Marcel Schmidt hat die Stichwahl um das Amt des Landrates im Landkreis Elbe-Elster gewonnen. Der Einzelbewerber aus Hirschfeld setzte sich am Sonntag mit 64,5 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Christian Jaschinski (CDU) durch. Das geht aus dem vorläufigen Endergebnis des Landeswahlleiters Brandenburg hervor.
Schmidt gewinnt Stichwahl mit klarer Mehrheit
Nach Auszählung aller 215 Wahlbezirke erhielt Marcel Schmidt 26.482 gültige Stimmen. Christian Jaschinski kam auf 14.557 Stimmen, was einem Anteil von 35,5 Prozent entspricht. Insgesamt gaben 41.341 der 83.169 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 49,7 Prozent und fiel deutlich niedriger aus als beim ersten Wahlgang am 15. Februar, als noch 54,7 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen waren.
Von den abgegebenen Stimmen waren 302 ungültig. Auf die 41.039 gültigen Stimmen entfielen knapp zwei Drittel auf Schmidt. Damit konnte der Einzelbewerber sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang, in dem er 30,8 Prozent der Stimmen und den zweiten Platz erreicht hatte, deutlich ausbauen.
Quorum für die Wahl ist erfüllt
Für eine gültige Wahl muss der Gewinner laut Brandenburgischem Kommunalwahlgesetz (§ 72 Abs. 2 BbgKWahlG) mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten auf sich vereinen. Bei 83.169 Wahlberechtigten entspricht das einem Quorum von mindestens 12.476 Stimmen. Marcel Schmidt übertraf diese Schwelle mit seinen 26.482 Stimmen deutlich. Sein Ergebnis entspricht rund 31,8 Prozent aller Wahlberechtigten im Landkreis.
Ergebnisse in den Wahlgebieten
Die Stimmen wurden in 13 Wahlgebieten ausgezählt. Schmidt setzte sich in elf der 13 Gebiete durch. Sein stärkstes Ergebnis erzielte er im Amt Schradenland mit 86,2 Prozent – dem Gebiet, zu dem sein Heimatort Hirschfeld gehört. Auch in Röderland (80,6 Prozent), im Amt Plessa (76,9 Prozent) und in Elsterwerda (76,2 Prozent) fiel die Zustimmung für den Einzelbewerber besonders deutlich aus.
Amtsinhaber Jaschinski gewann laut Ergebnis des Landeswahlleiters lediglich zwei Wahlgebiete: In Doberlug-Kirchhain, dem Sitz der Kreisverwaltung, kam er auf 57,6 Prozent. Im Amt Elsterland erhielt er 52,1 Prozent der gültigen Stimmen.
Ergebnisse nach Wahlgebieten im Überblick
| Wahlgebiet | Schmidt | Jaschinski | Beteiligung |
|---|---|---|---|
| Amt Schradenland | 86,2 % | 13,8 % | 46,2 % |
| Röderland | 80,6 % | 19,4 % | 38,0 % |
| Amt Plessa | 76,9 % | 23,1 % | 55,9 % |
| Elsterwerda | 76,2 % | 23,8 % | 52,6 % |
| Schönewalde | 74,9 % | 25,1 % | 43,4 % |
| Amt Schlieben | 73,1 % | 26,9 % | 60,0 % |
| Herzberg (Elster) | 65,6 % | 34,4 % | 52,7 % |
| Finsterwalde | 65,3 % | 34,7 % | 41,9 % |
| Sonnewalde | 63,4 % | 36,6 % | 50,2 % |
| Amt Kleine Elster (NL) | 62,5 % | 37,5 % | 55,8 % |
| VG Liebenwerda | 59,6 % | 40,4 % | 48,7 % |
| Amt Elsterland | 47,9 % | 52,1 % | 46,2 % |
| Doberlug-Kirchhain | 42,4 % | 57,6 % | 57,4 % |
| Landkreis gesamt | 64,5 % | 35,5 % | 49,7 % |
Quelle: Landeswahlleiter Brandenburg, vorläufiges Endergebnis (Stand: 01.03.2026, 19:53 Uhr, alle 215 Wahlbezirke ausgezählt). Ergebnisse sortiert nach Stimmenanteil Schmidt (absteigend). Der jeweils führende Kandidat ist fett hervorgehoben.
Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete das Amt Schlieben mit 60,0 Prozent. Am niedrigsten fiel sie in Röderland aus, wo lediglich 38,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Die vollständigen Ergebnisse aller Wahlgebiete veröffentlicht der Landeswahlleiter auf der offiziellen Ergebnisseite.
Rückblick auf den ersten Wahlgang
Am 15. Februar hatten sich vier Kandidaten um das Amt des Landrates beworben. Amtsinhaber Christian Jaschinski (CDU) hatte mit 34,6 Prozent und 15.621 Stimmen den ersten Platz belegt. Marcel Schmidt kam damals auf 30,8 Prozent und 13.912 Stimmen. Norbert Kleinwächter (AfD) erreichte 27,6 Prozent, Christian Nürbchen von der Listenvereinigung Die Linke-Grüne/B90 erhielt 7,1 Prozent.
Da keiner der Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit der gültigen Stimmen erreicht hatte, war die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten notwendig geworden.
Amtszeit von acht Jahren beginnt
Der neue Landrat wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die aktuelle Amtszeit von Christian Jaschinski endet laut Kreisangaben am 25. April 2026. Das endgültige Ergebnis der Stichwahl soll der Kreiswahlausschuss am Mittwoch, 4. März, in einer öffentlichen Sitzung im Kreishaus in Herzberg offiziell feststellen.
Landratswahlen in der Niederlausitz
Mit der Stichwahl in Elbe-Elster ist die zweite von drei Landratswahlen in der Niederlausitz in diesem Jahr entschieden. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz hatte sich bereits am 25. Januar Alexander Erbert (CDU) in einer Stichwahl gegen Antje Ruhland-Führer (AfD) durchgesetzt. Erbert kam nach Angaben des Landkreises OSL auf 53,4 Prozent der Stimmen, Ruhland-Führer erreichte 46,6 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 45,2 Prozent. Der bisherige Dezernent für Gesundheit, Jugend und Soziales tritt am 9. Mai die Nachfolge von Siegurd Heinze an, der nach 16 Jahren im Amt nicht erneut kandidiert hatte.
Im ersten Wahlgang am 11. Januar hatten drei Kandidaten um das Landratsamt in OSL konkurriert. Erbert erhielt damals 48,8 Prozent, Ruhland-Führer 43,6 Prozent und Dr. Evgeni Kivmann (Tierschutzpartei) 7,6 Prozent der Stimmen. Da keiner die erforderliche absolute Mehrheit erreichte, war die Stichwahl notwendig geworden. Die Ergebnisse aus allen 161 Stimmbezirken sind auf Niederlausitz aktuell nachzulesen.
Spree-Neiße wählt am 8. März
Am kommenden Sonntag, dem 8. März, steht die dritte Landratswahl in der Niederlausitz an. Im Landkreis Spree-Neiße bewerben sich vier Kandidaten um die Nachfolge von Harald Altekrüger (CDU), der nach 15 Jahren im Amt nicht erneut antritt. Wie die Kreiswahlleitung nach der Sitzung des Kreiswahlausschusses am 8. Januar bekanntgab, stehen folgende Bewerber zur Wahl:
Für die SPD tritt Heiko Jahn an, der derzeit die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH leitet und zuvor als Dezernent im Landkreis Dahme-Spreewald tätig war. Die CDU schickt Martin Heusler ins Rennen, einen Diplom-Informatiker aus Kolkwitz, der auch die Unterstützung der FDP hat. Für die AfD kandidiert Christine Beyer, Produktmanagerin aus Forst (Lausitz) und Kreistagsmitglied. Als vierter Bewerber tritt Robert Hanschke für Die PARTEI an.
Sollte am 8. März kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl für den 22. März vorgesehen. Spree-Neiße gilt als wirtschaftlich stärkster Landkreis der Niederlausitz und als Kern des Lausitzer Braunkohlereviers. Der Strukturwandel nach dem Kohleausstieg ist eines der zentralen Wahlkampfthemen.
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Red. / Wahlergebnisse des Landeswahlleiters Brandenburg










