Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) in Cottbus hat ein neuartiges Computertomographie-Gerät in Betrieb genommen. Im Institut für Radiologie und Neuroradiologie kommt seit Kurzem ein sogenanntes Photon-Counting-CT von Siemens Healthineers zum Einsatz. Der Vorteil für Patienten: Das Verfahren liefert besonders hochaufgelöste Bilder – und das bei geringerer Strahlendosis als herkömmliche Geräte. Hinter dem sperrigen Begriff steckt eine „photonenzählende“ Technik: Das Gerät erfasst die Röntgenstrahlung direkt und ermöglicht dadurch eine besonders detailreiche Bildgebung. Feine anatomische Strukturen lassen sich präziser darstellen, Gewebeunterschiede besser beurteilen. Zugleich kann die Strahlenbelastung bei geeigneten Untersuchungen sinken – der Hersteller nennt für bestimmte hochauflösende Aufnahmen eine Reduktion von bis zu 45 Prozent gegenüber herkömmlichen Systemen.
Vorteil besonders für Kinder und wiederkehrende Untersuchungen
„Mit deutlich weniger Strahlung lässt sich eine bessere Bildqualität erzeugen“, sagt Prof. Dr. Gero Wieners, Chefarzt der Radiologie an der MUL – CT. Das bedeute eine geringere Belastung für die Patienten – „ein besonders wichtiger Aspekt bei Kindern oder bei Menschen, die wiederholt untersucht werden müssen“. Zugleich ließen sich feinste Strukturen klarer darstellen und Gewebeunterschiede genauer erkennen, was die diagnostische Aussagekraft verbessere und schneller zu einer sicheren Diagnose führen könne.
Einsetzbar ist das Gerät für ein breites Spektrum – von der Notfallmedizin und Traumatologie über die Onkologie bis zur Gefäßdiagnostik. Gerade bei schweren Verletzungen hilft die schnelle Bildgebung, bei Lungenuntersuchungen ermöglicht sie kürzere Atemhaltezeiten. In der Krebsmedizin kann die Technik helfen, Tumoren und Metastasen genauer zu beurteilen, in der Neurologie feine Blutgefäße im Gehirn detaillierter darzustellen.
Teil einer Innovationspartnerschaft
Die Anschaffung ist Teil einer seit 2024 bestehenden Partnerschaft zwischen der MUL – CT und Siemens Healthineers, die unter anderem Beschaffung, Gerätemanagement und Wartung der bildgebenden Großgeräte umfasst. Für den Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Eckhard Nagel ist das neue CT mehr als ein technisches Upgrade: „Investitionen in moderne Medizintechnik sind zugleich Investitionen in einen Strukturwandel, der sich durch eine gelingende Zukunft für die Menschen in der Lausitz auszeichnet.“ Man wolle den Patienten in der Region eine Versorgung „auf höchstem Niveau“ bieten.
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