Eine bundesweite Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R hat am Dienstagabend den Zugverkehr in ganz Deutschland gestoppt, auch in Brandenburg, der Lausitz und der Oberlausitz. Das geht aus den offiziellen Verkehrsmeldungen der Deutschen Bahn hervor.
So lief die Bahnfunk-Störung am Dienstagabend ab
Gegen kurz vor 22 Uhr begann die Störung, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Daraufhin hielt der Konzern alle Züge an den Bahnhöfen zurück. Die Störung traf Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr im gesamten Bundesgebiet. Auf bahn.de erschien dazu eine offizielle IT-Störungsmeldung für die DB Fernverkehr AG sowie die DB Regio Südost, zuletzt aktualisiert um 23.43 Uhr. Ein Bahnsprecher bestätigte die Lage zudem gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst ließ sich nicht abschätzen, wann der Betrieb wieder regulär anlaufen würde.
Folgen für Südbrandenburg und die Lausitz
Für Brandenburg wies die Deutsche Bahn die Meldung gesondert aus. Im Regionalverkehr nannte sie die DB Regio Südost mit den Linien RE und RB und gab als Dauer den Zeitraum vom 23. bis 24. Juni an. Damit standen sämtliche Linien in ganz Südbrandenburg still, von Elbe-Elster über Oberspreewald-Lausitz bis nach Spree-Neiße, Cottbus, Frankfurt/Oder und in den Landkreis Oder-Spree. Viele Reisende mussten daher an den Bahnhöfen ausharren oder auf andere Verkehrsmittel ausweichen.
Auswirkungen am BER und in der Oberlausitz
Besonders deutlich zeigten sich die Folgen am Flughafen BER im Landkreis Dahme-Spreewald. Laut einem Reporter des Tagesspiegel warteten dort gegen 23 Uhr rund 200 Fahrgäste auf die wenigen Busse Richtung Berlin, viele fanden keinen Platz. Auch in der Oberlausitz griff die Sperrung. Da die Bahn den Betrieb bundesweit einstellte, blieben die Verbindungen rund um Görlitz, Bautzen und Hoyerswerda gleichermaßen stehen. Die Bundespolizei Berlin meldete gegen 23 Uhr zudem, dass kein Zug auf offener Strecke liegen blieb und alle S-Bahnen den nächsten Bahnhof erreichten.
Mögliche Ursachen der bundesweiten Störung
Die genaue Ursache blieb zunächst offen. Nach Angaben eines Bahnsprechers identifizierten die Fachleute den Auslöser zwar, nannten ihn öffentlich aber nicht. Der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Lukas Iffländer, nannte gegenüber dem Tagesspiegel zwei denkbare Erklärungen. Entweder sei bei einem Software-Update etwas schiefgelaufen, oder zwei zentrale Einheiten seien ausgefallen, in denen die Funknummer jeder Lok hinterlegt ist. Ohne diese Daten könnten Fahrdienstleiter nicht mit den Lokführern sprechen, erklärte der Informatik-Professor der HTW Dresden. Theoretisch gebe es laut Bahn aber ein Ersatzsystem über öffentliche Mobilfunknetze.
Diese Fragen bleiben bislang noch offen
Mehrere Punkte sind weiterhin ungeklärt. So steht nicht fest, wann der Bahnverkehr in der Region wieder vollständig rollt und was die Bahnfunk-Störung genau auslöste. Bei der ODEG, die viele Regionallinien im VBB-Raum betreibt, lag zunächst keine eigene regionale Störungsmeldung vor. Reisende sollten sich daher vor jeder Fahrt über die aktuellen Auskunftsmedien informieren. Ein Blick in den DB Navigator oder auf bahn.de schafft kurzfristig Klarheit. Sobald die Bahn neue Angaben macht, aktualisieren wir diesen Bericht.
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