In Cottbus läuft seit Kurzem ein Prüfstand, auf dem elektrische Flugantriebe getestet werden. 35 Tests und 150 Stunden Testbetrieb sind bereits absolviert – die Hälfte der Anlage ist noch im Aufbau.

Vier von acht Testachsen laufen
Im Forschungsprojekt ETHAN hat chesco die neue Prüf- und Testinfrastruktur für elektrische Flugantriebe in Betrieb genommen. Vier der insgesamt acht elektrischen Testachsen sind einsatzbereit.
Damit lassen sich Antriebssysteme unter realitätsnahen Betriebs-, Belastungs- und Fehlerszenarien untersuchen. Genau darum geht es: Bevor ein elektrischer Antrieb in ein Flugzeug darf, muss er nachweisen, dass er auch dann funktioniert, wenn etwas schiefgeht.
1.450 Umdrehungen beim ersten Anlauf
Den Auftakt bildete der erste „First Turn“. Dabei wurde ein Flugmotor unter realen Betriebsbedingungen getestet und erreichte eine Drehzahl von 1.450 Umdrehungen pro Minute. In den folgenden Versuchsreihen bestätigten die Testsysteme diesen Wert mehrfach, bei einem Drehmoment von bis zu 1.560 Newtonmetern.
Das Drehmoment beschreibt die Kraft, mit der der Antrieb seine Welle dreht. Die Drehzahl allein sagt dabei wenig aus, wie chesco betont: Für einen elektrischen Flugantrieb mit großem Propeller können 1.450 Umdrehungen pro Minute durchaus passend sein. Ein Prüfstand muss allerdings deutlich mehr können, damit sich auch künftige Antriebskonzepte mit anderen Propeller- und Motorkombinationen untersuchen lassen.
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35 Tests, 150 Stunden, vier Motoren
Seit der Inbetriebnahme wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als 35 Tests mit einer Gesamtlaufzeit von über 150 Stunden durchgeführt. Zum Einsatz kamen dabei vier unterschiedliche Motoren und verschiedene Betriebsarten.
Im sogenannten Passive Mode wird der zu untersuchende Flugmotor dabei von außen angetrieben, statt selbst anzutreiben – eine Methode, mit der sich das Verhalten der Systeme gezielt vermessen lässt.
Warum das für Cottbus zählt
Elektrische Flugantriebe sind bislang vor allem ein Forschungsthema. Wer sie in Serie bringen will, braucht Anlagen, auf denen sie geprüft werden können – und solche Prüfstände gibt es nicht viele.
Für den Standort bedeutet das: Nicht nur die Entwicklung, auch die Erprobung findet hier statt. Das ist der Teil der Wertschöpfungskette, der Ingenieurinnen und Ingenieure dauerhaft an einen Ort bindet.
chesco ist als Forschungs- und Technologiezentrum an der BTU Cottbus-Senftenberg angesiedelt und arbeitet an Antrieben für die Luftfahrt der Zukunft.
Titelbild: © CHESCO GmbH
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Red. / Presseinformation





