Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg richtet eine eigene hausärztliche Praxis in Cottbus ein. Sie soll Patienten mit akutem Behandlungsbedarf auffangen und ist bis Ende 2028 befristet. Das teilte die KVBB am Samstag mit.
Warum die KVBB in Cottbus selbst tätig wird
Hintergrund ist die angespannte Lage in der Stadt und im Umland. Seit 2021 ist die Zahl der Versorgungsaufträge nach Angaben der Vereinigung spürbar zurückgegangen. Zugleich ist ein großer Teil der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte bereits über 60 Jahre alt – die Nachbesetzung ist damit absehbar das nächste Problem.
Vorausgegangen seien intensive Gespräche mit den Haus- und Kinderärzten vor Ort sowie Versorgungsanalysen, um den Bedarf zu ermitteln.

Ein Angebot für den akuten Behandlungsfall
Die neue Einrichtung richtet sich ausdrücklich an Patientinnen und Patienten mit akutem Behandlungsbedarf – etwa dann, wenn dringend Medikamente verordnet werden müssen. Sie ersetzt keine Hausarztpraxis mit festem Patientenstamm, sondern soll die vorhandenen Praxen entlasten. Die Eröffnung ist für die kommenden Monate geplant.
„Wir wollen damit sicherstellen, dass Cottbuser Patientinnen und Patienten auch kurzfristig ärztliche Hilfe bekommen und die Praxen in Stadt und Region entlastet werden“, sagt Stefan Roßbach-Kurschat, stellvertretender Vorsitzender der KVBB.
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Befristet bis Ende 2028 – und das mit Absicht
Die Praxis ist bis zum 31. Dezember 2028 befristet. Das ist keine Randnotiz, sondern Teil der Konstruktion: Die Vereinigung versteht die Eigeneinrichtung als Übergangslösung, nicht als Dauerbetrieb.
„Sie ist eine Brücke, bis sich die Versorgungslage vor Ort und im Umland wieder stabilisiert“, so Roßbach-Kurschat. Wichtig sei die enge Abstimmung mit den niedergelassenen Praxen. Er dankte den Kolleginnen und Kollegen, die aktuell „am Limit oder sogar darüber hinaus“ arbeiteten.
Was in Cottbus schon versucht wurde
Die Stadt beschäftigt das Thema seit Jahren. Cottbus hat ein eigenes Förderprogramm für Praxen aufgelegt, ein Bündnis gegen den Ärztemangel gegründet und ein Netzwerk für die Hausarztversorgung in Stadt und Umland angestoßen. Dass nun die Kassenärztliche Vereinigung selbst eine Praxis betreibt, ist eine neue Stufe.
Wo genau die Praxis entsteht und mit welchem Personal sie arbeiten wird, teilte die KVBB noch nicht mit.
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Red. / Presseinformation
Symbolbild: Myriams-Fotos / Pixabay






