Mit der Oper „AscheMOND oder The Fairy Queen“ bringt das Staatstheater Cottbus heute ein zeitgenössisches Musiktheaterprojekt auf die Bühne, das sich mit Vergänglichkeit, gesellschaftlichem Wandel und der Suche nach Versöhnung beschäftigt. Das Werk von Helmut Oehring greift Musik von Henry Purcell auf und verbindet sie mit modernen Klang- und Ausdrucksformen. Vor dem Sinnbild einer Sonnenfinsternis entfaltet die Oper Bilder von Leben und Tod, Nähe und Verlust sowie einer möglichen Utopie, so das Theater. Die Inszenierung soll Musik, Stille und Gebärdensprache zu einer eigenständigen Theatererfahrung verknüpfen.
Opernprojekt zwischen Vergänglichkeit und Utopie
„AscheMOND oder The Fairy Queen“ beschreibt sich selbst als „Hymne auf die Vergänglichkeit“. Nach Angaben des Staatstheaters thematisiert die Oper den stetigen Wandel der Jahreszeiten sowie die existenzielle Verbundenheit der Menschen. Vor dem Bild einer Sonnenfinsternis als Sinnbild gesellschaftlicher Umbrüche entfaltet das Werk die Vision einer möglichen Versöhnung scheinbarer Gegensätze. Als Antwort auf William Shakespeares „Sommernachtstraum“ und Henry Purcells Adaption „The Fairy Queen“ verortet sich „AscheMOND“ bewusst zwischen Tragödie und Komödie. Im Mittelpunkt steht dabei ein Schwebezustand zwischen Leben und Tod, Nähe und Verlust. Alles erscheine nur kurz, verglühe wieder, hinterlasse Traurigkeit – und dennoch, so die künstlerische Idee, glimme am Ende ein neuer Funke in Form einer Utopie.
Stille, Klang und Gebärdensprache als Bühnenmittel
In der Inszenierung treffen unterschiedliche Zeit- und Ausdrucksebenen aufeinander. Stille, Visualität und Musik stehen in enger Beziehung. Die von Helmut Oehring modern überarbeiteten barocken Lieder Purcells kreisen laut Theaterangaben gemeinsam mit seiner eigenen, vielschichtigen Musik um zentrale Motive des Werkes. Eine besondere Rolle spielt dabei die gehörlose Schauspielerin und Tänzerin Kassandra Wedel. Sie verkörpert die Fairy Queen in einer vom Komponisten entwickelten Gebärdenpoesie. Diese prägt nicht nur ihre eigene Rolle, sondern auch die Gesangspartien sowie den Opernchor und wird so zu einem wesentlichen Bestandteil der Inszenierung.
Reduzierte Fassung für die Cottbuser Bühne
Für das Staatstheater Cottbus wurde eine reduzierte Fassung der Oper erarbeitet. Das Werk entstand ursprünglich 2013 als Auftragskomposition für die Berliner Staatsoper und wurde später auch in Wuppertal in der Urfassung aufgeführt. Die nun gezeigte Cottbuser Version verbindet nach Angaben des Hauses Vergangenheit und Gegenwart, Sprache und Gebärde sowie Stille und Klang zu einer intensiven Theatererfahrung. Helmut Oehring, 1961 in Ost-Berlin als Sohn gehörloser Eltern geboren, zählt seit den 1990er Jahren zu den international anerkannten Komponisten. Seine Muttersprache ist die Gebärdensprache, deren räumlicher Ausdruck seine audiovisuellen Werke bis heute prägt.
Besetzung, Orchester und Aufführungstermine
Auf der Bühne stehen unter anderem Kassandra Wedel, Sigrun Fischer, Anne Martha Schuitemaker, Luzia Tietze, Georg Bochow, Dirk Kleinke, Heiko Walter, Helmut Oehring und Felix Kroll sowie die Damen und Herren des Opernchores und der Statisterie. Es spielen das Philharmonische Orchester des Staatstheater Cottbus und das Bach Consort Cottbus. Die Premiere findet am Freitag, 23. Januar 2026, um 19.30 Uhr statt. Weitere Vorstellungen folgen am 24. Januar (19.30 Uhr), 25. Januar (16.00 Uhr) sowie am 26. März (19.30 Uhr), 28. März (19.30 Uhr) und 29. März 2026 (19.00 Uhr). Karten sind laut Theaterangaben im Besucherservice sowie online über www.staatstheater-cottbus.de erhältlich.
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Red. / Presseinformation
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