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NIEDERLAUSITZ aktuell

Einladung zur 75. Wanderung 2009! – “Zwischen Lieberoser Heide und Raduschsee“

14:20 Uhr | 28. September 2009

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Am Sonntag, den 4.10.2009 ziehen wir, Die Niederlausitzer Wandergurken, zur 75. Tour in diesem Jahr die Wanderschuhe an. Die Strecke führt wie im Vorjahr von Lieberose nach Hollbrunn, weiter über Blasdorf – Jamlitz zum Raduschsee und von dort über Mochlitz zurück nach Lieberose. Dazu laden wir alle interessierten Wanderfreunde aus Nah und Fern ganz herzlich ein.
Voran gestellt ist ein Rundgang durch den Schlosspark und das Zentrum der kleinen Stadt am Nordrand des Oberspreewaldes im Lieberoser Höhenland, zwischen Lieberoser Endmoräne und Mochlitzer Heide, als Teil des ostbrandenburgischen Heide- und Seengebietes. Vorbei an der Privilegierten Adler-Apotheke sowie der Kursächsischen Postsäule führt der Weg weiter zum früheren Kleinbahnhof Lieberose und auf dem Damm der Spreewaldbahn in das Randgebiet der Lieberoser Heide. Durch das frühere Vorwerk Hollbrunn geht es anschließend nach Blasdorf und nach einer Rast auf dem Festplatz des Ortes durch die Niederung weiter in den Ort Jamlitz, der südlich und westlich durchwandert wird. Die Trasse der einstigen Spreewaldbahn wird am ehemaligen Haltepunkt derselben gekreuzt, um weiter nach Norden in den Mochlitzer Park am Ostufer des Raduschsees zu wandern. Durch den Ort Mochlitz und auf dem früheren Kirchsteig führt der Weg am Nachmittag zurück nach Lieberose.
Lieberose (niedersorbisch Luboraz) ist eine Stadt in Brandenburg und liegt 30 km nördlich von Cottbus.Der Ort wurde im Mittelalter an einer Kreuzung mehrerer Handelswege gegründet. Heute zählt das im Landkreis Dahme-Spreewald gelegene Städtchen rund 1.500 Einwohner.
Die früheste Erwähnung einer Schutzburg stammt aus dem Jahr 1301. Die Wenden und davor die germanischen Illyrer besiedelten aber schon vor dieser Zeit diese Gegend. Unter dem Schutz der Burgherren entwickelte sich eine wendische Siedlung (Wenden waren bzw. sind ein westslawischer Volksstamm). Das ehemals slawische Gebiet fiel bereits im 10. Jahrhundert an das Reich Otto I. und wird schon 1272 beziehungsweise 1295 urkundlich erwähnt (Lubraz beziehungsweise „Luberase“ war die damalige Schreibweise). Am 29. November 1302 bestätigt Markgraf Dietrich IV. (Lausitz) die Rechte und Privilegien der Gemarkung Lieberose. Lieberose unterstand in der Folgezeit mehreren Herrenhäusern und wurde am 11. November 1519 von den Brüdern Jakob und Richard von der Schulenburg erworben. Dieses Geschlecht, dessen Zweig Haus Lieberose aus dem Schwarzen Stamm bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hier saß, prägte die Geschichte der Kleinstadt 400 Jahre lang. Lehnsherren waren die Grafen Sternberg. In den Stiftsmatrikeln des Bistums Meißen von 1346 und 1495 wird Lieberose an fünfter Stelle aller wichtigen Lausitzer Städte gezählt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts besaß Lieberose den Charakter einer kleinen Residenzstadt, geprägt vom Schloss der Standesherren von der Schulenburg. Bis zu den Befreiungskriegen war Lieberose unter sächsischer Hoheit) und in der Lage und Pflicht, den sächsischen König und seinen Hof aufzunehmen. Nach dem Wiener Kongress kam es an Preußen.
1759 versammelte Friedrich der Große in der Nähe von Lieberose sein neues, zuvor bei Kunersdorf geschlagenes Heer, um nach einer Verfolgung die russischen und österreichischen Truppen in Schlesien zu schlagen. Den „Friedrichsstein“, der den Sammelpunkt markiert, steht am Weg zwischen Behlow und Goschen. Anfang des 20. Jahrhunderts war Lieberose mit einer Gesamtfläche von 130 km² – davon 113 km² Forst und Fischerei – einer der bedeutendsten Forstbetriebe der Provinz Brandenburg. Es besaß ein großes Sägewerk und eine Dampfziegelei. Anschluss an das Bahnnetz wurde dabei über den Bahnhof Lieberose (später umbenannt in Bahnhof Jamlitz) und über die Spreewaldbahn gewährleistet, die ab dem Abzweig Byhlen nach Lieberose führte.
Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht in Deutschland ergriffen, errichtete die SS ein Konzentrationslager. Dieses Lager war ein Außenlager des KZ Sachsenhausen und die Insassen sollten den „größten Truppenübungsplatz der deutschen Waffen-SS in Europa“ (Himmler) errichten. 1943 forderte die SS von Graf Albrecht von der Schulenburg 8000 Hektar Forst zur Erweiterung ihres Truppenübungsplatzes „Kurmark“ und drohte mit Enteignung. Auch sollte der Graf freiwillig Schloss Lieberose verlassen und seine Herrschaft verkaufen, was er jedoch bis Kriegsende durch Verhandlungen hinausschob. Danach wurde sein Besitz von der späteren DDR entschädigungslos enteignet.
Lieberose sollte im Dritten Reich zur Garnisonsstadt ausgebaut werden. Für diese Pläne musste der Ort leiden, denn es wurde zum Ziel für amerikanische Bomber und russische Einheiten. Dabei wurde die direkt hinter dem Rathaus befindliche sogenannte Stadtkirche zerstört, die noch immer als Ruine ein Mahnmal darstellt. Auch das Schloss wurde im Bereich des Rittersaales schwer beschädigt.
Das um 1750 errichtete vierflügelige Schloss wurde bei Kampfhandlungen mit der Roten Armee Ende des Zweiten Weltkrieges teilweise zerstört. Der Rest des beschädigten Schlossflügels wurde zur Gewinnung von Baumaterial für „Neubauern“ abgerissen – ein Unterfangen, dass bald aufgrund der immensen Kosten und des kaum verwertbaren Materials wieder aufgegeben wurde. Zeitzeugen berichten, dass Lieberose kampflos übergeben wurde. Der Verantwortliche des Lieberoser Volkssturms, Passing, hisste zu diesem Zweck die weiße Fahne auf dem Schlossturm. Der Schlossturm stürzte 1975 wegen Baufälligkeit ein. Da das Schloss mittels Eichenpfählen auf modrigen Grund erbaut wurde und der Grundwasserspiegel auf Grund der in dieser Gegend vorkommenden Kohletagebaue absank, litten die Eichenpfähle derart stark, dass sie das Gewicht des Turmes nicht mehr tragen konnten. Zudem fehlte der abgerissene Schlossflügel, der den freistehend erbauten Turm nun nicht mehr stützte. (Quelle: Wikipedia)
Hollbrunn war früher ein Vorwerk der Gutsherrschaft derer von Schulenburg am Rande der Lieberoser Heide. Heute ist diese Örtlichkeit vor allem durch eine private Wetterstation (www.hollbrunn-wetter.de) und die Tierarztpraxis
Dr. Henning bekannt.
Blasdorf, erstmals erwähnt in einer Urkunde aus dem Jahr 1302, liegt zwischen Lieberose und Jamlitz etwa 1km abseits der Bundesstraße B320. Der Ort, seit 1997 ein Ortsteil der Stadt Lieberose, hat 88 Einwohner. Der Ortsname leitet sich nicht von „blasen“ ab, daher ist „Trompetendorf“ auch nur als Scherzbezeichnung zu verstehen.
Der Ursprung des Namens leitet sich aus „Blogos´ewici“ ab, benannt nach dem Gründer des Dorfes, der „Blogos“ (der Gute) hieß. Somit kann man Blasdorf auch als „Dorf der Guten“ frei übersetzen. Obwohl um die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg in alten Kirchenbüchern auch der Name „Bloßdorff“ (Ansiedlung auf einer Waldblöße) zu finden ist. Seit dem 16.Jahrhundert gehört der Ort zur Herrschaft derer von der Schulenburg, welche in Lieberose ansässig waren. Das dörfliche Leben wurde durch diese Zugehörigkeit stark bestimmt. So wurde durch die Herrschaft bestimmt was jeder Bauer anzubauen und welche Hofdienste er zu leisten hat. Im Dorf gab es bis in den 1950 Jahren eine Schule und eine Gastwirtschaft, welche 1957 geschlossen wurde.
Blasdorf ist ein Straßendorf, das von Wiesen und Wäldern umgeben ist. Das Dorf dient heute ausschließlich zu Wohnzwecken. Gekennzeichnet ist das Dorf durch seine Bebauung entlang der Dorfstraße, die in einen unbefestigten Weg übergeht, der in ein angrenzendes Wiesen- und Waldgelände führt. Durch die zeitlich unterschiedliche Bebauung ergibt sich kein geschlossenes Dorfbild. So ist das Altdorf durch eine Freifläche gegenüber den später errichteten Häusern getrennt. Zwei Häuser befinden sich nicht direkt an der das Dorf durchziehenden Straße. Sie gehörten bis 1966 zu Lieberose, da das Mühlenfließ bis zu diesem Zeitpunkt die Gemarkungsgrenze zwischen Lieberose und Blasdorf bildete.
Entlang der Dorfstraße befinden sich Grünflächen, die zum Teil mit Obstbäumen bestanden sind.
Zum Dorf gehören auch einige Teiche, die durch einen Einwohner gepflegt werden. Ebenso legte dieser Einwohner ein Wildtiergehege an, in dem er mehrere Stück Dammwild hält. (Quelle: www.stadt-lieberose.de)
Jamlitz mit dem Gemeindeteil Mochlitz mit seinen 430 Einwohnern ist die größte der kleinen Gemeinden im östlichen Teil des Amtes Lieberose/Oberspreewald. Sie bildet zugleich die Peripherie zum Landkreis Spree-Neiße. Durchzogen wird der Ort von der B320. Die wichtigste Verkehrsader, die 1876 erbaute Bahnlinie Frankfurt/Oder – Cottbus, wurde 1996 still gelegt. Hier endet auch die 1960 eingestellte Spreewaldbahn.
Seine landschaftliche Prägung erhielt der Ort durch die Eiszeit. Sie formte den Landstrich als Teil des ostbrandenburgischen Heide- und Seengebietes mit Sanderflächen und dem Typ von Rinnenseen, wie dem kristallklaren Schwansee, dem idyllischen Radduschsee und dem lauschigen Byhletal. Noch zum Guben-Lieberoser Höhenland gehörend, sieht man den Ort mit dem Schäferteich wie in einem Talkessel liegend.
Diese Lage hat dem Dorf wohl auch seinen Namen gegeben. Er ist aus dem slavischen „jamnica“ gebildet und kann mit „ein in der Grube oder Vertiefung liegender Ort“ gedeutet werden. Urkundlich erstmals erwähnt wird er 1302. 1517 wurden die von der Zauche mit Jamlitz belehnt. 1590 als Pfand von Richard von der Schulenburg auf Lieberose erworben, gehörte es zu der Herrschaft Lieberose bis Mitte des 19. Jahrhunderts.
Mit den Gewerbezweigen Brauerei, Glashütte, Sägewerk setzte dann eine Zeit der Prosperität ein, die durch die Verkehrsanbindung an Frankfurt/Oder und Cottbus verstärkt wurde. Dominierend und anziehend geblieben sind Forst- und Fischwirtschaft. An den Schlaubefischteichen und der Forellenanlage kann man ausgezeichnet angeln. Die Forellenanlage ist verpachtet an den Fischerei-Ingenieur Cornelius Teubner (Telefon 033671-2478). In keiner Richtung verlässt das Grün der Laub- und Nadelbäume den Ort. Diese Romantik hat sich Jamlitz bis in die Gegenwart bewahrt. Wer am Ostrand entlang des Splau-Fließes und der von diesem gespeisten Mühlen-, Schenker-, Meiers- und Chausseeteich westlich um den Radduschsee wandert, oder südlich um den Schäferteich zum Byhlefließ hin mit der Forellenanlage das schöne Byhletal durchstreift, der empfindet Wohlgefallen. Ob Wanderer, Spaziergänger, Angler, Jäger, Pilzsucher oder Naturfreund, sie all können hier innere Erbauung finden und zudem noch Köstlichkeiten mitnehmen.
Zur Schmach und zum Leidwesen der Gemeinde legte sich mit dem Bau eines Außenlagers des KZ Sachsenhausen und der Vernichtung tausender Häftlinge beim Bau eines SS-Truppenübungsplatzes ein düsterer Schatten auf den Ort. Die Umnutzung des Lagers für Internierte durch die sowjetische Besatzung führte zur Fortsetzung des Weges in Leid und Tod für Tausende. Eine Gedenksteinecke, der Waldfriedhof für Opfer des Internierungslagers, das Mahnmal und die Gedenkstätte für die Opfer des KZ in Lieberose sind stille Orte der Trauer und Einkehr. (Quelle: www.amt-lieberose-oberspreewald.de)
Die Wanderstrecke wird an diesem Tag etwa 18 Kilometer lang sein.
Treffpunkt und Beginn werden bei der Anmeldung bekannt gegeben. Eine Einkehr ist nicht vorgesehen, ist aber anschließend individuelle möglich (Bäckerei Dreißig am Markt). Bitte an Rucksackverpflegung denken. Keine Teilnahmegebühr. Um einen Obolus in unseren Fontane-Wanderhut wird gebeten. Urkunde für gutgelauntes und blasenfreies Mitwandern. Weitere Fotos über das Wandergebiet findet man hier in der Online-Zeitung „niederlausitz-aktuell.de“ – Bilder der Region – Dahme-Spreewald:Lieberose bzw. Jamlitz. Sehr interessante Details aus der Geschichte der Stadt Lieberose, der Kienäpfeldarre und der Historie der Adler-Apotheke finden Interessenten auch auf der Website der Adler-Apotheke www.home.tele2.de/apotheke-lieberose.
Anmeldungen bis zum Vorabend unter der Rufnummer 03542-3792.
Vorankündigung – Programmänderung IV. Quartal 2009: Auf mehrfache Anfrage eine Wanderung zur Herbstzeit durch die Muskauer Parkanlagen betreffend haben wir unser Programm für das IV. Quartal 2009 noch einmal präzisiert:
Anstelle der Wanderung Nr. 82 am Sonnabend, den 7.11.2009, ( Niederlausitz – Fürst-Pückler-Land), haben wir eine herbstliche Wanderung Nr. 82 am Sonntag, den 8.11.2009, Parkanlagen in Bad Muskau und Leknica (Fürst-Pückler-Park, Landschaftspark östlich der Neiße -Oberpark- sowie Bade- und Bergpark) in die Planung aufgenommen. Details bitte auf Anfrage bzw. Ankündigung in der Presse.
Foto zum Text: Herbststimmung am Raduschsee nordöstlich von Lieberose
Gerd Laeser
Gästeführer Niederlausitz
Lübbenau

Marktplatz mit Rathaus in Lieberose

Herbststimmung an den Blasdorfer drei Teichen

Feldflur bei Hollbrunn am Rande der Lieberoser Heide

 

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