Im Ostdeutschen Rosengarten in Forst kehrt eine seit Jahrzehnten verschollene Skulptur zurück. Die „Wassernixe“ wird nach historischen Fotos rekonstruiert – finanziert durch eine private Spende. Bis Ende September soll sie fertig sein.

Die Wassernixe kehrt in den Pergolenhof zurück
Im Pergolenhof, der guten Stube des Wehrinselparks, bekommt das „Mädchen mit Wasserkrug“ Gesellschaft. Vis-à-vis soll noch in diesem Jahr eine weitere rekonstruierte Skulptur einziehen.
Beide stammen vom Cottbuser Bildhauer Walter Adler und entstanden im Vorfeld der Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913. Nachdem das „Mädchen mit Wasserkrug“ zum 110-jährigen Jubiläum des Rosengartens an seinen originalen Standort zurückkehren konnte, folgt nun gewissermaßen die Schwester.
Der letzte Nachweis stammt von 1971
Die „Wassernixe“ – in manchen Quellen auch „Nymphe“ oder „Mädchen mit Frosch“ genannt – ist verschollen. Der letzte bekannte fotografische Nachweis stammt aus dem Jahr 1971.
Weder Teile noch Formen waren auffindbar. Anhand der wenigen historischen Fotos musste deshalb ein Tonmodell angefertigt werden. Das ist inzwischen bemustert worden und hat überzeugt. Nun wird daraus eine Form gefertigt und die Figur in einem speziellen Betongussverfahren hergestellt.

Der Originalsockel stand noch am Ort und hat ein neues Betonfundament erhalten. Wie schon beim „Mädchen mit Wasserkrug“ liegt die Rekonstruktion bei der Firma Stuckhaus Scherf und Ritter aus dem sächsischen Waldenburg. Bis Ende September 2026 soll die Skulptur fertig sein, die passenden Pflanzungen folgen beim 5. deutsch-polnischen Parkseminar am 10. Oktober.
Ein Bildhauer, der die Eröffnung nicht mehr erlebte
Walter Adler prägte das Gesicht des Rosengartens in den Anfangsjahren entscheidend mit. Neben den beiden Mädchenfiguren stammen der Bärenbrunnen auf der Wehrinsel, der Rosenbrunnen mit Flora am historischen Haupteingang und der Schlangenbrunnen mit dem wasserschöpfenden Knaben aus seiner Werkstatt.
Die große Eröffnung der Rosen- und Gartenbauausstellung 1913 erlebte Adler nicht mehr – er starb am 14. Oktober 1912. Seine Arbeiten finden nun Schritt für Schritt wieder ihren Platz im Park.
Fotos: © Diana Priel
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