Der Jüdische Friedhof in Tröbitz wird saniert. Kulturministerin Manja Schüle übergab dafür einen Bescheid über 30.000 Euro aus der Denkmalhilfe. Der Friedhof erinnert an die Opfer des „Verlorenen Transports“.
Zweiwöchige Irrfahrt endete im April 1945
Mit dem Begriff wird der letzte von drei Zügen bezeichnet, mit denen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs rund 2.400 meist jüdische Häftlinge aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen vor den anrückenden britischen Truppen in Richtung Theresienstadt abtransportiert wurden.
Nach zweiwöchiger Irrfahrt befreiten Truppen der Roten Armee den Zug am 23. April 1945 in der Nähe von Tröbitz. Mehr als 500 Häftlinge starben an den Folgen der Haft, an den Transportbedingungen sowie an Hunger, Durst, Typhus und Entkräftung.
125 Gräber und Kontakte bis in die Gegenwart
Die Überlebenden wurden auf Anordnung der Roten Armee in den Häusern der Tröbitzer untergebracht und versorgt. Auf dem jüdischen Friedhof im Ort liegen 125 der Verstorbenen begraben.
„Tröbitz steht als Endpunkt des ‚Verlorenen Transports‘ in bedrückender Weise für das unvorstellbare Grauen des Nationalsozialismus. Tröbitz steht aber auch für Hoffnung und Menschlichkeit“, sagte Schüle bei der Übergabe. Viele Menschen im Ort hätten den Befreiten geholfen, und bis heute gebe es enge Kontakte zwischen den Opfern, ihren Nachkommen und den Einwohnern.
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Dank an die Menschen vor Ort im Landkreis
Das nennt die Ministerin „außergewöhnlich und ein Mut machendes Beispiel für eine aktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“. Ihr Dank gelte denen, die mit Zeit, Wissen und persönlichem Einsatz die Geschichte lebendig halten – „ein gutes und wichtiges Signal in diesen Zeiten“.
Das Geld stammt aus der Denkmalhilfe des Landes und fließt in die Restaurierung der Anlage.
Ein Ort, der zwei Geschichten erzählt
Der Friedhof in Tröbitz ist damit doppelt lesbar. Er hält fest, was im April 1945 geschah – und er hält fest, was danach geschah: dass die Menschen im Dorf die Befreiten in ihren Häusern aufnahmen, obwohl Typhus umging und viele von ihnen selbst nichts hatten.
Dass die Kontakte bis heute halten, ist für einen Ort dieser Größenordnung ungewöhnlich. Sie werden nicht von einer Institution getragen, sondern von Einzelnen, die Namen recherchieren, Besuche organisieren und die Gräber pflegen. Genau diesen Menschen galt der Dank der Ministerin.
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Red. / Presseinformation
Foto: LutzBruno / Wikimedia Commons, gemeinfrei







