Nach sechs Jahrzehnten sind wichtige historische Dokumente in ihre Heimat zurückgekehrt: 178 Archivboxen mit insgesamt 1184 Akteneinheiten aus dem 17. bis 20. Jahrhundert wurden aus dem Kreisarchiv Herzberg in das moderne Stadtarchiv Finsterwalde überführt. Die Unterlagen, viele davon handgeschrieben, geben Einblicke in zentrale Etappen der städtischen Verwaltungsgeschichte und stehen ab sofort zur Nutzung bereit. Bürgermeister Jörg Gampe sprach von einem „historischen Tag für Finsterwalde“, der die Erinnerungskultur stärke. Die Rückführung erfüllt zugleich einen lang gehegten Wunsch der langjährigen Archivarin Kerstin Großpietsch, die die Bestände fachgerecht betreut hatte und bald in den Ruhestand geht.
Die Stadt Finsterwalde teilte dazu mit:
Ein bedeutender Moment für die Stadtgeschichte: Am Montag, den 18. August 2025 – wurden 178 Archivboxen mit insgesamt 1184 Akteneinheiten, die bis dato von der Archivarin, Frau Kerstin Großpietsch, im Kreisarchiv des Landkreises Elbe-Elster in Herzberg fachlich und ordnungsgemäß erschlossen sowie verwaltet wurden, an ihren ursprünglichen Entstehungsort zurückgebracht.
Das Archivgut ist nun im modernen Stadtarchiv Finsterwalde eingelagert und steht ab sofort für die Benutzung zur Verfügung. Der wertvolle Bestand umfasst Unterlagen der Vorgängerbehörden in Finsterwalde, aus dem 17. bis 20. Jahrhundert und gewährt Einblicke in alle Bereiche der städtischen Verwaltungsgeschichte. Viele der Dokumente sind handgeschrieben und dokumentieren zentrale Etappen der Entwicklung Finsterwaldes. „Es ist ein historischer Tag für unsere Stadt. Die Rückkehr dieser Dokumente bedeutet nicht nur die Heimkehr wichtiger Zeugnisse unserer städtischen Geschichte, sondern auch eine Stärkung der Erinnerungskultur in Finsterwalde“, betonten Bürgermeister Jörg Gampe und Daniela Reichardt, Archivarin im Stadtarchiv Finsterwalde.

Vor der Wende fehlten der Stadt die räumlichen und technischen Kapazitäten für eine sachgerechte Lagerung. Somit gab der „Rat der Stadt Finsterwalde“, vertreten durch den damaligen Bürgermeister Kurt Krengel, in den Jahren 1964/1965, die Unterlagen an den „Rat des Kreises Finsterwalde“, das Kreisarchiv in der Sonnewalder Straße 2-4 in Finsterwalde. Mit dem modernen Stadtarchiv in der Stadtvilla bietet Finsterwalde seit 2015 optimale Bedingungen, sodass die wertvollen Akten nunmehr nach 60 Jahren wieder dorthin zurückkehren konnten, wo sie einst entstanden. „Ein Herzenswunsch“ von Frau Großpietsch ist hiermit erfüllt worden, die bereits seit 1991 als Archivarin im Kreisarchiv tätig ist und bald in den wohlverdienten Ruhestand treten kann. Die beiden Kolleginnen, Frau Reichardt und Frau Großpietsch, danken den fleißigen Helfern Herrn Falko Lietze und Herrn Michael Dübel, für ihre tatkräftige Unterstützung. Die Archivalien lagern in spezielle Archivboxen zur Langzeitarchivierung und können ab sofort im Stadtarchiv Finsterwalde zu den regulären Servicezeiten angefordert werden: dienstags und donnerstags, von 9:00–12:00 Uhr und 13:00–17:00 Uhr, im Erdgeschoss der Geschwister-Scholl-Straße 2, 03238 Finsterwalde. Ein berechtigtes Interesse ist vorab nachzuweisen. Damit öffnet sich ein weiterer Zugang zur langjährigen Geschichte der Stadt Finsterwalde – als amtlicher Nachweis für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Wissenschaftler, Forschende, Historiker und Geschichtsinteressierte, so Bürgermeister Gampe.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation