Das Schicksal hat seinen eigenen Charakter, unverfroren und zeitlos kühn. Niemand weiß, wohin es uns führt, wie viel Hindernisse übersprungen werden müssen oder welche Erfahrungen auf uns warten. Entscheidend ist am Ende, dass die Wahl des grünen Weges die Erfüllung des Lebens wohlwollend lebendig erscheinen lässt. In der Stadtmetropole erzählte das Schicksalsband am Mittwochnachmittag, den 05. November 2014, ihre eigene persönliche Geschichte, durchtrieben von undurchsichtigen Geheimnissen und zerrissener Hilflosigkeit.
Der im Wettbewerb stehende Spielfilm ,,Die Eigentümer‘‘ von Adilkhan Yerzhanov lief vor gut besuchtem Hause über die Leinwand. Drei im Herzen vereinsamten Waisen verließen die kasachische Hauptstadt Almaty und zogen hinaus aufs Land, umgeben von einer zerstreut einheimischen Idylle, dessen Mutter abseits gelegen ihnen ein verlassenes Haus vererbte. Sie suchten nach Halt, einem neuen Sinn im Leben und wollten ihrer geliebten Mama so nah wie nur möglich sein. Doch die Suche nach Geborgenheit und Selbstfindung gestaltete sich unverständlich schwierig. Der 25-jährige John, sein jüngerer Bruder Yerbol und ihre kleine Schwester Aliya waren stets der wütenden Schikane der örtlichen Polizei, dem alkoholkranken Zhuba und dessen merkwürdigen Freunden ausgesetzt. Die radikale Ausgrenzung und die immer wiederkehrende Macht der Vertreibung zogen sich durch den gesamten Streifen. Die Situation auf dem Land spitzte sich zu, beide Brüder konnten den gewaltigen Prügeleien nicht entkommen, alle im Dorf schauten nur weg und niemandem interessierte es, chancenlos und unbeliebt zu sein. Alles fällt in sich zusammen, als John erneut im Gefängnis landet, Aliya im Kampf gegen ihre epileptischen Anfällen steht und Yerbol letztendlich aus Verzweiflung heraus den Pakt mit dem hinterhältigen Teufel schließt: Das Haus der Mutter soll gegen die Freiheit des großen Bruders eingetauscht werden. Die Menschlichkeit im Film konnte nicht siegen, da der materielle, psychische und familiäre Verlust dominierte. Adilkhan Yerzhanov schmückte sein Werk mit stückweise surrealem Humor, was für die Zuschauer leicht irritierend wirkte. Die Absicht und den speziellen Hintergrund dazu bleibt im Gedankenzentrum des Autors. Wie weit der Spielfilm sich im Wettbewerb hinein katapultiert, hängt davon ab, wie die Internationale FilmFestival Jury diesen Film in sich aufnehmen und realisieren. Im Anschluss gab es mit dem Internationalen Schauspieler YERBOLAT YERZHAN eine Gesprächsrunde im Saal über dem Film und deren Dreharbeiten. Mit einem sympathischen Lächeln im Gesicht stand er für unvergessene Fun-Fotos gerne zur Verfügung.
Weitere Spielfilm-Highlights, die heute am 07. November 2014 in der Stadthalle noch im Wettbewerb stehen, sind: ,,So sind die Regeln‘‘ von Ognjen Svilicic (um 14:30Uhr), ,,Die Ungehorsamen‘‘ von Mina Djukic (um 16:30Uhr), ,,Warschau 44‘‘ von Jan Komasa (um 19:00Uhr) und ,,Corrections Class‘‘ von Ivan I. Tverdovsky (um 22:00Uhr).
Besuchen Sie auch die anderen Cottbuser Spielstätten – den Weltsiegel, die Kammerbühne, den Glad-House-Saal und das Obenkino. Das filmische Programm bietet eine angenehme und spannende Vielfalt. Viel Spass beim Schauen.










