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Finsterwalde Donnerstag, 12 März 2020 von Redaktion/ Presseinfo

Klinikum in Finsterwalde darf Implantat für Diabetes-Patienten einsetzen

Klinikum in Finsterwalde darf Implantat für Diabetes-Patienten einsetzen

Seit kurzem ist das Krankenhaus Finsterwalde des Elbe-Elster Klinikums zertifiziertes Zentrum für die kontinuierliche Echtzeit-Blutglukosemessung (rtCGM). Das bedeutet, dass im Krankenhaus Finsterwalde die kleinen Sensoren unter die Haut implantiert werden dürfen, die dann permanent den Glukosewert messen. Es handelt sich hierbei um einen minimalen, ambulanten Eingriff, bei dem ein kleiner Mikrochip in der Regel am Oberarm eingesetzt wird.

Weiter teilte das Elbe-Elster Klinikum dazu mit:

Mit Hilfe dieses Sensors wird der Glukosewert dauerhaft überwacht und schlägt bei Unterzuckerung Alarm.
Die Implantation des Sensors ist lediglich in zertifizierten Zentren erlaubt, diese befinden sich bisher hauptsächlich nur in ambulanten Schwerpunktpraxen. Seit Januar gehört auch das Krankenhaus Finsterwalde dazu. „Damit ersparen wir unseren Patienten weite Wege und ermöglichen die regionale Behandlung in der Heimat“, erläutert Chefarzt Dr. (Univ. Neapel) Frank Müller, der als zertifizierter Diabetologe die Implantation vornehmen darf.

Bei den ersten Diabetes-Patienten wurden in Finsterwalde bereits die kleinen Mikrochips implantiert. „Der große Vorteil gegenüber der klassischen Blutzuckermessung, bei der man lediglich punktuelle Messwerte erhält, ist die kontinuierliche Messung über 24 Stunden an sieben Tagen“, betont der Chefarzt. So entsteht ein Gesamtbild des Glukoseverlaufs, bei dem auch bisher unerkannte Blutzuckerschwankungen ersichtlich werden, die beispielsweise durch Sport oder Ernährung entstehen. So können wichtige Rückschlüsse für die Diabetes-therapie getroffen werden und Folgeschäden reduzieren sich. Die sensorbasierte Glukose-messung erleichtert die gesamte Stoffwechselkontrolle und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen. Die Messwerte werden in Echtzeit an eine Smartphone App übertragen. So haben Menschen mit Diabetes den aktuellen Glukosewert jederzeit im Blick. Außerdem kann das System durch das Implantat nicht abfallen wie andere externe Geräte.

Alle rtCGM-Systeme besitzen eine Warnfunktion, die bei einer Unterzuckerung Alarm gibt – manche sogar bevor der individuelle Glukosewert den definierten Zielbereich verlässt. „Das gibt Betroffenen mehr Sicherheit im Alltag, sei es für den Erhalt des Arbeitsplatzes oder für Patienten die an Blutzucker- Wahrnehmungsstörungen leiden, deshalb den niedrigen Blutzucker nicht merken und in der Folge einfach umfallen“, beschreibt Schwester Cosette, Fachkraft für Ernährung, Diabetesberatung und Schulung die Bedeutung der kontinuierlichen Messung. Insbesondere für jüngere Menschen sei das System attraktiv, da sich die Messwerte zum Beispiel auch über eine sogenannte Smartwatch kontrollieren ließen.

Für wen ist das rtCGM-System geeignet? „Es ist für alle Patienten mit Diabetes Typ 1, aber auch für andere Diabetestypen geeignet, die eine intensivierte Insulintherapie durchführen“, so der Chefarzt der Inneren Medizin in Finsterwalde. Wer sich für das Messsystem entschieden hat und die
Kostenübernahme durch die Krankenkasse vorliegt, kann sich zur Implantation an das Sekretariat der Inneren Abteilung des Krankenhauses Finsterwalde wenden.

Red./Presseinfo

Foto: Standort Finsterwalde ©Elbe-Elster Klinikum

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