Am Freitagabend empfängt der FC Energie Cottbus unter Flutlicht den 1. FC Nürnberg – die formstärkste Mannschaft der 2. Bundesliga. Im NL-Videotalk arbeitet Cheftrainer Claus-Dieter „Pele” Wollitz zunächst die 1:3-Niederlage in Darmstadt auf, verteidigt seinen offensiven Weg, ordnet den „richtigen Brocken” Nürnberg ein – und gibt Auskunft zur Personallage rund um Kapitän Axel Borgmann. Anstoß im LEAG Energie Stadion ist am Freitag (16. Oktober) um 18:30 Uhr. Für Cottbus ist es das erste Freitagabend-Heimspiel seit der Rückkehr in die 2. Bundesliga – entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Kulisse.
Aufarbeitung der Darmstadt-Pleite
Nach dem 1:3 in Darmstadt nimmt Wollitz kein Blatt vor den Mund: „Wir haben großartige Torchancen herausgespielt und leider nicht verwertet. Dann bekommen wir ein Gegentor, das man so nicht kriegen sollte – und das Momentum war auf der anderen Seite.” Es sei „so ein typisches Unentschieden-Spiel” gewesen, in dem seine Mannschaft beim 1:2 und 3:1 „noch einen draufgesetzt” habe – vor allem die Entstehung des Gegentors nach einer Ecke ärgert ihn. Von einer „Reaktion” der Mannschaft will er aber ausdrücklich nicht sprechen: „Reaktion ist für mich ein negatives Wort. Wichtig ist, dass wir aus dieser Situation etwas Vernünftiges machen.” Solche Spiele werde es in dieser Saison öfter geben: „Wir spielen gegen Mannschaften, die alle besser sind als wir, weil sie seit vielen Jahren in der zweiten Liga spielen. Wir definieren uns in dieser Liga gerade neu.”
Wollitz verteidigt den offensiven Weg
Trotz der meisten Gegentore der Liga hält Wollitz an seiner offensiven Spielidee fest: „Es macht keinen Spaß, die meisten Gegentore zu bekommen. Aber was ist die Alternative? Würden wir nur die Hälfte unserer Chancen nutzen, müssten wir über vieles nicht diskutieren.” Einen anderen Weg werde er nicht einschlagen: „So überzeugt bin ich – wenn wir eine Chance haben wollen, dann ist das dieser Weg.” Ansetzen will er bei den individuellen Fehlern und der Arbeit gegen den Ball: „Das liegt nicht nur an den Abwehrspielern. Entscheidend ist, mit welcher Konsequenz die vordere Kette nacharbeitet. Verbessern wir uns da, haben wir hinten weniger Probleme.”

„Ein richtiges Brett” – Nürnberg, Moustfa & die Personallage
Den kommenden Gegner adelt Wollitz: Nürnberg sei „die Mannschaft der Stunde”, noch ungeschlagen, mit den meisten Toren und „fantastischem Fußball”, gewachsen über Jahre und mit großer Substanz. Dass der Club im Sommer seinen italienischen Nationalstürmer Zoma nicht verkaufen musste, zeige das Potenzial. „Es wird ein richtiges Brett. Aber gerade in solchen Spielen kann man sich steigern und viel Selbstvertrauen holen” – wie beim 3:0 in Karlsruhe. Mut macht ihm die Rückendeckung von den Rängen: „Das Publikum kann der zwölfte Mann sein.” Ein besonderes Wiedersehen ist das Spiel für Wollitz mit Can Moustfa, der Cottbus im Sommer Richtung Nürnberg verlassen hat: „Solche Spielertypen sind bei mir gern gesehen – frech, unbekümmert, mit dem gewissen Etwas am Ball. Wenn er am Freitag dabei ist, freue ich mich, ihn zu sehen.”
Sorgen bereitet die Personalsituation: Kapitän Axel Borgmann fehlte im Abschlusstraining. „Er ist letzte Woche muskulär ausgewechselt worden, hat Probleme am Oberschenkel”, so Wollitz. Ob es bis Freitag reicht, ist offen – der Trainer gibt sich vorsichtig hoffnungsvoll. Ansonsten steht nahezu der gesamte Kader bereit; lediglich Erik Engelhardt fällt aus. Positiv entwickelt sich Justin Butler, der zuletzt in drei Spielen dreimal traf: „Es freut uns, dass da eine Entwicklung stattfindet. Ich hätte nichts dagegen, wenn das noch einige Wochen anhält.”
Energie Cottbus nimmt Leon Guwara erneut unter Vertrag
Comeback beim FC Energie Cottbus: Nach seinem eigentlichen Abschied im Sommer steht Leon Guwara wieder fest im Kader. Der Zweitligist einigte sich zur Wochenmitte erneut mit dem 30-jährigen Außenverteidiger auf einen Vertrag. Da Guwara zuletzt ohnehin komplett mitgetrainiert hatte, kann er sofort loslegen. Er bekommt die Rückennummer 25. ->> Hier weiterlesen
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