer darauf an, die Kameradinnen und Kameraden vor Ort abzuholen und einzubinden. Und das ist uns recht gut gelungen“, sagt er. Viele Vorstandsmitglieder seien vor Ort aktiv und „sich nicht zu schade, auch mal selbst am Strahlrohr zu stehen“.
Buder selbst ist seit 1997 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Forst (Lausitz). Erst am 9. Oktober erhielt er vom Innenministerium das Ehrenzeichen im Brandschutz in Silber am Bande (wir berichteten). Unter seinem Vorsitz hat der Verband zuletzt unter anderem ein Unternehmen aus Guben als förderndes Mitglied gewonnen (Bericht) und die Schirmherrschaft für ein Digitalprojekt übernommen (Bericht).
Kritik an fehlender Verlässlichkeit in der Politik
Zur Aufgabe des Verbandes gehört es auch, die Interessen der Feuerwehr gegenüber der Politik zu vertreten. „Und da fehlt es mir an Verlässlichkeit. Zusagen, die einmal gemacht werden, müssen auch eingehalten werden“, sagt Robert Buder. In seiner Amtszeit erlebe er inzwischen den fünften oder sechsten Innenminister, und noch immer werde über die Novellierung des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes und über moderne Infrastruktur gesprochen.
Vor neun Jahren schrieb der Verband gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Werben den Ministerpräsidenten an. Die Idee war ein Musterfeuerwehrhaus, um bei Planung und Bau zu sparen. „Uns wurde vom Innenministerium erklärt, das geht nicht“, sagt Buder. Andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern machten es inzwischen vor. Wirklich umgesetzt worden sei nur die Tätigkeitsverordnung, und zwar gut. Beim Prämien- und Ehrenzeichengesetz habe es viele Diskussionen um die Auszahlung und die Anerkennung von Stunden gegeben, die schließlich „gerade gezogen“ worden seien.
VollzeitBewerbung bis 31.10.Projektassistenz / Bauschreiber (m/w/d)GMB GmbH · SprembergZur Stelle →Alle 417 Stellen in Südbrandenburg →Amtszeit von Robert Buder endet in anderthalb Jahren
Die laufende Amtszeit endet in anderthalb Jahren. „Also grundsätzlich müssen wir ja sagen, der Verband ist nicht der Vorstandsvorsitzende alleine“, sagt Buder mit Blick auf die Strukturänderung 2020 und einen Vorstand, der menschlich und fachlich gut aufgestellt sei. Man müsse aber aufpassen, nicht den Bezug zur breiten Fläche zu verlieren. „Ich bin niemand, der an seinem Stuhl klebt, wenn der Rückhalt nicht mehr da ist.“
Sorgen macht ihm die Belastung im Ehrenamt. „Doch man muss sich tatsächlich die Frage stellen, wie lange dieses Pensum noch im Ehrenamt leistbar ist. Denn man merkt schon, dass der ein oder andere abgeschreckt wird, der eigentlich gerne mitmachen würde.“ Robert Buder betont zugleich: „Wir sind aber für alle Mitstreitenden dankbar. Auch für die, die sagen: Ich würde es anders oder besser machen.“
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Robert Buder 2016 und bei der Übergabe der Warntafeln
Bildergalerie
Red. / Presseinformation




















