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Cottbus Freitag, 27 August 2021 von Redaktion

Thiem-Research und iCampus Cottbus starten Kooperation

Thiem-Research und iCampus Cottbus starten Kooperation

Wie können die Atmung oder Herztöne von Patientinnen und Patienten in Zukunft kabellos, sogar durch Kleidung und die Bettdecke erfasst werden? Daran forschen Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg, der vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen des iCampµs Cottbus (Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS), Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Leibniz-Instituts für Höchstfrequenztechnik (FBH), Leibniz Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP)) sowie die Thiem-Research. Gemeinsam wird an einem medizinischen Radarsystem getüftelt.

Rückschlüsse auf Herzerkrankungen

Durch die Radarstrahlen können Vitalparameter erfasst werden und dann mithilfe von künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Atmung und Herzaktivität könnten so Rückschlüsse auf Herzerkrankungen geben. „Gemeinsam mit der Kardiologie wollen wir so die ersten Daten von Patientinnen und Patienten sammeln und das medizinische Radarsystem unter Realbedingungen im Krankenhaus erproben“, so Dr. Steffen Ortmann, Leiter der Thiem-Research, der Forschungstochter des CTK. „Wir wollen das Monitoring zu vereinfachen und so die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Zukünftig könnte so auch eine Überwachung von Patientinnen und Patienten zu Hause ermöglicht werden.“/p> Ziel ist es, dass alle elektronischen Bauteile des medizinischen Radarsystems in einen Schuhkarton passen, damit es flexibel an verschiedenen Orten nutzbar ist. „Gemeinsam mit allen Partnern des iCampµs können wir nicht nur winzige aber hochleistungsfähige Mikrochips entwickeln. Dank der Thiem-Research können wir die Entwicklung sofort im Klinikalltag testen“, fasst Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. habil. Harald Schenk, Leiter des iCampµs-Verbundes, die Vorteile der Kooperation zusammen.

Passgenauere Medikamentendosierung

Angedacht ist zudem die Entwicklung neuer Messverfahren, um Rückstände von Medikamenten auf der Haut oder in Körperflüssigkeiten nachzuweisen. So könnte beispielsweise die Dosierung von Chemotherapien für Krebspatienten passgenauer gesteuert werden.

Foto: Dr. Steffen Ortmann, Dr. Franziska König, Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. habil. Harald Schenk, Jonas Pantzer

pm/red

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