Gut zweieinhalb Wochen nach dem IT-Sicherheitsvorfall in der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz ist ein wichtiger Schritt geschafft: Alle rund 1.000 Systeme der Verwaltung sind geprüft. Sobald der Abschlussbericht vorliegt, will der Landkreis die Wiederanbindung an das Landesverwaltungsnetz und damit ans Internet beantragen. Das könnte nach Einschätzung des Landkreises schon in den nächsten Tagen passieren. In der kommenden Woche ist die Verwaltung regulär geöffnet, E-Mails funktionieren aber weiterhin nicht.
Abschlussbericht als Schlüssel für die Wiederanbindung
Die technische Prüfung aller Server, Notebooks und weiteren Systeme der Kreisverwaltung ist inzwischen vollständig abgeschlossen. Den Abschlussbericht eines externen Dienstleisters erwartet der Landkreis zeitnah. Er ist Voraussetzung für den Antrag, die Verwaltung wieder an das Landesverwaltungsnetz (LVN) des Landes Brandenburg anzuschließen. Weil das Land fortlaufend Zwischenberichte erhalten hat und eng eingebunden war, sieht der Landkreis gute Chancen für eine schnelle Freigabe. Die Lage könne sich deshalb „kurzfristig und von Tag zu Tag“ ändern.
Schrittweise läuft der Betrieb bereits wieder an. In dieser Woche wurden als sauber geprüfte Geräte in einem abgesicherten Netz wieder in Betrieb genommen. Die Fachbereiche können damit auf Fachsoftware, Daten und Anträge zugreifen und sie bearbeiten, soweit das ohne Internet möglich ist. Voll arbeitsfähig ist die Verwaltung erst nach der Anbindung an Landesnetz und Internet.
Kfz-Zulassung bleibt vorerst eingeschränkt
Länger dauern könnte es bei der Kfz-Zulassung und den Führerscheinstellen. Für den nötigen Datenaustausch mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) braucht der Landkreis eine gesonderte Freigabe. Der Antrag ist vorbereitet und mit dem KBA abgestimmt und soll direkt nach Eingang des Abschlussberichts gestellt werden. Wann das KBA zustimmt, kann der Landkreis derzeit nicht verlässlich sagen.
Bis auf Weiteres übernehmen deshalb die Landkreise Elbe-Elster, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald sowie die Stadt Cottbus einzelne Leistungen der Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde für Bürgerinnen und Bürger aus OSL. Das gilt seit dem 28. Oktober. Möglich sind dort aber nur die Leistungen, die der Landkreis auf osl-online.de aufgelistet hat, nicht das komplette Angebot.
Das gilt in der Woche vom 9. bis 13. November
Die Kreisverwaltung ist in der kommenden Woche regulär geöffnet, die Mitarbeitenden können aber weiterhin nur eingeschränkt digital arbeiten. Anliegen werden nach Möglichkeit auf Papier aufgenommen, Beratungsgespräche finden statt. Der Landkreis bittet darum, vorher telefonisch zu klären, ob das eigene Anliegen vor Ort bearbeitet werden kann. Zahlungen an Leistungsempfänger laufen regulär.
Weiterhin ist kein E-Mail-Verkehr mit der Kreisverwaltung möglich, weder eingehend noch ausgehend. Das gilt seit dem Abend des 20. Oktober. Wer seitdem eine E-Mail an die Verwaltung geschickt hat, sollte davon ausgehen, dass sie nicht angekommen ist, meist kommt nicht einmal eine Fehlermeldung zurück. Anliegen sollten erneut per Post geschickt oder telefonisch geklärt werden. Dokumente, Anträge und Rechnungen nimmt die Verwaltung derzeit nur per Post oder persönlich entgegen. Unternehmen, Antragsteller und Bewerber werden gebeten, telefonisch nachzufragen, ob ihre Unterlagen eingegangen sind.
Die Ausschusssitzungen des Kreistages finden nach aktueller Planung regulär statt. Neue Tagesordnungen und Beschlussvorlagen veröffentlicht der Landkreis auf osl-online.de, weil das Kreistagsinformationssystem noch nicht gepflegt werden kann. Für Fragen ist die Hotline des Bürgerbüros unter 03573 870-0 erreichbar, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.
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