Vor 30 Jahren mussten die Einwohner von Kausche bei Drebkau dem Tagebau Welzow-Süd weichen. Die Künstlerin Brigitte Denck erinnert daran mit der Ausstellung „Kausche. Vom Verschwinden eines Dorfes“, die vom 6. bis 8. November in Berlin zu sehen ist.
Fotos und Fundstücke aus dem verlassenen Kausche
Von 1997 bis 2000 fuhr Brigitte Denck nach eigenen Angaben regelmäßig in das verlassene Kausche. Sie fotografierte, wie die Natur die Grundstücke überwucherte und der Ort verfiel, und sammelte auf, was zurückgeblieben war. Daraus entstanden Plastiken und Assemblagen. Eine Toninstallation mit teils tieffrequenten Geräuschen des nahen Tagebaus soll erfahrbar machen, welchem Lärm die Bewohner rund um die Uhr ausgesetzt waren.
Kausche zog sechs Kilometer weiter nach Neu Kausche
Der sorbische Name des Dorfes ist Chusej. Nach Angaben der Künstlerin war Kausche das erste Dorf nach dem Mauerfall, das der Braunkohle weichen musste. Die Umsiedlung der rund 360 Einwohner war demnach im Oktober 1996 abgeschlossen. Laut Wikipedia hatte die damalige LAUBAG Ende 1991 entschieden, den Ort für den Tagebau Welzow-Süd abzubaggern, der Umsiedlungsvertrag wurde 1993 unterzeichnet. Die Einwohner zogen gemeinsam nach Neu Kausche, rund sechs Kilometer nördlich des alten Ortes in der Stadt Drebkau.
Die Ausstellung zu Kausche ist in der Galerie „Essen und Trinken im Museum“ in der Hufelandstraße 35 in Berlin-Prenzlauer Berg zu sehen. Geöffnet ist am Freitag, 6. November, ab 18 Uhr, am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr.
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