In diesem Jahr bereits mehr als 15.300 Flüchtlinge neu aufgenommen
Brandenburg nimmt am heutigen Donnerstag voraussichtlich weitere rund 350 Asylbewerber auf, die mit Sammeltransporten aus Bayern kommen. Ein Sonderzug aus Passau traf am späten Vormittag mit mehr als 370 Personen an Bord am Bahnhof Schönefeld ein, wie der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, in Potsdam mitteilte. 254 Passagiere fuhren anschließend mit Bussen zur Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Eisenhüttenstadt. Dort wurden sie zunächst in den Notquartieren Unterschleuse und an der Landesfeuerwehrschule untergebracht.
Damit hat Brandenburg nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter seit Jahresbeginn bis zum heutigen Tag bereits mehr als 15.300 Asylbewerber aufgenommen (gesamtes Jahr 2014: 6.300; gesamtes Jahr 2013: 3.300). Allein im September kamen bislang über 5.100 Personen, während im bisherigen Rekordmonat August knapp 2.300 Asylbewerber zu verzeichnen waren. „Es ist möglich, dass allein im laufenden Monat so viele Flüchtlinge nach Brandenburg kommen, wie im gesamten letzten Jahr“, sagte Schröter. „Ein Ende der Massenflucht nach Deutschland ist derzeit nicht absehbar.“ In der Erstaufnahmeeinrichtung und den Außenstellen waren am Donnerstagmorgen über 3.600 Menschen untergebracht, rund 1.100 von ihnen lediglich in Zelten.
Für den späten Abend werden in Eisenhüttenstadt weitere zwei Busse aus Bayern mit knapp 100 Flüchtlingen erwartet. Der bayerische Grenzraum ist gegenwärtig Endpunkt der Fluchtbewegungen insbesondere aus dem Nahen und Mittleren Osten über die sog. „Balkanroute“ bis nach Deutschland. Seit Anfang September ist die Zahl der dort ankommenden Flüchtlinge massiv angestiegen. Das Innenministerium geht weiterhin von außerordentlich hohen Zugangszahlen aus.
Quelle: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg