Zwei neue Kropfgazellen sind im Naturschutz-Tierpark Görlitz eingezogen: Der 2022 in Helsinki geborene Bock Onni und das einjährige Weibchen Nora aus Karlsruhe verstärken ab sofort die bestehende Herde. Wie der Tierpark mitteilte, erfolgte der Tierwechsel im Rahmen eines europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das die genetische Vielfalt der Persischen Kropfgazellen langfristig sichern und Inzucht vermeiden soll. Während zwei im vergangenen Jahr geborene Böcke Görlitz in Richtung Karlsruhe verlassen haben, soll Onni künftig für Nachwuchs sorgen und damit die Rolle seines im Sommer altersbedingt verstorbenen Vorgängers Viktor übernehmen. Beide Neuzugänge haben sich laut Tierpark bereits gut in die Herde integriert und können gemeinsam mit den übrigen Tieren auf der Anlage beobachtet werden. Insgesamt leben in Görlitz zwölf der europaweit rund 80 Kropfgazellen, die in acht Einrichtungen im Rahmen des Zuchtprogramms betreut werden.
Zwei neue Kropfgazellen im Zoo Görlitz eingezogen
In der Herde der Persischen Kropfgazellen im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec hat es Anfang Oktober mehrere Veränderungen gegeben. Zwei männliche Tiere, die 2025 in Görlitz geboren wurden, sind in den Zoo Karlsruhe umgezogen. Dort leben sie nun in einer Junggesellengruppe. Gleichzeitig begrüßte der Görlitzer Tierpark zwei neue Tiere, die künftig zur Entwicklung der bestehenden Herde beitragen sollen.
Zu den Neuzugängen gehört der Kropfgazellenbock Onni. Er wurde 2022 in Helsinki geboren und kam im Rahmen des Tierwechsels nach Görlitz. Nach Angaben des Tierparks soll er künftig für Nachwuchs sorgen. Damit übernimmt er die Rolle seines Vorgängers Viktor, der im vergangenen Sommer altersbedingt starb. Viktor hatte zuvor erfolgreich zur Zucht der Persischen Kropfgazellen in Görlitz beigetragen. Auch das einjährige Weibchen Nora ist neu in der Herde. Sie stammt aus dem Zoo Karlsruhe und wechselte ebenfalls im Zuge des koordinierten Austauschs nach Görlitz.
Europäisches Zuchtprogramm soll Inzucht vermeiden
Hinter dem Wechsel der Tiere steht das Europäische Ex-situ-Zuchtprogramm (EEP). Es koordiniert die Zucht bestimmter Tierarten in zoologischen Einrichtungen und verfolgt unter anderem das Ziel, langfristig eine genetisch vielfältige Population zu erhalten. Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer erklärt dazu: „Das Zuchtprogramm verfolgt das Ziel, eine gesunde und genetisch variable Population langfristig zu erhalten. Deshalb soll Inzucht vermieden werden und möglichst vielen Individuen die Möglichkeit zur Fortpflanzung gegeben werden.“
Bei Nora spielte dieser Aspekt eine konkrete Rolle. In ihrer bisherigen Herde in Karlsruhe hätte sich das junge Weibchen während der kommenden Brunftsaison mit seinem Vater gepaart. Der Umzug nach Görlitz soll eine solche Verpaarung verhindern und gleichzeitig die genetische Vielfalt innerhalb des europäischen Zuchtbestandes unterstützen. Damit dienen die Tierwechsel nicht allein der Zusammensetzung einzelner Herden. Vielmehr stimmen die beteiligten zoologischen Einrichtungen die Fortpflanzung der Tiere im Rahmen des Programms aufeinander ab. Auf diese Weise sollen möglichst unterschiedliche Erbanlagen innerhalb der betreuten Population erhalten bleiben.
Rund 80 Kropfgazellen leben in acht Einrichtungen
Die Persische Kropfgazelle gehört zu den Antilopenarten. Ihr Erhalt wird unter anderem durch internationale Zusammenarbeit und koordinierte Zuchtmaßnahmen in zoologischen Einrichtungen unterstützt. Nach Angaben des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec betreuen derzeit acht Einrichtungen in Europa insgesamt rund 80 Persische Kropfgazellen innerhalb des Erhaltungszuchtprogramms. Zwölf dieser Tiere leben in Görlitz. Damit beherbergt der Tierpark einen Teil der europaweit koordinierten Population. Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Zoos ermöglicht es, Tiere zwischen verschiedenen Herden auszutauschen und ihre Fortpflanzung entsprechend den Zuchtzielen zu planen. Dabei berücksichtigt das Programm insbesondere die genetischen Voraussetzungen der einzelnen Tiere.
Besucher können Onni und Nora bereits beobachten
Die beiden neuen Kropfgazellen haben sich laut Tierpark bereits gut in die bestehende Herde integriert. Onni und Nora leben gemeinsam mit ihren Artgenossen in der weitläufigen Anlage und können dort von Besucherinnen und Besuchern beobachtet werden. Ob und wann Onni erstmals für Nachwuchs im Görlitzer Tierpark sorgen wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Mit seiner Aufnahme in die Herde soll jedoch die erfolgreiche Zucht der vergangenen Jahre fortgesetzt werden.
Weitere Informationen zu den Tierwechseln und dem Zuchtprogramm veröffentlichte der Tierpark unter dem Titel „Gazellen auf Reisen“ auf seiner Internetseite.
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