Brandenburg Sonntag, 05 Mai 2019 von Anna Rose

Annas Gedankenwelt: Ich entscheide, wann ich sterbe

Annas Gedankenwelt: Ich entscheide, wann ich sterbe

Es klingt erstmal hart. Es ist aber ein Thema, welches in Deutschland immer wieder zur Sprache kommt. Es beschäftigt die Menschen und das ist gut so!

Aktive Sterbehilfe JA oder NEIN?

In Deutschland ist die aktive Sterbehilfe nach wie vor verboten. Die indirekte und passive Sterbehilfe hingegen sind erlaubt. Zum Verständnis: aktiv bedeutet, dass eine andere Person dem Sterbenden z.B. eine Überdosis an Schmerzmitteln verabreicht und somit aktiv am Tod des Patienten beteiligt ist. Indirekt ist eigentlich nur zur Schmerzlinderung gedacht, aber der Arzt geht das Risiko ein, dass der Patient vorzeitig sterben könnte. Passiv bedeutet einfach nur, das Leben des Patienten nicht künstlich zu verlängern, z.B. durch eine künstliche Beatmung.

Für mich gibt es kaum eine schlimmere Vorstellung, als zu wissen, dass ich todkrank bin und ich mich bis zu meinem Ableben mit Schmerzen quälen muss. Zu wissen, dass man sterben muss, ist schon grausam genug, aber meinen körperlichen und geistigen Verfall so jämmerlich mitzuerleben, mich jeder Menschenwürde berauben zu lassen, das würde ich als zusätzliche Folter bezeichnen.  Auch meinen Angehörigen würde ich diesen elenden Zustand gerne ersparen.  Gegner der aktiven Sterbehilfe sagen, es sei nicht rechtens, über Leben und Tod zu entscheiden. Ich sage, doch, weil es mein Leben ist. Ich darf Kreditverträge abschließen, Häuser kaufen und mich selbstständig versorgen. Also darf ich auch selbst entscheiden, im Falle einer unheilbaren Erkrankung, wann ich aus dem Leben scheiden will.  Ein weiteres Argument gegen Sterbehilfe ist, dass die Schmerztherapien heutzutage sehr wirkungsvoll sind und der Patient kaum bis keine Schmerzen spüren muss. Aber es geht mir hier nicht nur um den körperlichen Schmerz, den ein Patient ertragen muss, sondern auch um den psychischen Schmerz. Wer möchte schon gerne vor sich hinvegetieren? Man fühlt doch im Kopf, dass es bald dem Ende entgegen geht. Man zählt die Tage und man wünscht sich nichts sehnlicher, als dass es endlich bald vorbei ist.

Ich bin für die aktive Sterbehilfe und ich würde mir wünschen, dass man das bisschen Menschenwürde und die Entscheidungskraft jedem Menschen selbst überlässt, wann er aus dem Leben scheiden will. 

Dieses Thema darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Die Menschen müssen darüber reden, denn nur so kann sich was ändern!

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