Als sich der Matrose Martin Eden in die großbürgerliche Elena Orsini verliebt, ist ihm klar, dass sein Charme allein nicht reicht, um ihr Herz und das ihrer Eltern zu erobern. Ungestüm beginnt er, seine bescheidene Bildung zu erweitern. Er liest, was ihm in die Finger kommt. Hat er vorher bisweilen geschrieben, wird das Schreiben nun seine ganze Leidenschaft. Kaum einer glaubt an Martin, selbst Elena verfolgt seine Arbeit mit Herablassung. Das ändert sich, als Martin dem Bohemien und Sozialisten Russ Brissenden begegnet, der sein ungeheures Talent erkennt – und die Gefahren, die auf ihn warten. Kann Martin, der Proletarier, in die Sphären des Großbürgertums aufsteigen, ohne sich selbst zu verleugnen? Wie muss man schreiben, um auch im Moment des Erfolgs bei sich zu sein? Für wen?
Pietro Marcello hat Jack Londons autobiografisch gefärbten Roman ins Neapel des frühen 20. Jahrhunderts versetzt und verwebt Martin Edens bewegende Geschichte mit den politischen Prozessen Europas im 20. Jahrhundert – in einer bildgewaltigen Form, die Neapel und die Konfrontation gesellschaftlicher Klassen so spürbar werden lässt, wie man es jüngst nur von Elena Ferrante kannte.
pm/red
Foto: Piffl Medien / Francesca Errichiello
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