Bad Liebenwerda Donnerstag, 19 November 2015 von Redaktion

Komparsen erzählen Geschichten aus zehn Jahrhunderten

Komparsen erzählen Geschichten aus zehn Jahrhunderten

Kreismuseum Bad Liebenwerda zeigt Sonderausstellung Terra incognita – das Elbe-Elster-Land, eine tausendjährige Kulturlandschaft

Es ist eine illustre Truppe, die aktuell den Besucher im Museum des Mitteldeutschen Wandermarionettentheaters in Bad Liebenwerda empfängt: Otto, Bodo, Arnold, Barbara, Gottfried August, Georg Christian, Friedrich, Karl, Johann Gottlob, Richard, das Remp, Benedicta Margaretha, der Elstermüller, der Waldschrat und Karl Eduard heißen die Komparsen der Sonderausstellung im Museum in Bad Liebenwerda zum Brandenburger Kulturlandthema „Landschaft im Wandel“. „Die Schau nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Region entlang der Schwarzen Elster und berichtet vom Alltagsleben der Menschen in einer in zehn Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski zur Eröffnung am 14. November. Aber es sind nicht nur Randerscheinungen im großen Lauf der Geschichte. Alle Figuren stehen für eine bestimmte Zeit der Geschichte des Elbe-Elster-Landes. Im Museum finden sie zueinander. Hier an der Schwarzen Elster, dem prägenden Fluss der Region, waren sie zu Hause.

Wo liegt eigentlich Elbe-Elster, welche Rolle spielte es in der großen und kleinen Geschichte, was ist typisch für die Region zwischen Elbe und Elster, was zeichnet sie aus? Alles Fragen, auf die die Sonderausstellung Anregungen für Antworten geben möchte. „Die Ausstellung will Orientierung sein, sich für die Heimat bzw. für eine Landschaft, egal ob als Gast oder Einheimischer, zu interessieren. Sie will aufmerksam machen auf Interessantes und Sehenswertes, möchte helfen Verlorengehendes zu retten und auf Vergessenes hinzuweisen - das lohnt, wieder ausgegraben zu werden“, beschreibt Ralf Uschner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums des Mitteldeutschen Wandermarionettentheaters, das Anliegen der Schau. Umgesetzt wurde die inhaltliche Idee der Ausstellung übrigens vom Diplomdesigner und Künstler Uwe Schaffranietz aus Maasdorf bei Bad Liebenwerda.

Alle Protagonisten der angebotenen Zeitreise in der Ausstellung haben zu berichten und Geschichten zu erzählen. Der Zeit entfliehen wollte man schon vor hundert Jahren – wie Richard, einer der Erzähler in der Ausstellung. Seinen Kindheitstraum von Indianern und Wildnis hat er sich dennoch ein wenig erfüllt, wenn auch nur im kleinen und regionalen Rahmen. So wie in der Geschichte von Tiger und Bär auf der Suche nach Panama. Phantasie- und geheimnisvoll waren oft die Erzählungen der Alten, die noch jeden Winkel daheim und jede Pflanze am Straßenrand kannten. Und wer zu erzählen weiß, dem geht vieles leichter von der Hand, wie die Geschichte vom Remp, einem uralten Huckaufgespenst um Elsterwerda, erzählt. Mit dabei in der Sonderausstellung ist natürlich auch der Komödiant und Schattenspieler Johann Gottlob Wolf, der vor 250 Jahren die Tradition des Puppenspiels im Elbe-Elster-Land begründete.

Auch Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung haben sich im Elbe-Elster-Land abgespielt. Nur zwei Beispiele seien herausgegriffen: Die Schlacht bei Mühlberg im Jahre 1547 und das erste offizielle Treffen amerikanischer und russischer Truppenteile am Ende des zweiten Weltkrieges in Burxdorf bei Liebenwerda und nicht, wie in den Geschichtsbüchern oft vermerkt, in Torgau. Jedoch spielen diese in der Ausstellung eher eine untergeordnete Rolle. Es geht mehr um das Alltagsleben der Menschen in einer in zehn Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft entlang der Schwarzen Elster.

Die Sonderausstellung ist ein Projekt im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2015 und ist noch bis zum 31. Januar 2016 zu besichtigen. Führungen und museumspädagogische Angebote sind anzumelden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.




Fotos: Pressestelle Kreisverwaltung
Quelle: Landkreis Elbe-Elster

 

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