Das FilmFestival Cottbus präsentiert in seiner 24. Ausgabe vom 4. bis zum 9. November 169 Filme aus 35 Ländern und vergibt insgesamt 18 Preise im Gesamtwert von 72.500 Euro. Im Wettbewerb Spielfilm konkurrieren zwölf Beiträge um den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis, den Spezialpreis für die beste Regie (7.500 Euro) und die Preise für eine herausragende Darstellerin und einen herausragenden Darsteller (je 5.000 Euro). Wer zur Preisverleihung am 8. November in der Stadthalle Cottbus die gläserne Preisskulptur Lubina entgegennimmt, entscheidet die fünfköpfige Internationale Festivaljury, deren Mitglieder Größen in ihren verschiedenen Arbeitsbereichen sind. „Wir freuen uns, dass in diesem Jahr fünf Mitglieder aus fünf verschiedenen Zweigen der Filmbranche in unserer Jury vertreten sind, die die Filme aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beurteilen können“, so Programmdirektor Bernd Buder. Die Perspektiven reichen von der international aktiven, bereits mit dem Oscar-nominierten Regisseurin Nana Djordjadze, der erfahrenen Cutterin Milenia Fiedler, dem deutschen Jungschauspieler Vladimir Burlakov, dem Sound-Designer Eric Spitzer-Marlyn, der bereits mit Werner Herzog zusammenarbeitete, bis hin zu dem Briten Mike Downey, der neben seiner Tätigkeit als Produzent führendes Mitglied der Europäischen Filmakademie ist und neuerdings auch beim ältesten kroatischen Filmfestival, dem Pula Film Festival, inhaltlich mitverantwortlich ist.
Mike Downey ist Gründer und Geschäftsführer von Film and Music Entertainment (F&ME) und hat mehr als 50 Spielfilme produziert, darunter Srdjan Dragojevics PARADA (2011) und Andrzej Jakimowskis IMAGINE (2012). Seit zehn Jahren ist er Mitglied der Europäischen Filmakademie. In diesem Jahr hat er die Nachfolge Volker Schlöndorffs als stellvertretender Vorsitzender angetreten. Ebenfalls 2014 wurde er zum Mitglied der künstlerischen Leitung des Pula Film Festival berufen.
Milenia Fiedler – geboren in Lodz, Polen. Sie war bei mehr als 20 abendfüllenden Spielfilmen, 30 Dokumentarfilmen und zahlreichen TV-Serien für den Schnitt verantwortlich. Zu den bekanntesten Werken ihrer Filmografie zählen Andrzej Wajdas oscarnominiertes Drama KATYN (2007), Dariusz Jablonskis preisgekrönter Dokumentarfilm PHOTOGRAPHER (1998) und Wojciech Marczewskis WEISER (2000), für den sie 2001 beim Gdynia Filmfestival ausgezeichnet wurde. Milena Fiedler unterrichtet Schnitt an der Filmhochschule in Lodz.
Nana Djordjadze – geboren in Tiflis. Ihr Diplomfilm TRIP TO SOPOST (1980), der jahrelang von der sowjetischen Zensur verboten wurde, feierte 1987 bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen Premiere und wurde mit dem Großen Preis prämiert. Mit ROBINSONADE, OR MY ENGLISH GRANDPA gewann sie 1987 die Camera d’Or in Cannes, wo sie 1992 der Internationalen Jury angehörte. 1996 brachte ihr A CHEF IN LOVE eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film ein. Ihr neuestes Werk MEINE MEERJUNGFRAU, MEINE LORELEY wird als Abschlussfilm des diesjährigen FilmFestival Cottbus präsentiert.
Vladimir Burlakov – geboren in Moskau, absolvierte eine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule. Währenddessen spielte er in der TV-Krimiserie IM ANGESICHT DES VERBRECHENS (2010) mit, deren gesamtes Schauspielensemble mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Besondere Leistung Fiktion“ ausgezeichnet wurde. 2011 gab er neben Joachim Król in AUSGERECHNET SIBIRIEN sein Kinofilmdebüt, gefolgt von SCHERBENPARK (2013), der letztes Jahr im Wettbewerb U 18 in Cottbus lief. Ihm zu Ehren läuft NACHTHELLE (2013), in dem er eine der Hauptrollen spielt.
Eric Spitzer-Marlyn – geboren in Kalifornien. Nach seiner Ausbildung in Wien war er als kurz bei dem Plattenlabel Ariola unter Vertrag. Arbeitete als Musiker, Texter, Komponist und Sounddesigner. Seit vielen Jahren ist er an den Projekten Werner Herzogs beteiligt. So war er bei dessen Dokumentarfilmen unter anderem bei KINSKI – MEIN LIEBSTER FEIND (1999), THE WHITE DIAMOND (2004) und INTO THE ABYSS (2011) für die Tonaufnahme am Set, das Sounddesign und die Musik verantwortlich. Spitzer-Marlyn ist Dozent für Tonaufnahme bei Film und Fernsehen an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Internationale Jury Wettbewerb Kurzspielfilm
Die neun Beiträge des Wettbewerbs Kurzspielfilm haben die Chance auf 3.500 Euro Preisgelder.
Eine dreiköpfige internationale Jury entscheidet über deren Vergabe: Marketa Hodouskova – geboren 1971 in Prag, lebt seit 2002 in Frankreich und war Koordinatorin für mittel- und osteuropäische Länder bei Europa Cinemas, bevor sie 2011-2013 als Hauptbeauftragte des CICAE (Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai) fungierte. Derzeit ist sie Geschäftsführerin der NGO Film New Europe Association und Kuratorin beim Festival des osteuropäischen Films „A l’Est de Nouveau“ in Rouen und seiner lateinamerikanischen Ausgabe „Al Este de Lima“ in Peru.
Jakub Mroz – geboren 1979 in Ciechanow, Polen, studierte Volkswirtschaftslehre in Poznan und arbeitete im Anschluss als Berater für diverse Kulturinstitute. Gemeinsam mit Leszek Maslowski gründetet er 2010 Tongariro Releasing, den ersten polnischen Verleih für LGBT Filme. In ihrem Programm findet sich auch XENIA, der im diesjährigen Fokus präsentiert wird.
Dana Budisavljevic – geboren 1975 in Zagreb, studierte Schnitt an der Kunstakademie in Zagreb und arbeitete als Cutterin, Produktionsassistentin und Festivalorganisatorin, u.a. für ZagrebDox. 2002 realisierte sie ihren ersten Dokumentarfilm SVE 5! / STRAIGHT A’S. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Olinka Vistica gründete sie 2006 die Produktionsfirma Hulahop, deren Schwerpunkt auf Dokumentar- und Kurzfilmen liegt.
Weitere Preise vergeben die Jury U 18 Deutsch-Polnischer Wettbewerb Jugendfilm, die Jury des DIALOG-Preises für die Verständigung zwischen den Kulturen, die Jury des Debütfilm-Preises, die Jury der Féderation Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI), die Ökumenische Jury und die Jury der 12. Cottbuser FilmSchau.







