Bittere Pillen sollen ja bekanntlich helfen und die drei bei Fortuna Köln hätten doch reichen sollen, um sich kräftig zu schütteln und nicht weitere einnehmen zu müssen. Aber gegen Osnabrück tauchte sie in Form von Savran in der 94. Minute vor Lück auf und schoss Energie in die Krise. Die Gäste holten nach der Entlassung ihres Trainers die ersten drei Punkte der Saison, Energie blieb im vierten Spiel ohne Erfolgserlebnis. Dahin die Anfangseuphorie und obwohl Breitkreuz zur zwischenzeitlichen Führung traf, werden die Rufe nach einem weiteren Stürmer immer lauter. Grund dafür sind seine Nebenleute. Allen voran Fabio Kaufmann, der in der 64. Minute das 2:1 auf dem Fuß hatte, er hätte lupfen, tunneln oder querlegen können, am Ende rauschten er und Keeper Schwäbe zusammen. Aber auch Ledgerwood, Kauko und Kyereh hätten ein Tor machen können, haben sie nicht.
Dazu kam Michels Bärendienst in der ersten Halbzeit, als Osnabrück gegen gute Cottbuser noch keinen Stich im Spiel sah. Innerhalb einer Viertelstunde holte er sich zwei gelbe Karten ab, die zweite in der 43. Minute war seine Fahrkarte zum vorzeitigen duschen. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters. Damit war Energie 45 Minuten lang zu zehnt und kämpfte, igelte sich in der zweiten Halbzeit sehr ein und überließ den Gästen bis auf wenige Konter Räume zum kombinieren. Als wäre die mangelnde Chancenverwertung nicht schon genug Bestrafung für Energie Cottbus, mischte sich auch noch Schiedsrichter Rohde aus Rostock ins Geschehen ein. Mimbala wurde auf der rechten Abwehrseite aus nächster Nähe angeschossen, Arme am Körper und der Schiri zeigt Freistoß sowie eine gelbe Karte gegen den Cottbuser. Ein Highlight, unter einigen unverständlichen Entscheidungen des Unparteiischen. Krämer kommentierte es so: „Der Schiedsrichter machte sowieso was er wollte, hätten wir unsere Chancen aber vorher genutzt, wäre seine Leistung nicht ins Gewicht gefallen.“ Symptomatisch, das mit diesem Freistoß das 1:1 fiel, Hohnstedt hätte aber auch niemals so frei im Strafraum stehen dürfen, schon vorher hatte er mit einem Schuss auf sich aufmerksam gemacht. Ab sofort ereigneten sich aber auch weitere kuriose Szenen im Stadion. Savran, eigentlich bei den Gästen unter Vertrag, begeisterte sich als Balljunge für Energies Keeper Lück. In seinem Eifer vermasselte er aber eben meist jenes, was er herbeiführen wollte, eine schnelle Spielfortführung. Der Provokation nicht genug, stellte sich Willers nach dem Siegtreffer demonstrativ vor die Nordwand und jubelte. Fairness im Sport sieht anders aus. Seis drum, auch beim 1:2 hätte Savran nicht so frei stehen dürfen, Mann und Maus hätten im Strafraum sein müssen um sowas zu verhindern, das Stichwort Zuordnung bei Standards sollte weit oben stehen auf dem Trainingsplan. Von Kyerehs Einsatz im Vorfeld, der erst zu dem Freistoß vor dem Tor führte, ganz zu schweigen.
Energie muss einen Weg finden hinten stabiler zu werden, neun Gegentore in vier Spielen sind deutlich. Vorn steht in der selben Zeit nur ein Treffer zu Buche, zählt man Latten- und Pfostentreffer hinzu, sähe die Welt schon anders aus. Im Mittelfeld waren Zeitz, Holz und Bouziane eine Bereicherung. Im nächsten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers sollte langsam die Wende her, sonst könnte man sich schnell in den Tiefen der dritten Liga wiederfinden.
Alle Szenen gibts in der Video-Spielzusammenfassung.
Stimmen zum Spiel:
VfL Osnabrück, Joe Enochs: „Wir haben Schwierigkeiten gehabt ins Spiel zu finden. Langsam ging es rein, dann kriegen wir nach einem Standard das Gegentor. Dadurch lagen wir hinten und es war schwer zurück zu kommen. Wir hatten nicht die notwendigen Torchancen und die gelb-rote Karte kam uns natürlich entgegen. Lob an mein Team, gegen zehn ist es manchmal schwieriger, aber das haben wir in der zweiten Halbzeit gut gemacht. Der Siegtreffer in der Nachspielzeit ist glücklich, aber das nehmen wir natürlich gern mit.“
Energie Cottbus, Stefan Krämer: „Bis zur gelb-roten Karte war ich sehr zufrieden mit dem Spiel. Wir haben vieles umgesetzt, die Karte jedoch war nicht eine von der schlausten Sorte. Dennoch hatten wir genug Chancen in der zweiten Hälfte um ein weiteres Tor zu machen. Wir lassen zuviele Chancen liegen und belohnen uns einfach nicht. Bevor wir über den Mann in blau diskutieren, hätten wir das zweite Tor gemacht, wäre seine Leistung nicht ins Gewicht gefallen.“
Fotos: Holger Bergmann
Bildergalerie: Holger Bergmann und Christiane Weiland
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