Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist ab sofort ein neues System zur Drohnendetektion im Einsatz. Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte, kann die DFS Deutsche Flugsicherung damit Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig erkennen und die zuständigen Stellen über mögliche Gefährdungen für den Luftverkehr informieren. Das System soll die Grundlage für eine schnellere Lagebewertung und eine engere Zusammenarbeit der beteiligten Behörden schaffen. Die Inbetriebnahme erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen – und ist am BER besonders aktuell: Erst am 23. September war der Flugbetrieb dort wegen einer Drohnensichtung rund 45 Minuten lang komplett eingestellt worden, Flüge mussten umgeleitet werden. Der BER verzeichnet bundesweit die meisten derartigen Vorfälle: Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Flugsicherung dort nach eigenen Angaben 28 Drohnensichtungen – mehr als an jedem anderen deutschen Flughafen.
„Wichtiger Schritt für die Sicherheit“
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete die Inbetriebnahme als „wichtigen Schritt für die Sicherheit des Luftverkehrs“. Gerade an großen internationalen Flughäfen komme es darauf an, mögliche Drohnen frühzeitig zu erkennen und die Lage schnell bewerten zu können. Mit dem Ausbau der Detektion verbessere man das Zusammenspiel von Flugsicherung und Sicherheitsbehörden.
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach mahnte zugleich zur Zurückhaltung bei der Deutung einzelner Vorfälle. „Drohnenereignisse können unterschiedliche Ursachen haben“, erklärte er. Aus einzelnen Sichtungen oder der reinen Zahl registrierter Ereignisse ließen sich „keine belastbaren Rückschlüsse auf Betreiber, Motivation oder eine konkrete Gefährdungslage“ ableiten. Umso wichtiger sei es, früh verlässliche Informationen zu erhalten – dabei helfe das neue System.
Weitere Flughäfen sollen folgen
Die Aufgabenteilung ist dabei klar geregelt: Die DFS stellt die technische Erkennung der Drohnen im An- und Abflugbereich bereit. Über weitergehende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr entscheiden die jeweils zuständigen Sicherheitsbehörden. Die technischen Schnittstellen und Meldewege werden zwischen Verkehrs- und Innenministerium sowie den Sicherheitsbehörden abgestimmt.
Der BER ist nicht der einzige Standort: Nach Angaben des Ministeriums sollen im Laufe des Jahres weitere internationale Verkehrsflughäfen mit entsprechenden Systemen für die An- und Abflugbereiche ausgestattet werden.
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