Rund 500 Beschäftigte arbeiten im Landkreis Spree-Neiße in der Gebäudereinigung. Auf ein ordentliches Lohnplus warten sie nach Angaben der IG BAU Südbrandenburg bislang vergeblich. Am 3. November treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber zur dritten Verhandlungsrunde.
Gewerkschaft fordert zwei Euro mehr pro Stunde
„Doch auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich: Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, sagt Regina Grüneberg, Bezirksvorsitzende der IG BAU Südbrandenburg. Die Gewerkschaft fordert für die Gebäudereinigung zwei Euro pro Stunde mehr. Der Stundenlohn einer Gebäudereinigerin würde dann bei 17 Euro liegen.
Das Angebot der Arbeitgeberseite liegt nach Angaben der Gewerkschaft deutlich darunter. „Doch die Arbeitgeber treten gewaltig auf die ‚Lohn-Bremse‘: Erst ab Mai nächsten Jahres soll es 1,8 Prozent – und damit lediglich 27 Cent pro Stunde – mehr geben. Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, so Grüneberg.
Abstand zum Mindestlohn beträgt ab Januar 40 Cent
Ab Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde. Eine Gebäudereinigerin verdient nach Angaben der Gewerkschaft aktuell 15 Euro und damit nur knapp mehr. „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen? Einen Job zum gesetzlichen Mindestlohn findet sie allemal auch woanders“, sagt Grüneberg. Die Arbeit in der Gebäudereinigung sei zudem „körperlich hart: ein Knochenjob“.
IG BAU warnt vor Abwanderung aus der Branche
„Weigern sich die Unternehmen weiterhin hartnäckig, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt die Gewerkschafterin. Das würde die Betriebe nach ihren Worten „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“, denn das Personal in der Branche sei knapp. Im Landkreis Spree-Neiße gibt es nach Angaben der IG BAU insgesamt 20 Unternehmen der Gebäudereinigung.
Dritte Verhandlungsrunde am 3. November
Die nächste und nach Einschätzung der Gewerkschaft entscheidende Verhandlungsrunde zum Gebäudereiniger-Lohn ist für Dienstag, 3. November, angesetzt. Dann kommen die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum dritten Mal am Tariftisch zusammen.
Ihre Forderung hatte die IG BAU Südbrandenburg Anfang September vorgestellt. Damals nannte sie auch Zahlen für Cottbus: Rund 1.210 Beschäftigte arbeiten dort in 27 Unternehmen der Branche. Für die Glas- und Fassadenreinigung fordert die Gewerkschaft 20,40 Euro pro Stunde.
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