Eine Verkehrskontrolle in Kamenz hat sich gestern Abend zu einer Verfolgungsfahrt entwickelt, die schließlich auf einem öffentlichen Spielplatz endete. Nach Informationen von Blaulichtreport Lausitz von vor Ort flüchtete ein 30-jähriger Autofahrer vor der Polizei und blieb letztlich im Schnee stecken. Verletzt wurde bei dem Vorfall nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Der Fahrer stand offenbar unter Alkoholeinfluss.
Flucht durch Kamenz endet auf Spielplatz
Am Dienstagabend wollten Polizeibeamte im Stadtgebiet von Kamenz einen PKW anhalten. Doch der Fahrer missachtete die Anhaltezeichen und gab stattdessen Gas. Daraufhin entwickelte sich eine Verfolgungsfahrt durch die Straßen der Stadt, bei der ein Streifenwagen dem Flüchtenden dicht folgte.
Die Flucht nahm dann eine ungewöhnliche Wendung, als der Fahrer mit seinem Wagen auf einen eingezäunten öffentlichen Spielplatz abbog. Der Boden war schneebedeckt, sodass das Gelände einer geschlossenen weißen Fläche glich. Ohne zu zögern fuhr das Fahrzeug mehrere Treppenstufen hinunter. Auch das Polizeifahrzeug folgte über die Stufen, kam jedoch zwischen zwei Treppen zum Stehen.
Offenbar in dem Versuch, sich weiter abzusetzen, steuerte der 30-Jährige anschließend auf einen Abhang zu, um diesen wieder hinaufzufahren. Doch der schneebedeckte Untergrund wurde ihm zum Verhängnis. Beim Versuch, den Hang zu erklimmen, drehten die Räder durch, und der PKW verlor an Traktion. Schließlich blieb der Wagen im Schnee stecken, womit die Flucht beendet war.
Die Polizeibeamten nutzten den Moment und stellten den Fahrer noch vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen stand der 30-Jährige unter Alkoholeinfluss, wie Blaulichtreport Lausitz berichtet. Für ihn endete der Abend auf der Polizeidienststelle, wo weitere Maßnahmen eingeleitet wurden.
Neben der Polizei war auch die Feuerwehr Kamenz-Wiesa im Einsatz. Sie leuchtete die Einsatzstelle am winterlichen Abend aus und nahm zudem auslaufende Betriebsstoffe des Fahrzeugs auf. Zusätzlich unterstützte der Verkehrsunfalldienst der Polizei aus Görlitz die Maßnahmen vor Ort und sicherte Spuren. Die Verfolgungsfahrt in Kamenz auf den Spielplatz sorgte somit für einen größeren Einsatz mehrerer Rettungs- und Sicherheitskräfte.
Weitere Polizeimeldungen aus dem Landkreis Bautzen
Landkreise Bautzen und Görlitz: Der Wintereinbruch hat zwischen Montag- und Dienstmorgen nicht nur Schnee und Glätte mit sich gebracht, sondern auch die Unfallzahlen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz steigen lassen. In den letzten 24 Stunden ereigneten sich im Bereich der Polizeidirektion Görlitz 108 Verkehrsunfälle. In den meisten Fällen blieben Blechschäden zurück. Insgesamt beliefen sich diese insgesamt auf über 350.000 Euro. 15 Verkehrsteilnehmer wurden verletzt. Die Schwerpunkte lagen dabei im Bautzener, Kamenzer und Görlitzer Bereich. Seit dem frühen Dienstagmorgen ereigneten sich bislang weitere 14 Verkehrsunfälle ohne Personenschäden.
BAB 4, zwischen Weißenberg und Bautzen-Ost: Am Montagmorgen ist auf der A 4 zwischen den Anschlussstellen Weißenberg und Bautzen-Ost ein Sattelzug von der Fahrbahn abgekommen. Das zog längere Bergungsmaßnahmen nach sich. Die Autobahn blieb in Richtung Dresden für acht Stunden voll gesperrt. Der 43-jährige polnische Fahrzeug-Lenker verlor offenbar aufgrund der Witterung und nicht angepasster Geschwindigkeit mit seinem Sattelzug, bestehend aus einer Scania-Zugmaschine und einem Schmitz Cargobull-Sattelauflieger die Kontrolle und geriet ins Schleudern. Er kollidierte zunächst mit der Mittelschutzplanke, geriet anschließend nach rechts, durchbrach die rechte Schutzplanke und stürzte etwa zehn Meter einen Abhang hinab. Der LKW blieb dann auf der rechten Seite und dem Dach liegen. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Sachschaden am Fahrzeug belief sich auf etwa 150.000 Euro. Weiterhin wurde erheblicher Flurschaden sowie Schaden an insgesamt 168 Meter Schutzplanke in Höhe von circa 20.000 Euro verursacht. Bei der Unfallaufnahme der Autobahnpolizisten unterstützten Kräfte des THW und der Autobahnmeisterei. Die Verkehrspolizeiinspektion ermittelt.
Bautzen: Beamte des örtlichen Reviers haben am Montagabend am Gesundbrunnenring in Bautzen eine 32-jährige VW-Lenkerin ohne Fahrerlaubnis gestoppt. Die deutsche Frau versuchte nach dem Anhalten noch auf die Rückbank des Passats zu klettern und so ihre Fahreigenschaft zu vertuschen. Die 29-jährige deutsche Beifahrerin schwieg. So fertigten die Uniformierten eine Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und untersagten die Weiterfahrt und außerdem noch eine Anzeige wegen Strafvereitelung.
Kamenz: Unbekannte Täter haben am Wochenende einen Opel Grandland am Markt in Kamenz gestohlen. Der schwarze drei Jahre alte Wagen hatte einen Wert von etwa 37.000 Euro. Die Soko Kfz ermittelt und fahndet international nach dem Pkw.
Radeberg: Unbekannte Täter haben eine Fensterscheibe eines Parteibüros an der Dresdener Straße in Radeberg mit mehreren schwarzen Schriftzügen beschmiert. Der Sachschaden belief sich auf etwa 200 Euro. Ordnungshüter sicherten Spuren. Der Kriminaldienst ermittelt.
Großröhrsdorf: Ein bislang unbekannter Pkw-Lenker hat am frühen Montagnachmittag an der Masseneistraße in Großröhrsdorf die Unfallstelle verlassen. Der oder die Fahrerin eines dunklen Pkw fuhr von Seeligstadt in Richtung Großröhrsdorf. In einer Kurve fuhr er oder sie offenbar über die Fahrbahnmitte hinaus. Ein entgegenkommender Transporter-Fahrer musste deshalb ausweichen und kam von der Fahrbahn ab. Der Kleintransporter rutschte die Böschung hinab und kollidierte mit einer Stromleitung, einem Baum und einem Leitpfosten. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Sachschaden belief sich auf etwa 5.500 Euro. Der Verkehrs- und Verfügungsdienst ermittelt wegen der Unfallflucht und sucht nach Zeugen. Hinweise nimmt das Polizeirevier Kamenz unter der Rufnummer 03578 352 0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Hoyerswerda, OT Nardt: Ein 35-jähriger Ford-Fahrer hat am Montagnachmittag auf der B 96 in Nardt einen Unfall beim Überholen gebaut. Er fuhr aus Richtung Nardt kommend und setzte, trotz winterglatter Fahrbahn, zum Überholen eines vor ihm fahrenden Fahrzeuges an. Dabei stieß er mit einem entgegenkommenden VW T-Roc zusammen. Der Ford geriet ins Schleudern und kam schließlich auf der rechten Fahrbahnseite zum Stehen. Die VW-Fahrerin kam verletzt zur Behandlung in ein Krankenhaus. Der Blechschaden belief sich auf etwa 15.000 Euro.
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Red. / Presseinformation
Fotos: Blaulichtreport Lausitz











