Gefühle aus dem Bauch heraus sind immer die Besten. Ideen entstehen, manchmal sogar von einer Minute zur anderen oder auch innerhalb weniger Stunden. Es kommt darauf an welche Erfahrungen uns heute begegnen und das Gute ist, die Reifung der Gedankensprünge kann im Nachhinein individuell und vielschichtig gestaltet werden. Der Grundstein ist die Urgewalt eines jeden Gedankenflusses. Im Rahmen des 24. Cottbuser FilmFestivals wurde in der Metropole der Stadt am gestrigen Vormittag um 10:00Uhr der ausgefuchste Kinderstreifen ,,Quatsch und die Nasenbärbande‘‘ ausgestrahlt. Im Anschluss des Filmes wirbelte eine lustige Gesprächsrunde zwischen den Kindern und dem Produzenten Veit Helmer. Die Kids stellten wissbegierige Fragen und er beantwortete sie mit Stolz und Freude. Um die Begeisterung der Kleinen hochleben zu lassen, verteilte er Quatsch-Freunde-Pässe an ihnen und an den Erwachsenen. Wenige Minuten später entstand aus der lockeren Art heraus eine neckische Fotoreihe mit dem Produzent. Plötzlich sprudelte die Spontanität derart im Herzen über, dass er sogar für ein kurzes Interview strahlend zur Verfügung stand.
Frech und reichhaltig an Fantasie…woraus resultierte die Idee, den Kinderfilm ,,Quatsch und die Nasenbärbande‘‘ auf Leinwand zu bringen?
Ich habe einen 4jährigen Sohn und intensiv ist es mir aufgefallen, dass wenn man so die Kinderfilmregale in den DVD-Märkten durchstöbert, lässt die reale Kinderfilmwelt äußerst zu wünschen übrig. Mein Sohn zeigte mir all seine Lieblingsfahrzeuge und spielte mit ihnen fantasievoll die witzigsten Situationen durch. Sie haben im Film die lustigsten Unfälle. Die Fantasie und dessen freien Auslebung spielen eine enorm entscheidende Rolle. Und diese Einfälle gaben mir als Vater den Anreiz, aus denen einen Film zu drehen. Von der Unbekümmertheit des Sohnes heraus entstand die Grundidee zum Film.
Kinder sind wie kleine Wirbelwinde…ist das ihr erster Kinderfilm, den sie produzierten?
Ja und ich habe als Erwachsener durch die Zusammenarbeit mit den Kleinen viel hinter die Kulissen der Kinderträume schauen können. Allerdings warnten mich anfangs viele Leute mit so kleinen Sprösslingen zu arbeiten, da die Disziplin von Kids unkontrollierbar erscheint. Dennoch freute es mich riesig, dass sie letztendlich sehr gut durchgehalten haben und vor Motivation nur so strotzten.
Vom jetzigen Zeitpunkt aus gesehen… ist eventuell ein zweiter Streifen von ,,Quatsch und die Nasenbärbande‘‘ realistisch denkbar?
Ja auf alle Fälle. Dennoch hängt es davon ab, wie mein aktueller Kinderfilm Ansehen erregt. Ich muss dazu sagen, dass es mir sehr wichtig war, dass der Streifen auf keinem Vor-Buch basiert, denn meistens entstehen die Verfilmungen aus Vorgeschichten in Form von Büchern heraus. Ich bin davon überzeugt, dass gute Kindererlebnisse frei und inspirierend wirken müssen. Ein Ziel war es auch, Erwachsene mit in den Bann zu ziehen, unter der im Film zu sehenden Thematik – die Großeltern sollen ins Heim abgeschoben werden. Man merkt immer wieder, dass die Eltern meist weniger Zeit für ihre Kinder haben, als die Großeltern. Die Bindung zwischen Großeltern und Enkelkindern ist intensiver als zu den Eltern. Durch Stress und Arbeit sehen und verpassen sie viel, was den Großeltern eben nicht entgeht.
Wie fühlten sich die großen Schauspielstars in dem Kinderfilm mit den Knirpsen zu drehen?
Sie hatten jede Menge Spass am Set. Die Schauspieler, unter anderem: Benno Führmann sowie Alexander Scheer, aber auch alle anderen ließen in ihren Aktionen so richtig die Sau raus. Gerade mit Kindern muss der Fun-Faktor gegeben sein. Als Hintergrundwissen ist anzumerken, dass vieles was im Film überzogen erscheint, auf wahre Begebenheiten basieren. Die Fakten haben in meinen Augen eine bedeutsam hohe Priorität.
Um die passenden Kindercharaktere zu finden, welche Phasen und wie viele Castings mussten durchlaufen werden?
Wir luden über 1000 verschiedene Kinder zum Casting nach Berlin-Brandenburg ein. Entscheidend für uns war, dass die Kleinen sich ziemlich frech zeigten. Sie sollten beispielsweise Teller auf den Boden werfen und wir schauten ganz genau auf Mimik und Gestik, auf die unwillkürlichen Verhaltensweisen sowie deren Ambitionen in ihrem Handeln. Da der Film auch als Musical betrachten kann, folgten bei näherer Auswahl anschließend Gesangsstunden und Sprachtraining. Darüber hinaus mussten wir uns auch an die gesetzliche Vorschrift halten, dass Kinder nur zwei Stunden täglich vor der Kamera aktiv sein dürfen. Die Szenen waren mit ihnen innerhalb von zwei Monaten abgedreht. Mehr Zeit durften wir uns auch nicht nehmen.
Wir bedanken uns herzlich bei Veit Helmer für sein offenes Gespräch.
Er fühlte sich sehr geehrt, dass sein Kinderfilm beim 24. Internationalen FilmFestival in Cottbus ausgestrahlt wurde und wünscht dem Event weiterhin viel Glück und interessante Augenblicke.












