Cottbus Donnerstag, 18 April 2019 von Redaktion

Kunstwerke von Günther Rechn in Sparkasse und Marstall Schloss Branitz erlebbar

Anlässlich des 75. Geburtstages des Cottbuser Künstlers Günther Rechn wurde am heutigen Donnerstag eine Doppelausstellung seiner Werke in der Sparkasse Spree-Neiße und im Marstall Schloss Branitz eröffnet. Die Doppelausstellung zeigt Werke, die von Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen inspiriert sin. Der Betrachter begibt sich somit auf  Entdeckungsreise durch das Leben des Künstlers. Dabei bleibt viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Der Austellung in der Hauptsparkasse läuft bis zum 31.Mai 2019, die Ausstellung im Marstall und Schloss Branitz findet dagegen bis 29. September 2019 statt. 

Mehr Infos zur Doppelausstellung gibt es unter anderem im Videointerview mit Günther Rechn im Titelvideo.

Die Stiftung Fürst-Pückler Park und Schloss Branitz teilte dazu mit:

Der 1944 geborene Günther Rechn hat von 1966 – 1971 an der Burg Giebichenstein in Halle studiert. Seine Lehrer waren Willi Sitte, Lothar Zitzmann und Hannes H. Wagner. Von Anbeginn hat der Maler und Zeichner Rechn ganz individuelle Resonanzen auf Gesehenes entwickelt, was eine eigene Vision von Realität zur Folge hatte. Seitdem ist der expressive Realist auf der Suche nach einer Vorstellung intakter gesellschaftlicher Zustände, was in seinen Menschen- und Tierbildern, aber auch in den Landschaftsdarstellungen und Stillleben zum Ausdruck kommt. Die Entstehung seiner Menschenbilder unterliegt gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen. Mit psychologischem  Einfühlungsvermögen,  das  sich  über  den  Eindruck  bloßer  körperlicher  Materialität  hinaus manifestiert, begibt er sich vorzugsweise an die Bruchstellen von Eitelkeit, Erhabenheit und Lächerlichkeit. In seinem  nervös  energetischen  Selbstbildnis  lockt  der  menschenfreundliche  Skeptiker  Rechn  den  Geist  des Komischen hervor. Mit heftigem Pinselstrich, mit Verzerrungen und dramatischer Mimik verwandelt er seinen Seelenzustand  in  eine  intensive  Malerei  mit  der  Farbe  als  Ausdrucksträger  emotionaler  Gespanntheit.  Der hauptsächlich figurativ arbeitende Maler zeigt in seinen Bildern immer wieder, dass Expression und Sensibilität,Stärke  und  Verletzlichkeit  keine  Gegensätze  sind.  Als  grundsätzliches  Charakteristikum  gilt  die  meisterliche Darstellung von Bewegungsabläufen oder von plötzlichem Bewegungsstillstand. Am deutlichsten geschieht das in  den  Tierbildern.  Hier  lässt  sich  Günther  Rechn  ganz  auf  den  Blickwinkel  der  Kreatur  ein,  der  er  sich  mit empathischem  Blick  und  mit  der  Hoffnung  nähert,  die  Trennung  der  Welt  von  Mensch  und  Tier  in  einer geschützten Natur aufzuheben. Auch in den aus dem Erlebnis kommenden Landschaftsbildern manifestiert sich eine sinnlich erlebte Natur, in die sich diverse Erfahrungswerte von Welt über das Auge ebenso eingeschrieben haben wie die Bereitschaft zu metaphorischem Ausdruck. Das Topografische dient ohnehin nur als Anlass für rein malerische Deutungen.

In der Branitzer Ausstellung werden 45 Gemälde und neun Kleinplastiken des Künstlers gezeigt. Als besonderes Angebot für die Besucher bietet die Ausstellung auch einen Blick in Rechns Künstleratelier, ermöglicht mittels einer  VR-Brille  und  der  Virtual  Reality  Technologie.  Den  Film  fertigte  der  Fotograf  und  Filmemacher  Walter Schönenbröcher an, von dem auch die Fotos für den Katalog stammen. „Ein  häufig  wiederkehrendes  Thema  in  Rechns  Kunst  sind  die  Parklandschaften  des  Fürsten  Hermann  von Pückler-Muskau,“ freut sich Gert Streidt, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. „Rechn  malt  Pückler  als  Lebenskünstler,  auf  Stelzen  balancierend  am  Pyramidensee  im  Branitzer  Park,  im Hintergrund seine Grabpyramide, den Tumulus. Die Branitz-Bilder zeigen auf ganz eigene Weise, wie Pücklers Garten-  und  Landschaftskunst  ins  Heute  wirkt  und  ständiger  Quell  auch  für  neue  künstlerische Auseinandersetzung ist.“ In der Hauptstelle der Sparkasse Spree-Neiße zeigt der Cottbuser Maler 30 farbintensive Werke, die den „Fragen des gegenwärtigen Menschseins“ gewidmet sind. Er arbeitete mit Acryl auf Papier. Bis zum 31. Mai 2019 sind Kunden und Gäste der Sparkasse eingeladen, sich die Werke von Günther Rechn in den Geschäftsräumen der Geschäftsstelle Breitscheidplatz und der Galerie im ersten Obergeschoss anzuschauen. „Günther Rechn ist ein herausragender Maler, den wir sehr schätzen“, betont Sven Walter, Direktor der Direktion Cottbus-Süd der Sparkasse Spree-Neiße. „Viele seiner großartigen Werke sind seit Jahren Bestandteil unserer Sammlung und bereichern mit ihrer Kraft und Ausstrahlung unsere Geschäftsstellen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir parallel zu seiner großen Ausstellung in Branitz auch in unserer Hauptstelle am Breitscheidplatz, mitten in Cottbus, seine Kunst stolz präsentieren dürfen“.

Die Förderung von Kunst und Kultur  gehört für die Sparkasse Spree-Neiße zum Kern ihres gesellschaftlichen Engagements. Als heimisches Finanzinstitut unterstützt sie zahlreiche Ausstellungen in der Region. Den Künstlern bietet  sie  mit  ihren  offen  und  großzügig  gestalteten  Geschäftsräumen  ein  Forum zur  Präsentation  ihres künstlerischen Schaffens. Die Sparkasse Spree-Neiße gehört zu den größten Sammlern regionaler Kunst. Mitgroßem Stolz präsentiert sie in ihrer Hauptstelle sowie den 6 Direktionen mit 42 Geschäftsstellen fast 800 Werke einheimischer  Künstler.  Dauerhaft  und  mit  großer  Bandbreite dokumentieren  die  zahlreichen  Bilder und Skulpturen die künstlerische Vielfalfalt zwischen Spree und Neiße.

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