Landesliga Süd: Wacker Cottbus-Ströbitz – Dynamo Eisenhüttenstadt 0:1 (0:0)
Wer sich von den 72 Zuschauern vor diesem Match gegen die Eisenhüttenstädter Dynamos mit der Tabelle beschäftigt hatte, durfte wohl davon ausgehen, dass die Ströbitzer Wackermänner dieses Heimspiel klar gewinnen würden. Aber schon nach reichlich 15 Minuten zeichnete sich zunehmend ab, dass der Tabellenvorletzte zu diesem stürmisch-sonnigen Samstagnachmittag-Spiel nicht als Drei-Punkte-Lieferant nach Cottbus gekommen war. Es dominierten nicht die favorisierten Wackeraner, bei denen mit Randy Gottwald, Philipp Knapczyk und Enrico Schrobback Leistungsträger in der Innenverteidigung und im offensiven Mittelfeld fehlten, sondern in fast allen Belangen die Gastmannschaft. Die jungen „Dynamos“ (Durchschnittsalter 21.5 Jahre) agierten sehr ballsicher, schnell, kämpferisch und einsatzfreudig. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit ein deutliches Warnsignal: Der schussstarke Stürmer Christian Wulff (Nummer 11) traf das Wacker-Aluminium. Vorerst! Die Cottbuser hingegen präsentierten sich weitgehend harmlos, ihr Spielaufbau blieb zumeist Stückwerk, weil sie statt flacher Pässe immer wieder hohe Bälle gegen den starken Westwind spielten. Ihr Trainer Tino Kandlbinder sah natürlich die Misere und ahnte vermutlich wohl schon die drohende Niederlage als er bereits vor Ablauf der ersten 45 Minuten konstatierte: „Wir sind heute einfach nur schwach. Das Warum kann ich mir nicht erklären“. In der 52. Minute kam es dann so wie es unter diesen Umständen fast zwangsläufig kommen musste. Mit einem satten diagonalen Linksschuss aus etwa 20 Metern traf Christian Wulff ins rechte Dreiangel –unhaltbar für den ansonsten guten Wacker-Keeper Stephan Choschzick. Die folgenden Angriffsversuche der Platzherren waren praktisch ein Abbild der ersten Halbzeit. Erst mit der Einwechslung (61.) von Robert Becker, der nach gerade erst überwundenen Adduktorenproblemen zunächst auf der Bank geblieben war, kam etwas Schwung in die Cottbuser Angriffe. Gleichzeitig entwickelte sich eine ziemlich hektische und ruppige Schlussphase mit etlichen sogenannten taktischen Fouls, mit denen die Eisenhüttenstädter ihren Auswärtssieg absichern wollten. Schiedsrichter Thomas Baumann (Guteborn) und seinen Assistenten, die ihre Aufgabe im Großen und Ganzen gut meisterten, mangelte es gerade in diesen letzten zehn Minuten allerdings etwas an Durchblick. Zunächst blieb ein klares Strafraumfoul durch „Hüttes“ Kapitän Benjamin Bartz an Robert Becker ungeahndet. Und anschließend hatte der Schiri ziemlich lange mit einer „Rudelbildung“ zu tun, die eindeutig der Dynamo-Torwart Sebastian Grummt ausgelöst hatte. Nach einer misslungenen eigenen Abwehraktion hatte sich der 21-jährige Heißsporn weh getan und musste vom besonnenen und reiferen Mannschaftskameraden Alexander Schönfeld vor einer durchaus möglichen Tätlichkeit mit Nachdruck bewahrt werden. Die 0:1-Heimpleite allerdings auf diese Vorfälle und/oder die Unparteiischen bzw. fehlende Spieler zu schieben, wäre allerdings völlig abwegig. Der herbstliche Dynamo-Sturm fegte das Wackerteam einfach vom Platz. Das sah auch Trainer Kandlbinder so, der dem Gegner fair gratulierte und seiner Mannschaft in einer ersten Analyse „mangelnde Einstellung“ gegen eine vermeintlich schwächere Mannschaft attestierte. Das müsse und werde sich ändern. „Zum Saisonabschluss wollen wir im vorderen Tabellendrittel stehen, sprich mindesten auf Platz fünf“, betonte Tino Kandlbinder. (rn)



