Die Hitzewoche hat die Lage an den Flüssen in Südbrandenburg weiter verschärft. Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße führen am Freitagmorgen noch weniger Wasser als Anfang der Woche. Keiner der wichtigen Pegel erreicht den ökologisch notwendigen Mindestabfluss.
Kein Fluss erreicht seinen Mindestwert
Die Zahlen des Landesamtes für Umwelt zeigen, wie schnell es abwärts geht. Innerhalb von drei Tagen ist die Spree am Spreewehr Leibsch um rund ein Fünftel gefallen, die Lausitzer Neiße bei Schlagsdorf um 16 Prozent. Am schlechtesten steht die Schwarze Elster da: Bei Bad Liebenwerda fließt nur noch gut die Hälfte dessen, was der Fluss mindestens braucht.
| Pegel | nötig | Freitag |
|---|---|---|
| Bad Liebenwerda, Schwarze Elster | 3,20 | 1,71 |
| Schlagsdorf, Lausitzer Neiße | 6,01 | 4,46 |
| Leibsch Spreewehr, Spree | 4,85 | 3,11 |
| Beeskow Spreeschleuse, Spree | 6,12 | 4,43 |
Auch die kleineren Gewässer trocknen aus. Die Berste bei Treppendorf führte am Freitagmorgen 0,003 Kubikmeter je Sekunde, praktisch nichts. An der Schwarzen Elster bei Neuwiese auf sächsischer Seite sank der Wasserstand binnen eines Tages von 40 auf 30 Zentimeter.
Die Spree lebt von der Talsperre
Was in Cottbus noch durch die Spree fließt, kommt derzeit zu großen Teilen aus dem Speicher. Unterhalb der Talsperre Spremberg wurden am Freitagmorgen 7,92 Kubikmeter je Sekunde gemessen, am Montag waren es 7,27. Die angekündigte erhöhte Abgabe läuft also. An der Sandower Brücke in Cottbus kamen 7,29 Kubikmeter je Sekunde an.
Diese Stützung ist befristet. Die Talsperre soll noch bis Mitte August Wasser abgeben, danach stehen Instandhaltungsarbeiten am Staudamm an. Seit dem 1. Juni gilt für die mittlere Spree die erste von drei Stufen des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes.
Talsperre verliert fünf Zentimeter am Tag
Wie teuer diese Stützung ist, zeigt der Beckenpegel der Talsperre. Vergangenen Freitag stand das Wasser noch bei 90,40 Meter über Normalnull, am Freitagabend waren es 90,13 Meter. Vor allem seit Wochenmitte geht es schnell nach unten: Lag der Rückgang anfangs bei rund zwei Zentimetern am Tag, sind es seit Dienstag fünf bis sechs.
| Datum | Beckenpegel |
|---|---|
| 24. Juli | 90,40 m |
| 28. Juli | 90,33 m |
| 30. Juli | 90,23 m |
| 31. Juli, abends | 90,13 m |
Abgesenkt werden soll das Becken auf 90 Meter. Hält das Tempo an, ist diese Marke in wenigen Tagen erreicht. Danach steht die Reserve für die Spree so nicht mehr zur Verfügung.
Wo schon Verbote gelten
Neun der 18 Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg haben inzwischen die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern untersagt. In unserer Region gilt das für den Landkreis Elbe-Elster seit dem 2. Juli. In Oberspreewald-Lausitz besteht eine Beschränkung für das Einzugsgebiet der Schwarzen Elster. Die Stadt Cottbus bereitet nach Angaben des Umweltministeriums eine entsprechende Allgemeinverfügung vor.
In Spree-Neiße und Dahme-Spreewald ist ein Verbot bislang nicht geplant. Wo Verbote gelten, ist das Abpumpen mit Motorpumpen untersagt. Die Gießkanne bleibt in der Regel erlaubt, ebenso Entnahmen für den Brandschutz und für öffentliche Grünflächen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit teuer werden.
Der Garten treibt den Verbrauch
Die Wasserversorger melden an heißen Tagen einen um 80 bis 100 Prozent erhöhten Verbrauch. Hauptgrund ist die Gartenbewässerung. Gleichzeitig fehlt der Nachschub von oben: Im oberen Einzugsgebiet der Spree in Sachsen fielen zuletzt nur rund 70 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Brandenburgs Niedrigwasser-Ampel warnt an 25 von 26 Messstellen.
Wie es weitergeht, hängt am Wetter. Berlin, Brandenburg und Sachsen haben eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Lage laufend bewertet und die Abgaben aus den Speichern steuert. Über die Hintergründe haben wir am Mittwoch ausführlich berichtet.
Kommt Regen? Der Ausblick
Am Samstag sind in Südbrandenburg Schauer möglich, bei Höchstwerten um 23 Grad. Am Freitagabend fielen in Lübben bereits gut sechs Liter je Quadratmeter innerhalb einer halben Stunde. Für die Flüsse hilft das allerdings kaum: Schauer treffen kleine Flächen, ein großer Teil verdunstet oder versickert im ausgetrockneten Boden. Was zählt, wäre flächiger Landregen über mehrere Tage.
Der ist vorerst nicht in Sicht. Nach einem wechselhaften Sonntag setzt sich zum Wochenstart wieder die Sonne durch, für Montag werden in Cottbus bis zu 32 Grad erwartet. Damit dürfte auch der Wasserverbrauch in den Gärten wieder steigen, und die Pegel werden weiter sinken.
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Red. / Presseinformation







